Wegen meines Sprachkurses kam ich zwei Tage später zum On Arrival Training (OAT). Am Montag hat dasTraining eigentlich angefangen, aber bis Mittwoch dauerte noch der Sprachkurs mit abschließender Prüfung. Als ich mit dem Schreibexamen und mit der mündlichen Prüfung durch war, lief ich zum Bahnhof von Antwerpen. Ich war vorher nie dort drin gewesen und habe ihn mir nur von außen angesehen, was auf jeden Fall sehenswert ist. Aber der Bahnhof innen drin ist wunderschön und auch erstaunlich sauber. Es gibt mehrere Etagen, wo man die verschiedenen Gleise findet und alles sieht von der Architektur alt aus. Wenn ihr also jemals nach Antwerpen kommt, lohnt es sich, dem Bahnhof einen Besuch abzustatten.

Nun…als ich dann in der Jugendherberge in Brüssel beim OAT war, fand ich eine Gruppe vor von etwa 50 Leuten. Viele andere Freiwillige kamen wie ich aus Deutschland, aber es gab auch einige aus Italien und Spanien. Alle waren sehr nett, aber am Anfang war es sehr schwierig für mich, weil ich von der Fülle an neuen Leuten, neuen Namen und neuen Informationen schier überwältigt war. Außerdem kannten sich alle schon seit zwei Tagen und redeten oft über das bisher erlebte auf dem OAT, wo ich natürlich nicht mit einsteigen konnte. Trotzdem wurde ich nett aufgenommen und so langsam lernte ich die Leute ansatzweise kennen. An dem Tag, wo ich angekommen war, mussten die anderen Freiwilligen ein eigenes Projekt durchführen, indem sie in Brüssel oder in anderen Städten etwas unternahmen. Die einen probierten die für Belgien typischen Fritjes und erfragten die Geschichte hinter diesen. Die anderen fragten in Antwerpen Passanten nach Komplimenten, die sie bekommen hatten und sammelten sie auf einem Plakat. Wieder andere machten es sich zur Aufgabe, mit dem ersten Eindruck, den Leute auf einen haben, zu spielen. Dies taten sie, indem sie Passanten fragten, ob sie den einzelnen Mitgliedern aus der Gruppe rein von ihrem Aussehen einem bestimmten Land, einem bestimmten Hobby oder Tätigkeit festlegen konnten. Letztendlich lagen sehr viele Leute falsch, was wieder einmal zeigt, dass das Äußere oft nicht das wiedergibt, was man eigentlich für ein Mensch ist. 😉

Am Donnerstagmorgen wurden dann alle Projekte vorgestellt und am Nachmittag wurde viel über den Kulturschock geredet. Wir diskutierten, wie man am besten damit umgeht und auch was die eigene Identität an sich ist. Wir mussten uns selber beantworten, wer wir selber sind mit unseren Stärken und auch Schwächen. Und wir lernten, dass der Austausch und die Kommunikation besonders innerhalb des Projektes wichtig ist.

Neben dem ganzen, manchmal etwas erdrückenden oder langweiligen, aber auch sehr oft interessanten Stoff, gab es immer wieder interaktive Programme. Wir lernten zum Beispiel einen typischen belgischen Tanz. Und Freitagnachmittags durften wir sogar unser eigenes Programm gestalten, indem wir selber Workshops anbieten konnten. Ich bot zum Beispiel mit einer anderen Teilnehmerin Gruppenspiele an. Was sich vielleicht zuerst wie Kinderkram anhört, hat sehr viel Spaß gemacht. Wir spielten unter anderem Ninja, Ha-Ha-Hu, Kiss or Punch oder das Blinzelspiel. Dadurch hat man sich als Gruppe noch besser kennengelernt, was vorher nämlich sehr schwierig war. Denn wir waren während der Programmpunkte sonst in zwei Gruppen eingeteilt gewesen, weil wir so viele Leute waren. Deswegen hatte man oft nur mit der eigenen Gruppe viel Kontakt. Mich selber hatte das aber nicht sehr gestört, weil ich direkt nach meiner Ankunft am Mittwoch per Zufall mit vielen Leuten aus der anderen Gruppe geredet hatte. Auf jeden Fall hat man nach den ganzen Spielen am Freitag ein viel besseres Gruppengefühl entwickelt und es kamen viele positive Reaktionen.
Ich habe deswegen für mich entschieden, dass ich, wenn ich nochmal auf einem Seminar bin und man sich am Anfang nicht gut kennt, diese Spiele vorschlagen. Denn man braucht für diese Spiele keine Namen, die man sich merken muss und reden muss man auch nicht. Sonst finde ich es nämlich immer sehr schwierig mit neuen Leuten direkt vernünftige Gesprächsthemen oder Gemeinsamkeiten zu finden.

Nun ging das OAT schon fast zu Ende. Insgesamt dauerte das OAT von Montag bis Samstag, und für mich fing ja alles erst am Mittwoch an. Am Freitag Abend gab es noch die SEE US AGAIN PARTY. Es wurde viel getanzt und gefeiert. Zwischendurch lernte man dann auch Line-Dances und typische griechische oder türkische Tänze. Es entwickelten sich interessante Gespräche und alles hat sehr viel Spaß gemacht. Ich freue mich jetzt schon auf die Reunion beim Mid-Term-Meeting. 🙂


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