Wunderschöne bergige Landschaften, mit Schnee bedeckt und touristenleer.

So kann man sich den Norden Rumäniens vorstellen. Teile der „Bukovina“ im Nord-Osten und das Gebiet „Maramureş“ gelten als die schönsten ganz Rumäniens. „Da wo die alten Traditionen noch erhalten sind“, erzählen mir die Menschen.

Um die Weihnachtsferien herum, als es nun doch nicht möglich war, nach Hause zu fahren, entschlossen sich einige Freiwillige aus meinem Projekt zwar über die Feiertage noch hier im Dorf Mărăşeşti im Südwesten Rumäniens zu bleiben, um sich dann auf den Weg zu machen. Wir wollten mehr vom Land und seinen Menschen kennenlernen.Nach den gemeinsam verbrachten Festtagen mit leckeren traditionellen Gerichten und einem gemeinsamen, weihnachtlichen Zusammensein, machten sich die meisten schon auf den Weg. Mit vier weiteren Freiwilligen entschied ich mich, den Norden Rumäniens zu erkunden.

Zu allererst mieteten wir ein Auto in einer im Norden gelegenen größeren Stadt und begannen von dort aus unsere Reise ins Unbekannte. Trotz der Pandemie ermöglichte es uns diese Art zu reisen, Acht auf die Restriktionen zu geben und dennoch einen neuen Blickwinkel auf das Land und das Leben dort zu erhalten. Wir starteten also im Nord-Westen und durchquerten nun die Region, welche für ihre alten und wunderschön bemalten Klöster bekannt war. An Dörfern und Feldern vorbei, über matschige Feldwege und hin zu den UNESCO-Welterbe Klöstern. In den Dörfern verkauften die Klosterschwestern ihre selbsthergestellten Produkte und so wurden wir auf unterschiedliche traditionelle Handwerke aufmerksam, denen in den Dörfern bis heute nachgegangen wird.

 

 

 

 

 

 

 

Nach ein paar weiteren Tagen in der hügeligen Landschaft, einer Fahrt mit einer Dampflok und etlichen Schneeballschlachten in den Bergen, ging es über die Berge hinweg in die Region Maramureş. Sie gilt als die wohl schönste und authentischste Region ganz Rumäniens und wird von den meisten als abgeschieden bezeichnet. Uns wurde gesagt, dort würden die wirklich „richtigen“ Rumän*innen leben. Die Menschen sollen dort sehr herzlich sein, die Umgebung beeindruckend und am wichtigsten: dort stehen die auch UNSECO geschützten, jahrhundertalten Holzkirchen. Jeder, der mal dort war, kann diesen besonderen „Flair“ spüren. Man fühlt sich, als wäre man nicht mehr in Rumänien selbst, sondern in einem anderen Land. Wunderschöne Gebirge, kleine Dörfer mit ihren kleinen besonderen Traditionen und Museen und der guten traditionellen rumänischen Küche. Ich war beeindruckt von der von Bräuchen gezeichneten Gegend. Doch am meisten faszinierten mich die Menschen dort. Sehr herzlich, offen und zuvorkommend und obwohl keiner von ihnen Englisch sprach, kamen wir mit unserem brockenhaften Rumänisch immer sicher ans Ziel oder wurden auf ein Gläschen vom hauseigenen „Horinka“ eingeladen.

 

Nach einer 10-tägigen Reise, durch die mir noch unbekannte Gegend Rumäniens kann ich nur zusammenfassen, dass das in Deutschland häufig vorurteilsbehaftete Rumänien viel mehr zu bieten hat, als wohl die meisten glauben würden. Neben Natur findet man hier noch die alten gut erhaltenen Traditionen, schöne kleine Dörfer, gute klassische Gerichte und natürlich freundliche Bewohner*innen. Ein Besuch lohnt sich, um diese Regionen kennenzulernen und jedem Vorurteil das Gegenteil zu beweisen.

 


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