Unglaublich, dass dies nun schon der dritte Bericht ist den ich schreibe. Es sind jetzt fast 3 Monate vergangen und die Vorstellung, dass ich bald schon Ferien habe, ist echt erschreckend.

In dieser Zeit sind mir nun doch einige Unterschiede zwischen Deutschland und Südafrika oder genauer gesagt zwischen Köln und Port Elizabeth aufgefallen. Angefangen mit kleinen Sachen wie dem Wetter, dem Verkehr, der Sprache oder dass die Sonne plötzlich von rechts nach links wandert gibt es natürlich auch einige nennenswertere Unterscheide.

Freilaufende Tiere wie Kühe, Hühner und Ziegen sind auf den Straßen in den Townships nichts besonderes, allerdings findet man diese auch auf den „Schulhöfen“ oder auf den Autobahnen. Neben den Tieren findet man auch viele stehende Menschen auf den Freeways die auf dem nicht immer vorhandenen Seitenstreifen auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Deswegen sind parkende Autos und Busse auf der Autobahn hier nichts verwunderliches.

Außerdem gibt es auf den Straßen viele Autos die schon halb auseinander gefallen sind und dann mit 40 auf der Autobahn rum tuckern. Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Fahrweise 😉 Nach einer kurzen Eingewöhnungzeit macht das Fahren so doch viel mehr Spaß. Diese Unterschiede mögen für den ein oder anderen vielleicht negativ klingen, für mich gehören sie einfach zu der viel entspannteren Lebensweise dazu.

Ein andere Sache hat meine Nase bemerkt. Über den Townships hängt ständig der Geruch von verbrennendem Müll und die riesigen schwarzen Wolken die davon aufsteigen bemerkt man auch beim Atmen. Auch wenn sie viel Müll auf diese Weise beseitigen ist trotzdem sehr auffällig, wie viel Müll in den Townships herumfliegt. An den Zäunen stapelt sich der Müll als eine Art Wand, in Bäumen und Büschen bleibt der Plastikmüll hängen und auf dem Boden oder den Wiesen liegt überall Müll. Das kommt wahrscheinlich daher, dass die Menschen ihren Abfall einfach fallen lassen, da hier so gut wie keine Mülleimer zu finden sind und die Leute in den Townships zu arm sind, um sich eine Art Müllabfuhr zu leisten und deswegen ihren Müll einfach über die Grundstücksbegrenzung werfen. Lustig ist, was man alles so auf den Schulhofwiesen der Schule finden kann. Von Knochen über Vogeleier bis Tierleichen ist alles dabei.

Einen wirklich süßen Unterschied findet man in der Sprache. Bevor man zum Beispiel mit jemandem spricht oder an der Kasse bezahlt fragt man immer how are you? Erst dachte ich immer, ich sehe heute irgendwie krank aus oder so was aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran, dass die Menschen hier einfach viel freundlicher und irgendwie auch glücklicher sind. Wenn mir hier eins bewusst geworden ist, dann wie unglaublich privilegiert wir sind. Die Kinder mit denen ich jeden Tag zusammen arbeite haben immer ein Lächeln auf dem Gesicht, lachen unglaublich viel und haben den Anschein als haben sie einfach Spaß am Leben.

 


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