Nach elf mehr oder weniger anstrengenden Stunden Flug – mit dem Schlaf hat es nicht geklappt, aber die schöne Aussicht auf Südamerika in den letzten Stunden ließ die Vorfreude zurück kommen – stiegen alle 18 Freiwillige mehr oder weniger fit aus dem Flieger und nach den zu erwartenden Flughafen-Zwischenfällen ging es dann endlich mit Belén, Stefy und Philipe von Fiides zum Ankunftsseminar.
Dort erwarteten uns zwei Tage vollgepackt mit den wichtigsten Informationen für einen gutes Einleben, ein erster Blick auf das Treiben in den Straßen Quitos, und die ersten leckeren ecuadorianischen Mahlzeiten, mein persönliches Highlight war eine vegetarischer, lasagneähnlicher Auflauf. Nachdem der erste Ankunftstag aufgrund der allgemeinen Müdigkeit noch etwas schleppend von statten ging, flog die Zeit am zweiten und ehe man sich versah, ging es schon zu den Gastfamilien.
Zusammen mit Maya, eine Mitfreiwillige und meiner neuen Gastschwester in Ecuador, ging es in einem für deutsche Verhältnisse großen Pick-Up Richtung Quito-Nord durch den sehr belebten Abendverkehr der Großstadt. Bei gemütlichem Zusammensitzen mit unserer neuen Gastmutter Diana und ihrem Bruder Paul wurde uns erklärt, dass zu Abend in den meisten Familien nicht gegessen wird, sondern eher ein Tee oder Kaffee getrunken wird und dafür das Mittagessen größer ausfällt. Für mich als leidenschaftlicher Esser, der drei Mahlzeiten am Tag gewohnt war, nur schwer vorstellbar, aber auf unsere offensichtlich ein wenig enttäuschten Blicke hin wurde uns zugesichert, dass wir uns abends natürlich am Brot bedienen dürfen. Anschließend wurde uns noch die Dachterasse gezeigt, von der aus man einen schönen Ausblick auf Quito-Nord hat (siehe Bilder).

Am nächsten Tag wurde im Supermarkt vorbeigeschaut, vor allem Obst kann man hier relativ günstig einkaufen, außerdem ist das meiste regional angebaut was z.B. nach Deutschland importiert werden muss und auch neue, bisher unbekannte Früchte kann man entdecken (siehe Bild, hab den Name wieder vergessen, aber schmeckt lecker).


Am Freitag, also Tag drei nach unserer Ankunft, ging es ins Projekt was von meinem neuen Zuhause aus 50 Minuten mit dem Bus entfernt ist. Das Bussystem hier ist nicht so streng reguliert wie in Deutschland, feste Abfahrtszeiten gibt es nicht, dafür aber auch keine Verspätungen, bei Bedarf muss man dem Bus zum Anhalten Handzeichen geben.
Das Projekt, in dem ich arbeite, nennt sich „El Musican Project“ und die Projektbeschreibung hatte in meinem Kopf das Bild einer klassischen Musikschule wie ich sie auch in Deutschland besucht habe hervorgerufen, aber am Projekt angekommen konnte ich die Musikschule erst nicht entdecken. Malte, der Freiwillige mit dem ich die nächsten zehn Monate zusammen arbeiten werde, und ich standen vor einem sehr modernen Co-Working-Space (eine Art Bürogebäude zum Einmieten) in dem viele Start-Ups ihre Räumlichkeiten haben und einige dieser Räume hat auch unsere Musikschule für ihren Unterricht angemietet. Diese räumliche Nähe bringt einige Vorteile mit sich, zum Beispiel sitzt das Social-Media-Management unseres Projektes direkt im Stockwerk drunter. Doch auch anderweitig wird das enge Zusammenarbeiten ausgenutzt, wie wir direkt miterleben durften: Einmal im Monat richtet das Team unserer Musikschule einen Musikabend aus, bei dem alle anderen Teams des Co-Wirkung-Space eingeladen sind mit zu musizieren und anderen zu zuhören.
Nach diesem turbulenten ersten Tag im Projekt ging es am Samstag direkt Schlag auf Schlag weiter. Zusammen mit Malte, Maya und einem waschechten Quiteño (so nennen sich die Einwohner Quitos), zu dem Maya Kontakt hatte, ging es zum Äquator, der nur ein wenig außerhalb von Quito liegt. Dort wird man zum Beispiel darüber aufgeklärt, warum man in Ecuador ein wenig leichter ist als am Nordpol (Erdrotation und größer Abstand zum Erdmittelpunkt) und wie Jahreszeiten funktionieren oder am Äquator eben nicht. Auch Informationen zu den unzähligen indigenen Gruppierungen, die in Ecuador leben werden werden präsentiert. Neben einer schönen Aussicht und natürlich der wichtigen Äquatormarkierung konnte man dort auch meiner Meinung nach sehr leckeres Meerschweinchen genießen (siehe Bilder).

Von links nach rechts: Malte, Maya, Tobi (Ich)


Mit diesen erlebnisreichen Tagen möchte ich meinen ersten Blogbeitrag beenden, seid gespannt auf hoffentlich regelmäßige weitere Einträge.


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