Jetzt ist es Anfang Oktober und es fühlt sich so an, als wäre ich gerade erst hier angekommen. In Vievis, Litauen, für meinen 10-monatigen ESK-Freiwilligendienst. Aber ein Blick auf den Kalender verrät mir, dass das schon 5 Wochen her ist. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Andererseits habe ich schon so viel erlebt, dass es sich anfühlt, als wäre ich schon viel länger hier. Wenn auch die ersten 14 Tage nicht so voller Erlebnisse waren. Denn wegen Corona musste ich erstmal in Quarantäne bleiben.

Freiwilligendienst in Quarantäne?

Meine Mitbewohnerin Bahar kam gleichzeitig mit mir an, sodass wir die Zeit zusammen verbringen konnten. Wir haben zusammen gequatscht, gekocht und gespielt – das hat die Zeit um einiges einfacher gemacht. Ich habe meine neue Kamera ausprobiert und ein paar Sonnenuntergangs-Fotos aus meinem Zimmer gemacht.

Und wir hatten quasi einen „Freiwilligendienst light“. Da wir in einem Betreuungszentrum für Kinder und Jugendliche eingesetzt sind, konnten wir da natürlich nicht arbeiten. Aber im ESK gibt es auch ein Rahmenprogramm zum nicht-formellen Lernen und persönlicher Reflexion. Die haben wir zu Hause gemacht und in Skype-Meetings besprochen. So konnten wir auch schon mal die anderen Freiwilligen ein bisschen kennenlernen.

Freiheit!

Nach der Quarantäne ging es dann richtig los. An unserem ersten Tag in Freiheit haben wir Vievis erkundet. Es ist zwar ein kleines Dorf, aber sehr schön – nicht zuletzt wegen des wunderschönen Sees. Und es ist voll von bunten Häusern!

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Der See in Vievis

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Bunte Häuser überall

Ein paar Tage später hatten wir ein erstes Treffen mit unseren neuen Kolleginnen aus dem Vievis Day Care Center. Danach ging es nach Vilnius, um endlich die anderen Freiwilligen unserer koordinierenden Organisation Socialinis Veiksmas zu treffen. Am nächsten Tag hatten wir unseren ersten richtigen Tag im Betreuungszentrum und ich war suuper nervös. Ich hatte vorher nie mit Kindern gearbeitet und jetzt sollte ich 10 Monate in einem Zentrum für Kinder und Jugendliche arbeiten. Ich hatte Angst, keine Verbindung zu den Kindern herstellen zu können und dachte nur „Was zum F*** mach ich hier?“

Aber als die Kinder dann ankamen, waren die Sorgen ziemlich schnell verflogen. Es war ein warmer Tag, also haben wir draußen Ball gespielt, das war ein ganz guter Eisbrecher. Vor allem, weil ich ja noch fast kein Litauisch konnte.

Die Hauptsprache im Zentrum ist Spielen, und das funktioniert meistens sehr gut. Und wenn es mal was zu besprechen gibt, übersetzen unsere Kolleginnen Laura und Monika für uns. Wir sind schon ein gutes Team geworden und unternehmen auch ab und zu nach Feierabend noch etwas. Sie sind beide aus der Nähe und können uns die besten Orte hier zeigen.

Und sonst so?

Auch mit unserer Freiwilligengruppe von Socialinis Veiksmas haben wir schon einiges unternommen. Zum Beispiel eine Wanderung durch den Verkiai-Regionalpark und das On-Arrival-Training letzte Woche. Wir hatten eine super Zeit da und haben nochmal mehr Freiwillige aus Litauen getroffen – die meisten aus Vilnius, wie unsere Organisation.

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Wanderung im Verkiai-Regionalpark

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On-Arrival-Training in Margio Krantas

Jetzt, nach dem viertägigen Training, gehen unsere Tage wieder „normal“ weiter. Ich freue mich schon darauf, die Kolleginnen und die Kinder wiederzusehen 🙂 Und jetzt haben wir eine große Gruppe von Freiwilligen aus Vilnius. Ich wohne in Vievis und daher 40 km entfernt, also kann ich sie nicht jeden Tag treffen. Aber ich freue mich immer auf die Wochenenden oder auch auf den Sprachkurs jeden Mittwoch.

Corona im Anmarsch …?

Bezüglich Corona hoffe ich, dass unser Leben die nächsten Wochen mehr oder weniger normal bleibt. Bis jetzt ist Litauen in einer guten Situation. Aber wenn es kälter wird, werden die Infektionszahlen warscheinlich weiter steigen. Es ist also möglich, dass das Zentrum in ein paar Wochen oder Monaten geschlossen wird und wir zu Hause bleiben müssen. Unsere Organisation hat uns geraten, dass wir uns schon mal überlegen, was wir in der Zeit tun könnten. Ich habe in letzter Zeit sehr viele Fotos und Videos aufgenommen. Die warten noch darauf, bearbeitet zu werden. Aber natürlich würde ich trotzdem gerne weiter im Zentrum arbeiten und nicht schon wieder zu Hause bleiben müssen.

So oder so freue ich mich auf die kommende Zeit!


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