Vor anderthalb Monaten bin ich in Daressalam aus dem Flugzeug gestiegen… seitdem vergeht die Zeit wie im Flug! Bei der nächtlichen Fahrt vom Flughafen zum Office unserer „Partnerorganisation United Planet Tanzania“ bekamen meine Mitfreiwillige Lea und ich einen ersten Eindruck von unserer neuen Heimat: Am Straßenrand reihen sich Wellblechhütten an moderne Glasbauten und selbst mitten in der Nacht bieten Straßenhändler ihre Ware feil. Dar ist chaotisch, manchmal stressig und voller Leben.

Gleich zu Beginn gibt es einige Überraschungen: Statt bei der „Grace Primary School“ werde ich beim „Tandale Youth Development Center“ meine Freiwilligenarbeit leisten. Und statt in einer Gastfamilie werde ich im UPTZ-Office mit vier anderen Langzeitfreiwilligen aus Deutschland und Schweden leben. Außerdem stoßen ab und zu Kurzzeitfreiwillige dazu: Im Moment ist auch noch eine Amerikanerin Teil unserer internationalen WG. Das Leben hier bringt einige Umstellungen mit sich: In meinem Raum gibt es kein Licht. Täglich muss eine Pumpe aktiviert werden, damit Wasser aus den Hähnen kommt. Und gleich in der ersten Woche gab es einen Stromausfall. Doch verglichen mit den Lebensbedingungen im benachbarten Slum ist das Office absoluter Luxus!

Mein erster Arbeitstag ist der „Community Cleanup day“. In der Mittagshitze hieven ich und meine Kollegen in der informellen Siedlung „Tandale“ Müllsäcke auf einen Wagen. Die nächsten Arbeitstage sind jedoch weniger schweißtreibend: Während eines Meetings im „Tandale Hospital“ bereiten wir eine Umfrage zum Thema Aids/HIV vor. Die Sprachbarriere stellt dabei leider ein Problem dar: Die Unterhaltung läuft größtenteils auf Kiswahili ab, welches ich bisher nur in den Grundzügen beherrsche. Ein weiteres Problem sind die Arbeitszeiten. Die Mitglieder des Tandale Youth Development Centers treffen sich zwei- bis dreimal pro Woche für ein paar Stunden. Für zehn Monate ist das wohl zu wenig Arbeit für mich. Ab nächster Woche werde ich deshalb an einem zweiten Projekt namens „Network für Vulnerable Rescue Foundation“ teilnehmen. Dort werde ich Kindern aus dem Slum Sportunterricht geben.

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Community Cleanup Day

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Basketball mit Hasheem

Da ich in den letzten Wochen mehr als genug Freizeit hatte, habe ich auf den lokalen Plätzen viel Basketball gespielt. Dort habe ich sehr interessante Bekanntschaften gemacht: Ein Freund, den ich während dem Basketballspielen kennengelernt habe, hat mich letzte Woche zu einem Workout mit dem Ex-NBA-Spieler Hasheem Thabeet mitgenommen. Für mich als begeisterten NBA-Fan war das natürlich ein Highlight! Ebenfalls sehr eindrucksvoll, wenn auch anstrengend, war ein Wochenendausflug aufs Land. Hier erhielten wir einen faszinierenden Einblick in die traditionelle Lebensweise.

 

 

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Ausflug ins Hinterland von Dar (Morogoro)

Dieses Wochenende haben wir einen Tagestrip zum Küstenort Bagamoyo unternommen.

Alles in allem überrascht mich vor allem die Gastfreundlichkeit der Tansanier jeden Tag aufs Neue.  Wo immer man auch hingeht, überall wird man mit „Karibu Sana!“ gegrüßt – das ist Kiswahili, und heißt so viel wie „Herzlich willkommen!“.


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