Kaum zu glauben, aber es ist jetzt schon fast zwei Wochen her, dass ich meine Koffer gepackt habe, zum Flughafen gefahren – und in das Flugzeug gestiegen bin, das mich hierher gebracht hat. Nach Ecuador, in die Mitte der Welt. Und jetzt bin ich schon 13 Tage in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, auf beinahe 3000 m Höhe und umgeben von der wunderschönen Kulisse der Anden.

Die Aussicht auf Quito von unserem Wohnort aus

Nach einem zweitätigen Eingewöhnungsseminar mit unserer Partnerorganisation FIIDES, das allen 16 neu angereisten ODI- Freiwilligen Zeit gegeben hat, sich vom Flug zu erholen, sich ein wenig an die neuen Umstände zu gewöhnen und auf das Kommende einzustellen, ging es für alle auch schon in die Gastfamilien.

Für Maybrit, meine Mitfreiwillige im Projekt „Ángeles En Cuatro Patas“, und mich hieß das, dass wir in den Norden Quitos fuhren, in das Viertel „Bellavista“, wo sich der Pferdehof befindet, auf dem wir die nächsten 10 Monate leben und aushelfen werden. Maybrit und ich merkten sehr schnell, dass hier immer etwas los ist. Neben 14 Pferden, 30 Hunden und 2 Eseln, die jeden Morgen um 6 Uhr den Wecker ersetzen, tummeln sich hier nämlich so einige Menschen. Da wären einmal Ebe und Gjancarlos, die unser Projekt leiten und von denen wir sehr herzlich aufgenommen wurden. Vor allem Gjancarlos, Pferdetherapeut und Reitlehrer hier auf dem Hof, schafft es jedes Mal, einem mit seiner motivierten und energetischen Art ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Des Weiteren kommen jeden Morgen um acht Uhr die Mitarbeiter des Hofes dazu, vier junge Männer, die sich tagsüber um die Reittherapie, die Ställe, die Instandhaltung der Anlage und die Hunde kümmern. Neben den Angestellten hat unser Projekt jedoch auch immer wieder zahlreiche andere Freiwillige. So haben Maybrit und ich auch Michelle kennengelernt, die ebenfalls über ODI in Ecuador ist und die noch bis November mit uns zusammenwohnt. Wir durften zudem auch Donna kennenlernen, eine 65-jährige US-Amerikanerin, die hier auch immer wieder freiwillig arbeitet und die wir sofort ins Herz geschlossen haben. Aufgrund der aufgeweckten, humorvollen Art aller anwesenden Leute, gestalten sich die Arbeit auf dem Hof, das gemeinsame Mittagessen und die teilweise zusammen verbrachten Abende immer als sehr angenehm und aufregend. Ich muss sagen, dass ich mich noch kein einziges Mal, seitdem ich hier bin, gelangweilt habe.

Mit fünf von dreißig Hunden auf der Spielwiese

Maybrit und ich konnten in den zwei Tagen, die wir bis jetzt gearbeitet haben, schon mal ein bisschen erschnuppern, was unsere Arbeit sein wird. Neben der Therapie, die mit ausgewählten Pferden in einem zum Hof gehörenden Waldstück durchgeführt wird und die wir in der kommenden Zeit unterstützen werden, werden die Pferde umsorgt, die Ställe gesäubert und die Hunde ausgeführt. Zudem fallen jeden Tag rund um den Hof noch so einige andere Aufgaben an.  Ich merke jetzt schon, dass die Arbeit körperlich anstrengend ist, doch ich persönlich finde es wunderbar, abends erschöpft ins Bett zu fallen und den ganzen Tag an der frischen Luft gewesen zu sein. Bezüglich des Projekts werde ich bald noch einen Blogeintrag verfassen, der sich nur um dessen Methoden, Ziele und Philosophie dreht.

Quitos Altstadt

Womit ich im Moment leider noch ein Problem habe, ist das Spanisch. Trotz dass ich mittlerweile erstaunlich viel verstehe, obwohl ich Spanisch nie gelernt habe, ist die Sprachbarriere ein großes Problem für mich. Mich stört es, dass ich mich nicht so unterhalten kann, wie ich möchte. Gleichzeitig ist das auch eine gute Motivation für mich. Letzte Woche habe ich mit den anderen Freiwilligen einen Spanischkurs belegt, der mir sehr weitergeholfen hat und natürlich werde ich auch weiterhin am Ball bleiben, was das Lernen angeht. Und wie man hier so oft betont: „poco a poco“ (Stück für Stück, little by little).

Otavalo Samstagsmarkt

In meiner Freizeit und nach den Spanischkursen hatte ich bis jetzt auch schon einige Gelegenheiten, dieses hochinteressante Land besser kennenzulernen. So war ich mit ein paar anderen Freiwilligen viel in Quito unterwegs, eine riesige und chaotische Stadt mit sehr großem Charme. Die anfängliche Angst vor dem Busfahren, das immer wieder ein großes Abenteuer darstellt, da es keine ordentlichen Buspläne gibt und die Busfahrer wie die Weltmeister rasen, vor dem Gewusel auf den Straßen und der ungewohnten Lautstärke, habe ich mittlerweile abgelegt. Aber nicht nur die Hauptstadt meines neuen „Heimatlandes“ hat so einiges zu bieten. So waren wir auch schon auf dem Samstagsmarkt in Otavalo, einer kleinen Stadt nördlich von Quito, in der „Mitad del Mundo“ (Mitte der Welt), einem Museum direkt am Äquator und an natürlichen heißen Quellen in Papallacta, einem kleinen Andendorf. Auch von der ecuadorianischen Kultur konnten Maybrit und ich durch Gjancarlos schon einiges miterleben. Ob ein traditionelles katholisches Fest in Bellavista oder der ein – oder andere Salsaabend, mit Gjancarlos unterwegs zu sein bedeutet immer eine Menge Spaß, Empanadas und Tanz.

Auf einem katholisch – indigenen Fest in Bellavista

Wie sich vielleicht herauslesen lässt, waren meine ersten Wochen hier in Quito schon voll von Eindrücken, Erlebnissen und Begegnungen und bis hierhin bin ich mehr als glücklich über die Möglichkeit, hier zu sein.

Was wohl weiterhin passieren wird? Fortsetzung folgt…


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Related Posts

Johanna in Ecuador

…Ankommen!

Nach einer etwas holprigen Landung am Flughafen in Quito war es dann plötzlich so weit. Endlich angekommen. Nach der ewigen Packerei (aussortieren, umpacken, drei verschiedene Packlisten durchgehen, nochmal aussortieren und umpacken bis der Koffer endlich Weiterlesen

Greta in Ecuador

Über das Ankommen

Alte und neue Erfahrungen Jetzt bin ich bin ich schon einen Monat in Ecuador. Es gibt viel zu erzählen. Am Dienstag, dem 27.08.2019, ging es ganz früh um 03:00 morgens auf zum Flughafen nach Düsseldorf Weiterlesen

Carina in Ecuador

Aller Anfang ist schwer – Meine Ankunft in Ecuador

Jetzt bin ich also schon drei Wochen hier in Ecuador und rückblickend waren diese drei Wochen wirklich die aufregendsten, abwechslungsreichsten und von Höhen und Tiefen geprägtesten Wochen meines Lebens. Aber nun von Vorne. Ich bin Weiterlesen