Der Anfang

Es ist kaum zu glauben, dass ich jetzt seit über einer Woche in Ecuador/ Quito bin. Einerseits fühlt es sich so an, als wäre ich schon viel länger hier, da in der kurzen Zeit schon so viele Eindrücke auf mich eingeprasselt sind und ich schon eine Menge unternommen habe. Aber rückblickend ist die Woche wahnsinnig schnell umgegangen.
Nach intensiver Vorbereitung in Deutschland, gefühlt tausenden Erledigungen, Besorgungen, Verabschiedungen und dem finalen Kofferpacken bin ich unglaublich froh endlich in Ecuador angekommen zu sein und freue mich drauf mich hier einleben zu dürfen.

Die ersten beiden Tage hier vor Ort habe ich wie durch Watte wahrgenommen. Ich war unglaublich müde von dem langen Flug und mir war leider super übel (ob vom Flug oder von der ungewohnten Höhe, weiß ich nicht genau). Jedenfalls bin ich nach der Ankunft vollkommen erschöpft ins Bett gefallen und dank des Jetlags um 2 Uhr nachts (ecuadorianischer Zeit) wieder aufgewacht. Irgendwann als es etwas heller wurde bin ich aus meinem Zimmer geschlichen und konnte zum ersten Mal die Sonne über Quito aufgehen sehen. Erst da konnte ich richtig begreifen, dass ich mich nicht mehr in Deutschland, sondern etwa 10.000 Km entfernt in Ecuador befinde. Dass ich hier jetzt für 10 Monate leben werde, ist für mich jedoch immer noch nicht greifbar.

Mein 1. Eindruck von Quito: es ist laut, groß, unruhig und es stinkt nach Abgasen
Am letzten Abend des Vorbereitungsseminars hier in Quito, wurden Carina, Amelie und ich von unserer Gastmutter Maria abgeholt. Bei ihr dürfen Carina und ich während des Sprachkurses 10 Tage und Amelie die vollen 10 Monate wohnen.
Auf der Fahrt zu ihr nach Hause wurde mir die Größe Quitos erst richtig bewusst. Eine Stadt, die sich 40 Km von Norden nach Süden erstreckt und bei Nacht, entlang der Berge in tausenden kleinen Lichtern aufgeht. Wunderschön!

Maria und ihre Schwester haben uns sehr herzlich in Empfang genommen und zum Abendessen gab es Reis mit Bohnen und etwas Salat. Wie es sich herausstellte, gibt es Reis todos los dias. Zu anfangs gewöhnungsbedürftig, aber jetzt freue ich mich schon jedes Mal riesig aufs Essen.
Generell ist das Essen hier super lecker und vor allem anders. Es gibt so viele Früchte, Bohnen, Maissorten, die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe…

Gleich am 3. Tag hier in Quito kam auch schon die 1. Busfahrt auf uns zu. Für mich ein großer Kulturschock. Mein erster Gedanke war: Oh Gott, dieses Bussystem werde ich niemals verstehen und bitte lass mich diese Fahrt überleben. Der Bus fährt mit einem affenzahn durch die Stadt, Verkäufer werben im Bus lauthals ihre Produkte an und noch bevor der Bus anhält wird schon die Tür aufgerissen.
Aber auch das Busfahren ist nur eine Sache der Gewöhnung. Genau so, wie nicht aus dem Wasserhahn zu trinken, aufmerksam auf seine Sachen zu sein oder sich einfach nicht mehr zu wundern, wenn der Busfahrer plötzlich anhält, um sich am Straßenrand etwas zu Essen zu holen. xD

Der Sprachkurs, den ebenfalls Maria hält, war bisher echt hilfreich. Nach täglichen drei Stunden intensiven lernen brummt mir immer gut der Schädel. Dafür merke ich dann beim Abendessen, dass ich jedes Mal etwas mehr verstehe.

Durch Maria, die uns schon zwei Mal durch die Stadt geführt hat und zwei weiteren Freiwillige, die ebenfalls bei Maria wohnen und die Stadt schon besser kennengelernt haben, bekommt Quito für mich immer mehr Charakter. An dieser Stelle möchte ich mal erwähnen, dass Maria grade 5 Freiwillige bei sich wohnen lässt, was, wie ich finde schon genug über ihre herzliche Gastfreundschaft aussagt. Sie hat es geschafft, dass ich mich nach nur kürzester Zeit hier sehr wohl fühle.

Trotzdem freue ich mich jetzt schon unglaublich darauf, endlich in mein Projekt in der Nähe von Latacunga zu kommen und die Menschen und Hunde, mit denen ich die nächsten 10 Monate zusammenleben und arbeiten werde kennenzulernen.

Demnächst berichte ich dann von der Hundefarm aus 😉
Hasta pronto!


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