Nach nun schon 3 Monaten hier auf Madeira, dachte ich mir es wäre mal an der Zeit auch etwas über mein eigentliches Projekt, meine Arbeit hier auf Madeira zu berichten.

Das Projekt selbst wird von der Universität Madeiras geleitet und wurde primär dafür gegründet das Erbe Madeiras und vor allem die Geschichte von Funchal zu erhalten und mit Menschen aus aller Welt zu teilen und so zu verbreiten.

Diese Menschen aus aller Welt sind in diesem Fall die Touristen. Denn Touristen empfängt Madeira, anders als manche balearischen Inseln, das gesamte Jahr über. Und so wird die Stadt regelmäßig hauptsächlich von Kreuzfahrttouristen geflutet. Riesige Kreuzfahrtschiffe, die dann hier im Hafen liegen und ihre Besatzung in die Stadt entlassen.

Die Hauptsaison verteilt sich hier einmal auf den Zeitraum von Weihnachten bis Silvester und beginnt dann wieder mit dem Festa da Flor im Mai. Alles andere wird als Nebensaison bezeichnet.

Das Projekt selbst wird von der Universität Madeiras geleitet und wurde primär dafür gegründet das Erbe Madeiras und vor allem die Geschichte von Funchal zu erhalten und mit Menschen aus aller Welt zu teilen und  so zu verbreiten.

Soviel zum kurzen Überblick über die generelle Situation.

Marli, Madeira, 3

Die Arbeit von uns Freiwilligen besteht darin die Geschichte, die Vergangenheit und Gegenwart von Funchal mit eben diesen Touristen zu teilen. Jeder Freiwillige, der ankommt erhält als erstes eine Basisinformation über die gesamte Geschichte und wird darauf folgend dann einer der vielen Touren zugeteilt, die wir anbieten. Meistens hat man so ungefähr einen Monat Zeit diesen Stoff zu verinnerlichen, muss dann eine erste Stadtführung als eine Art Test absolvieren und kann dann, sofern dieser Test gut verlaufen ist, auf die Touristen losgelassen werden.

Momentan sind wir 15 Freiwillige aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Liechtenstein, Island, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Genauso multikulturell, wie wir sind auch unsere Touristen, weshalb es wirklich gut ist, dass wir so viele verschiedene Nationalitäten vertreten und die Touren somit in 5-6 Sprachen anbieten können.

Wenn eine Tour gebucht wurde, können wir das durch unseren Online-Kalender erfahren und uns schon mal mental auf Sprache und Leute einstellen. Trotzdem können auch jederzeit spontan Touren verkauft werden, worauf man dementsprechend auch immer vorbereitet sein muss…

Anfangs ist man natürlich noch ziemlich unsicher, diese Touren zu geben. Vor allem wenn man einen unserer großen Stadtrundgänge gibt, bei dem man dann auch 2 Stunden am Stück Konversation betreiben und Informationen an die Touristen geben muss. Daran muss man sich sich erstmal gewöhnen. Allerdings kann ich auch sagen, dass das wirklich schneller geht als man denkt. Die meisten Touristen sind nämlich einfach unheimlich freundlich und geben dir schon ab der ersten Minute das Gefühl, dass sie sich wirklich für das interessieren, was du sagst…Ein schönes Gefühl und äußerst hilfreich, um diese Touren auch entspannt und gelassen geben zu können. Denn ein bisschen Entspannung und Humor schadet nun wirklich nicht.

Meist gibt jeder von uns um die ein bis zwei Touren am Tag. Die Zeit, in der wir keine Tour haben verbringen wir hauptsächlich im Jesuiten-Kolleg Funchals, welches somit unser Haupt-Arbeitsplatz ist. In diesem Kolleg ist heutzutage die Administration der Universität untergebracht, während es früher sogar das ganze Universitätswesen beherbergt hat.

Von diesem Punkt aus gehen wir dann, sobald wir für eine Tour gebraucht werden zu einem Einkaufszentrum ganz in der Nähe dieses Kollegs. Dieses ist der Startpunkt unserer großen Stadtführungen, während das Kolleg der Punkt ist, wo alle unsere Touren enden. Höchstwahrscheinlich so gedacht, damit man die Touristen nach Ende der Tour noch ganz charmant in den von der Universität geleiteten Shop mit lokalen Produkten bringen kann, welcher ebenfalls im Jesuiten-Kolleg untergebracht ist.

Ansonsten sind weitere Dinge, die im Rahmen des Projekts in unser Aufgabengebiet fallen unter anderem die Touren promoten bzw. Flyer verteilen, Touristen im Rathaus willkommen heißen, Übersetzungen für File und Werbung schreiben oder auch Lieferungen für Universität und Shop ausführen.

Das Projekt ist, um das mal zusammen zu fassen vor allem für Freiwillige gedacht, die ein großes historisches Interesse haben, die ihr Wissen gerne erweitern und auch kein Problem damit haben mit fremden Leuten zu sprechen und das Wissen mit diesen zu teilen. Für mich persönlich ist letztes sogar das schönste an diesem Projekt. Denn natürlich ist es schön generell viel zu wissen und sein Wissen zu mehren, aber noch schöner ist es ganz klar mit dem Gelernten beeindrucken zu können :). Außerdem ist es auch unglaublich interessant, die Menschen aus aller Welt zu treffen uns so auch etwas über deren Kultur, deren Land und deren Sprache zu erfahren. Es ist ein Austausch zwischen Menschen, der sich nicht allein auf die Geschichte von Funchal beschränkt, sondern der ohne Frage weit darüber hinaus reicht.

„Kunst ist der beste Weg, die Kultur der Welt zu begreifen“, sagte schon Pablo Picasso; doch für den Anfang tut’s auch Geschichte, finde ich…

Marli,Madeira, 3

 

 


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