Wow, nun bin ich schon drei Monate hier in Xylokastro, Griechenland (eine kleine Stadt gelegen am Golf von Korinth). Das heißt schon die Hälfte meines Freiwilligendienstes ist vorbei. Die Zeit vergeht hier wie im Flug. Ich habe bereits schon viel von der griechischen Kultur und Mentalität kennengelernt. Dabei sind mir auch einige Unterschiede zu Deutschland aufgefallen.

Als ich Anfang September hier angekommen bin und das erste Mal meine neue Wohnung betreten habe, ist mir direkt, etwas für mich sehr ungewöhnliches, aufgefallen. Denn im Badezimmer habe ich ein Schild entdeckt mit den Worten: „don‘t throw paper into the toilet“ (Schmeiße das Klopapier nicht in die Toilette). Da ich noch nie zuvor in Griechenland war, hat mich dies erstmal sehr verwirrt. Ich muss zugeben, zuerst dachte ich, es sei ein Scherz. Später wurde mir dann aber erklärt, dass das hier überall so ist. Die Rohre sind nämlich zu klein und verstopfen daher sehr leicht.

Was mir ebenfalls schnell aufgefallen ist, war die große Anzahl an obdachlosen Hunden und Katzen. Wenn man auf den Straßen in Griechenlang unterwegs ist, begegnet man ihnen fast überall.  Sie leben auf der Straße und überleben nur von der Nahrung, die sie von manchen Menschen bekommen.

Ein weiteres großes Problem hier ist der Müll. Überall auf der Straße, am Strand und auch im Wald liegt er herum. Und nicht nur Plastik und Papier, nein, auch Matratzen, kaputte Stühle oder kaputte Fernseher sieht man rumliegen. Außerdem hat hier nicht jeder seine eigenen Mülltonnen, sondern alle paar Häuser gibt es Müllcontainer, wo man seinen Müll entsorgen kann.

Außerdem ist der Straßenverkehr hier in Griechenland einfach nur verrückt. Man muss wirklich aufpassen, nicht überfahren zu werden. Das Parken ist auch eine Sache für sich, denn viele parken, wo sie wollen und meistens auch in zweiter Reihe. Zum Beispiel wenn sie sich einen Kaffee holen wollen, dann stellen sie ihr Auto einfach direkt vor den Laden und holen sich ihren Kaffee. Da ist es egal, ob jemand anderes noch mit seinem Auto vorbeikommt. Mit den Bussen ist es nicht anders. Dazu kommt noch, dass die Bushaltestellen nicht als solche gekennzeichnet sind. Man bekommt also das Gefühl, dass der Busfahrer einfach dort hält, wo die Person aussteigen will oder wo eine Person ihm auf der Straße zuwinkt. Da ich jeden Tag mit dem Bus zur Arbeit fahre, gewöhne ich mich langsam daran, aber zu Beginn war es schwierig meine „Haltestelle“ zu finden, denn es ist einfach nur eine Ecke.

Zur Essenskultur gibt es einiges zu erzählen. Die Griechen essen sehr viel Fleisch und Fisch. Viele ihrer traditionellen Gerichte sind gegrillt oder frittiert, wie zum Beispiel Moussaka, Saganaki oder Souvlaki. Im Restaurant gibt es immer kostenlos Wasser zum Trinken. Das Essen dauert meistens sehr lange und ist sehr ausgiebig mit der ganzen Familie. Was die Griechen auch noch sehr lieben ist Kaffee. Jeder hat ständig einen Kaffeebecher in der Hand und sie lassen sich diesen sogar zu ihrer Arbeit liefern.

Was mir auch ziemlich schnell klar geworden ist: Die Griechen sind sehr gelassen. Sie hetzen nicht umher, sondern gehen alles langsam an. Aus diesem Grund sind sie meistens auch eher unpünktlich. Wenn es heißt, wir treffen uns um 9 Uhr, dann kann es schon mal vorkommen, dass die andere Person erst nach einer Stunde auftaucht. Nichtsdestotrotz, alle Griechen, die ich bisher kennenlernen durfte, waren sehr offen und freundlich. Auch wenn sie dich nicht kennen, bauen sie sofort eine Konversation auf und erzählen dir ihre ganze Lebensgeschichte.

Meiner Meinung nach kann man sich von der griechischen Langsamkeit und Gelassenheit wirklich eine Scheibe abschneiden. Jedoch sollte man es damit natürlich nicht übertreiben. Jede Kultur ist anders und es braucht seine Zeit, bis man sich an diese gewöhnt. Ich jedenfalls finde es super hier und freue mich auf die nächsten drei Monate in Griechenland.


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