Seit meinem letzten Beitrag ist hier in Griechenland, wie wahrscheinlich auch an den meisten anderen Orten, ziemlich viel passiert. Dazu aber am Ende dieses Blogbeitrags mehr, vorerst möchte ich über meine schönsten Reisen durch Griechenland berichten.

Meine einwöchige Rundreise durch Griechenland

Gegen Ende Februar bin ich für etwa eine Woche zusammen mit meiner guten Freundin und Zimmermitbewohnerin Karolina aus Polen für eine Woche durch’s Land gereist. Für uns beide war der Trip etwas sehr Besonderes, denn Anfang März hieß es für uns beide Abschied voneinander zu nehmen, da ihr Aufenthalt sich dem Ende näherte… Zunächst sollte es nach Thessaloniki gehen, die zweitgrößte Stadt Griechenlandes im nördlichen Makedonien. Die Stadt ist bekannt für ihre lockere und laute Atmosphäre und vor allem bei Studenten sehr beliebt. Direkt bei unserer Ankunft am Abend konnten wir auch sofort verstehen woher diese Einstellung kommt: die Stadt hat ein buntes, offenes Flair und macht es einem schwer, sich nicht auf Anhieb wohl zu fühlen. Ich war von Thessaloniki super positiv überrascht, war ich doch von Athen als Stadt ehrlicherweise etwas enttäuscht gewesen. Einen vollen Tag haben wir in der bunten Stadt verbracht und die Zeit einfach nur genossen. Gesehen haben wir  viele byzantinische Kirchen, sind in das innere der Stadt und schließlich eine Art „Berg“ hoch gelaufen, von wo aus wir eine tolle Aussicht auf die Stadt sowie das Meer hatten. Abends haben wir direkt am Meer, neben dem Weißen Turm, den Sonnenuntergang angeschaut.

Sara, Griechenland, ESK, ODI, Erasmus+, Thessaloniki, Auslandsaufenthalt, soziales Projekt, Freiwilligendienst

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Der Weiße Turm in Thessaloniki

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„Die Regenschirme“ in Thessaloniki

Am nächsten Morgen ging es früh mit dem Zug auf den Weg nach Kalambaka, ein kleines Dorf im nördlichen Landesinneren. Bekannt ist es jedoch für die Meteora-Klöster, welche auf hohen Sandsteinfelsen gebaut sind. Auf diesen Teil unseres Trips hatte ich mich im Voraus am meisten gefreut. Und was soll ich sagen – es war für mich der schönste Ort, den ich im Land gesehen habe! Die Landschaft alleine ist schon einzigartig und bringt einen schon von Weitem zum Staunen. Auch die Klöster selbst, welche sich durch das gesamte Gebiet hindurch verteilen, sind sehr schön und haben alle eine eigene Geschichte. Wir haben natürlich nicht alle der insgesamt 24 Klöster gesehen (von denen einige aufgrund von Einsturzgefahr ohnehin nicht mehr bewohnt sind), trotzdem war dieser Ausflug wirklich toll! (Auch wenn wir am Ende des Tages fix und fertig waren…)

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Die Sandsteinfelsen in Meteora

 

Zum Schluss ging es dann zurück in Richtung Süden, nach Delfi. Delfi selbst ist eine kleine Gemeinde nördlich des Golfs von Korinth, bekannt jedoch ist sie für Delphi, eine Stadt der griechischen Antike. Hier galt sie als Mittelpunkt der Welt: Der Mythologie zufolge ließ Zeus von je einem Ende der Welt zwei Adler aufsteigen, welche sich dann in Delphi trafen. Außerdem bekannt ist Delphi für sein Orakel, welches dem Apollon geweiht wurde. Die antike Stadt liegt ziemlich weit oben in den Bergen und so hat man von dort eine tolle Aussicht, auch hinunter auf das Meer.

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Der „Tholos“ in Delphi

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Hinten: das Schatzhaus der Athener in Delphi

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Roadtrip durch Peloponnes
Im März waren wir dann mehr Kurzzeitfreiwillige als Langzeitfreiwillige, da die eigentlichen neuen Langzeitfreiwilligen aufgrund der Corona Krise nun doch nicht kommen konnten. Mitte März, kurz nachdem auch die Schulen und Kindergärten im Land geschlossen hatten, wir uns aber noch frei bewegen konnten, haben wir uns also zwei Autos gemietet und sind über das Wochenende weggefahren. Freitagnachmittag ging es los in Richtung Pyrgos, einer kleinen Gemeinde im Westen von Peloponnes, in der Nähe des antiken Olympia. Der Plan war es, hier in einem zuvor gemieteten Apartment zu übernachten und am nächsten Tag nach Olympia zu fahren. Doch leider sollte es anders kommen: Spätabends erfuhr eine der Kurzzeitfreiwilligen, welche erst zwei Wochen zuvor angereist war, dass ihr Heimatland, Spanien, eine Ausgangssperre einführte. Da ihr Freiwilligendienst für einen Monat angesetzt war, sie also in etwa zwei Wochen nach Hause fahren sollte, war es unsicher, weiterhin in Griechenland zu bleiben, denn nun bestand für sie das Risiko, dass sie später nicht mehr nach Spanien zurückfliegen konnte. Ganz spontan buchte sie also nachts einen Rückflug für den nächsten Morgen und einige meiner Mitfreiwilligen fuhren sie schließlich nach Athen zum Flughafen und waren dadurch die ganze Nacht unterwegs. Wir übrigen fuhren am nächsten Morgen mit dem zweiten Auto nach Olympia, wo wir leider enttäuscht werden mussten: Griechenland hatte in dieser Woche alle Sehenswürdigkeiten aufgrund von Corona geschlossen, sodass wir die antike Stadt, in der im Jahr 776 v. Chr. die ersten Olympischen Spiele der Antike stattfanden, nur aus der Ferne durch den Zaun hindurch betrachten konnten. Nachmittags trafen wir uns dann alle an einem Strand wieder, an dem wir, trotz der Ereignisse, ausgelassen badeten und die Zeit genossen. Abends fuhren wir dann nach Kalamata, einer Stadt im Süden von Peloponnes, wo wir die meiner Meinung nach beste Pita ganz Griechenlands aßen (; Außerdem trafen wir uns mit einigen anderen Freiwilligen aus Kalamata, die wir bei unseren Trainings kennengelernt hatten und verbrachten den Abend dann in einem Park und unterhielten uns stundenlang… Kalamata liegt direkt am Meer und hat einen kleinen Hafen, sodass wir den nächsten Morgen dort verbrachten, liegend und einfach das Wetter und den Moment genießend. Anschließend machten wir uns auf den Weg zurück nach Xylokastro, jedoch machten wir mehrmals Halt an Orten, die wir schön fanden und fuhren auch nochmal nach Nafplio, einer sehr süßen, sehr schönen Küstenstadt, die ich im Februar schon einmal besucht hatte. Wir schlenderten durch die kleinen verspielten Gassen und aßen zum Abschluss noch eine Pita (:

Dies war, ohne es zu wissen, leider mein letzter Trip während meines Freiwilligendienstes. Eigentlich wollten wir im April während der Osterferien noch einige Inseln abklappern, doch dann kam das Corona-Virus und mit ihm auch die Einschränkungen: wie schon erwähnt, schlossen ab Anfang/Mitte März die Schulen und Kindergärten in Griechenland. Ab da arbeitete ich nicht mehr. Eine Woche später meine Mitfreiwilligen aus dem Büro auch nicht. Nach und nach wurde das Alltagsleben immer mehr und mehr eingeschränkt: Hotels und Sehenswürdigkeiten schlossen, die meisten Läden machten dicht und Restaurants und Imbisse gaben Essen nur noch zum Mitnehmen heraus. Ende März kam dann die Ausgangssperre, ab da durften wir nur noch zum Einkaufen raus, wenn wir zur Bank, zum Arzt oder zur Apotheke mussten oder für eine kurze sportliche Aktivität. Anfangs hat mich die Situation sehr mitgenommen und ich habe schnell Heimweh bekommen, denn – wie wahrscheinlich jeder von uns – war ich zuvor noch nie in einer solchen Extremsituation und wollte nichts mehr, als meine Freunde von zu Hause und meine Familie um mich zu haben und zu Hause in Deutschland, in meiner größten Komfortzone, zu sein. Rückblickend kann ich aber sagen, dass die Situation uns Freiwillige sehr zusammengeschweißt hat und ich unglaublich dankbar dafür bin, die Erfahrung in dieser Umgebung gemacht haben zu dürfen. Natürlich bin ich super traurig darüber, dass ich letztendlich eher vier, anstatt sechs Monate gearbeitet habe, dass ich an einem Tag die Kinder aus meiner Gruppe auf der Arbeit zum letzten Mal gesehen habe, ohne dies zu wissen. Dass ich die Ideen, die ich für die Arbeit noch im Kopf hatte nicht mehr umsetzen konnte. Dass ich nicht mehr die Dinge sehen und erleben konnte, die ich mir noch fest vorgenommen habe. Doch rückblickend weiß ich, dass ich aus meinem Freiwilligendienst das Beste gemacht habe, nichts daran ändern würde und, das Wichtigste: ich werde irgendwann zurückkommen und alles machen, was ich jetzt nicht konnte.

 

 


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