Ich lebe nun mittlerweile ca. 6 Wochen in der kleinen Stadt Carrickfergus in Nordirland. Zum besseren Verständnis: er liegt mit dem Zug ca. 20 min von Belfast entfernt und direkt am Meer und er hat eine Burg! Gut, dass war dann auch schon alles, was ich auf Google Maps über diesen Ort herausfinden konnte. Wie mir an mir selbst aufgefallen ist, bevor ich mein EFD-Jahr angetreten bin, wussten weder ich, noch irgendwer in meinem Bekanntenkreis, irgendetwas Nennenswertes über das heutige Nordirland zu sagen. Die „ältere“ Generation (meine Eltern aufwärts) konnten sich noch recht gut an die Konflikte erinnern und manche meine Freunde hatten ziemliche Schwierigkeiten sich zu merken, dass ich nicht nach Irland fahre.

Aber gut. Ich habe mich also nach Nordirland aufgemacht, ohne wirklich zu wissen was mich erwarten würde. Wie sind die Leute? Wie ist die Kultur? Wie ist das Essen? Und können die Menschen dort mein Englisch verstehen?

Im Nachhinein habe ich mir wohl zu viele Gedanken gemacht. Die Leute hier sind super nett und höflich. Man kommt sehr leicht ins Gespräch und trotz eines recht starken Akzents (vor allem wenn man in der Schule britisches und amerikanisches Englisch gelernt hat) kann man die Menschen hier nach einiger Zeit gut verstehen. Was die Kultur angeht, ist Nordirland recht einzigartig. Da es sowohl zum Vereinigten Königreich dazugehört, als auch (wie der Name schon sagt) früher einmal mit der Republik Irland zusammenhing, ist es ein interessanter Mix zwischen irischer und britischer Kultur. Leider sorgt dieser Mix auch für große Uneinigkeit in der Bevölkerung und Konflikten.

Das betrifft mich auch in meiner Form als Freiwillige. Ich finde es sehr interessant in einem Teil des Vereinigten Königreichs zu leben, aber auch mit irische Kultur in Kontakt zu kommen. Andererseits ist es natürlich nicht besonders schön die heutigen Konflikte zu sehen, die auch einen Einfluss auf mein Leben hier haben. Das klingt jetzt zwar alles recht düster, aber als Freiwilliger aus dem Ausland ist man zugleich nicht besonders stark von all diesen Dingen betroffen, auch wenn man sie im Kopf haben sollte. Das Arrival-Training war dabei eine sehr große Hilfe, auch um sich mit anderen zu vernetzten, für die alles ebenso neu ist.ODI, Open Door International e. V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendiesnt, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+

Als Fazit kann ich also sagen, dass ich durch den EFD in meinen ersten 6 Wochen gelernt habe, wie es sich anfühlt in einer Dreier-WG in einem eigenen Haus zu leben, zu kochen, zu putzen und auch sich in einem neuen Land zu Recht zu finden. Aber auch, dass es ziemlich interessant ist einmal über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und sich mit den Themen zu befassen, die Menschen in anderen Länder beschäftigen. Dabei kommt aber der eigene Spaß aber auch nicht zu kurz und die Landschaft und Sehenswürdigkeiten hier sind wirklich schön… .


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