Nun ist es also so weit. Ich werde für 10 Monaten nach Tansania gehen, dort wohnen und arbeiten. Aber von vorn: Am 1. September war der Tag der Tage und das Flugzeug Richtung Süden verließ den vertrauten Boden. Am Flughafen in Dar es Salam angekommen, wartete ich ca. zweieinhalb Stunden auf mein Visum, um dann festzustellen, dass es mein Gepäck nur zur Hälfte nach Tansania geschafft hatte. Mein Rucksack wurde aber schon am nächsten Tag in meine Unterkunft gebracht. Draußen trafen wir sofort auf Rehema, eine der Projekt Koordinatoren, und erreichten nach ca. einer Stunde das Freiwilligenhaus. Wir leben in dem Haus mit vier anderen Freiwilligen, zwei aus Deutschland, eine aus Schweden und eine aus den USA. Wir haben einen Aufenthaltsraum, drei Schlafzimmer, ein Bad mit europäisch anmutender Toilette (Juhu!!!) und eine Küche, wo täglich für uns gekocht wird. 

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Nun kurz zu meinen ersten Eindrücken: Die Kultur ist sehr faszinierend, da weit über 100 verschiedene Stämme mit eigenen Religionen und Sprachen sowie unterschiedlichste Weltreligionen wie Christentum, Islam, Hinduismus aber auch Natur-Religionen hier friedlich nebeneinander her leben. Dar es Salaam an sich ist eine unfassbare große Stadt, in der ca. 5,5 Millionen Menschen leben. Es gibt sehr große Unterschiede zwischen den Vierteln, beispielsweise die Slums, der größte ist Tandale, wo die Häuser eher Hütten sind und es keine richtigen Straßen gibt und im extremen Gegensatz dazu, Masaki, das Viertel der Geschäftsleute und Wohlhabenden, in dem man mitunter mehr weiße als dunkelhäutige Menschen trifft. Fortbewegen kann man sich sehr günstig per Daladala (Minibus, ohne Fahrplan oder gut erkennbaren Haltestellen, eine Fahrt ca. 16ct) oder Badjaji (Dreirad). Einkaufen geht man für Kleinigkeiten und Obst bzw. Gemüse häufig in Kiosks oder auf dem Markt. Wenn die Sehnsucht nach Keksen, Schokolade oder Brot zu groß wird, ist eine Shoppingmall nur eine Viertelstunde zu Fuß entfernt. Was sofort auffällt ist, dass die Menschen sehr offen sind und häufig gleich ein Gespräch anfangen. Dafür hat auch jeder immer Zeit und wenig Leute scheinen in Eile zu sein. Wenn Leute uns auf der Straße ansprechen, wird einem ständig das Wort „Mzungu“ hinterher gerufen, was Weißer bedeutet. Das ist eher positiv gemeint, denn viele sind stolz darauf mit einem Weißen zu sprechen. Was mich daran stört, ist, dass man dadurch zu etwas Besonderem wird. Es ist schwierig immer wieder diesen Vorurteilen zu begegnen, aber es ist nun unsere Aufgabe diese aus dem Weg zu räumen, selbst wenn nur in ein paar Köpfen. 

Am Wochenende unternehmen wir häufig Ausflüge, z.B. in den Magoroto Forest, wo wir an einem See gezeltet haben und in den Usambara Mountains wandern waren, nach Morogoro mit Wanderung zu einem Wasserfall oder einen Tag nach Bagamoyo, wo wir die historische Bedeutung der Stadt kennengelernt haben und am Strand entspannt haben.

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Bei meinem Projekt hat sich, wie schon fast zu erwarten war, noch einiges geändert. Nur so viel, United Planet hatte für mich ein anderes Projekt vorgesehen, das war aber nicht das Richtige für mich, und so konnte ich sehr unkompliziert zu einem anderen wechseln. Chakuwama ist ein Kinderheim, welches ca. 50 Kindern ein Zuhause bietet. Die Kinder sind zwischen 1 und 17 Jahren alt, bei manchen sind beide Elternteile verstorben oder sie können wegen anderer Probleme nicht in ihrer Familie leben. Ich bin immer wieder überrascht mit welch einer Freude und Liebe die Kinder einem begegnen. Sehr schnell vergisst man ihren taffen Background und sie werden zu ganz „normalen“ Kindern. Zudem bilden die Kids ihre ganz eigene kleine Familie, sie helfen sich, passen aufeinander auf und respektieren sich gegenseitig. Ich arbeite dort mit zwei anderen Freiwilligen aus Schweden und den USA, mit denen ich auch in einem Haus wohne. Unsere Aufgabe ist, die Kinder zwischen 9 und 16 Uhr zu beschäftigen, mit ihnen zu spielen und für sie da zu sein. In Chakuwama erhalten sie nämlich vor allem einen Platz zum Schlafen, etwas zu Essen, gesundheitliche Versorgung und Kleidung, es gibt aber so gut wie kein Spielzeug oder andere Beschäftigungsmöglichkeiten und genau das versuchen wir aufzufangen. Seit kurzem bieten wir nun Englisch Unterricht für die Kleineren sowie Jugendlichen und Betreuer an. Zusätzlich haben wir zusammen mit einem Maler gerade erst die Wände auf dem Innenhof und im Klassenraum bemalt, damit nicht alles so kahl und einheitlich wirkt. Ich habe schon jedes einzelne der Kinder mit seinem oder ihrem ganz eigenen Charakter ins Herz geschlossen! 

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Ich habe hier bis jetzt schon so viel erlebt, dass mein Kopf ganz voll ist von all dem Neuen ist. Doch das fühlt sich gut an, ich habe das Gefühl so viel zu lernen und zu entdecken, und das jeden Tag. Ich bin gespannt, was die nächste Zeit für mich bringt und freue mich auf die nächsten 8 Monate!

P.S. detaillierter berichte ich auf meinem eigenen Blog www.tanzalea.wordpress.com


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