(M)ein Tag auf Madeira

Bom dia!

Es ist neun und der Wecker hat geklingelt. Ich schleiche zum Fenster und öffne die Fensterläden. Sofort wärmen die ersten Sonnenstrahlen fleißig mein Gesicht. Ich drehe den Kopf und erhasche einen Blick auf das Meer, welches sich hinter einer Reihe Hausdächer versteckt. „Guten Morgen, Madeira!“ murmel ich versonnen in das Tageslicht und mache mich daran, meine Mitbewohnerin und Freundin Hannah aus dem Bett werfen. Es ist Sonntag und wir haben einen Ausflug mit unseren Freunden geplant…

Já vai começar!

Geschafft! Im letzten Moment springen wir in den Bus. Jetzt liegt eine einstündige Tour vor uns – welche fast so aufregend ist, wie eine Achterbahnfahrt. Es geht aus Funchal raus und in die Berge hinein. Die Kurven sind so eng, dass man Angst hat, der Bus könnte stecken bleiben.
An der einen Straßenseite ragen steile Felsen nach oben, auf der anderen Seite fällt der Fels scheinbar ins Unendliche ab. Doch die dadurch enstehende Aussicht ist so atemberaubend schön, dass wir alle an der Fensterscheibe hängen, um den besten Blick zu erhaschen.
Als wir endlich angekommen sind und aus dem Bus aussteigen, befinden wir uns mitten im Nirgendwo. Zwei, drei Häuschen stehen hier, ansonsten gibt es nichts als Berge. Zaghaft folgen wir der Beschreibung von „Google Maps“ und wandern eine Straße entlang, die sich auf den ersten Blick nicht von Anderen unterscheidet. Eine Brücke führt über ein kleines Rinnsal… hier wollten wir baden gehen? Enttäuschung macht sich in unserer Gruppe breit. Doch wir geben nicht auf und folgen einer kleinen Treppe hinab. Und siehe da: Nach eins, zwei kleinen Kurven, staut sich das Wasser tatsächlich zu einem kleinen, aber tiefen Becken.

Staunend stehen wir vor diesem paradiesischen Anblick und lassen die Szene auf uns wirken.
Dann beginnen wir zu rätseln: Wie kalt wird das Wasser wohl sein?
„Es gibt nur einen Weg, um das herauszufinden!“, rufe ich, nehme Anlauf und springe mitten in das Becken. Kaltes Wasser empfängt mich, doch es ist eine Wohltat, bei dem wolkenlosen Himmel über uns. Mein Lachen steckt die Anderen an und so dauert es nicht lange, bis wir uns alle in unserem „Privaten Pool“ im Wasser treiben lassen…

Boa tarde!

Wir entschieden, dass wir nach diesem Abenteuer etwas zu essen brauchen und so lassen wir uns mit dem Bus in ein nah gelegenes Dorf bringen. Hier können wir mit einer einmaligen Aussicht in das Nonnental unser verdientes Mittagessen genießen.
Nach dem wir uns die Kirche und das „Kastanienmuseum“ angeschaut haben, lassen wir uns natürlich auch den leckeren Kastanien- und Schokoladenkuchen nicht entgehen, bevor wir uns wieder auf die abenteuerliche Heimfahrt begeben…

Boa noite!

In Funchal angekommen, können wir es uns nicht nehmen lassen, noch einmal mit der untergehenden Sonne ins Meer zu springen. Nach dem wir ein paar Runden durch die sanften Wellen geschwommen sind, setzen wir uns gemeinsam an die Uferpromenade und lassen im letzten Abendlicht diesen wunderschönen Tag mit dem Blick aufs Meer, enden…


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