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Die Fahrradfahrer bei der Tour de France

Irgendwann in der Zeit vor dem Lockdown bin ich mit der europäischen Fahne durch Paris gelaufen. Eigentlich nur wegen einer Wette mit meinem Mitbewohner, aber die Reaktionen waren toll. Ein Jogger, der uns zurief „Nous sommes tous des Européens“, die Türsteher der teuren Läden der Champs-Elysées, die uns ihre Zustimmung zeigten… Sie sind mir fast drei Monate später immer noch alle in Erinnerung geblieben. Genauso wie dieser Sonntag in Paris. Mit zwei weiteren Freiwilligen wollte ich mir die Tour de France ansehen. Nach zwei Stunden durch Paris irren und Diskussionen mit Polizisten, ob man sich 2020 die Tour de France auch ohne VIP-Einladung angucken kann, sind wir direkt vor dem Arc de Triomphe gelandet. Selbstverständlich haben wir direkt die europäische, die deutsche und die italienische Fahne aufgehängt. So kamen wir mit etlichen Leuten ins Gespräch, auch mit einem Briten, der gerne betonte, dass er gegen den Brexit gestimmt hatte. Das hat die sieben Stunden des Wartens in der prallen Sonne erträglicher gemacht. In dem Moment war die Hitze unerträglich, aber mittlerweile erinnern wir uns an den Tag als den letzten Tag des Sommers. Zwischendrin wurden wir alle fürs Fernsehen interviewt, ich weiß nicht mal mehr, für wen. Aber der Reporter war begeistert davon, dass wir alle aus unterschiedlichen Ländern ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, ESK, Europaeischer Freiwilligendienst, Europaeischer Solidaritaetskorps, Erasmus+, Frankreich, Fenja, Fenja S in Frankreich, Paris, Fahnen, Tour de France, Europa, EU, Europaeische Union, Champs-Elyséeskamen. Als die Fahrradfahrer endlich kamen, war die Stimmung super. Und auch danach war es großartig. Aus Faulheit, die Fahnen vernünftig wieder einzupacken, bin ich mit allen drei Fahnen durch Paris gelaufen, bis zum Bahnhof. Ich glaube, ich wurde noch nie von so vielen Menschen auf einmal fotografiert.

Eigentlich war das das Aufregendste, was seit meinem letzten Eintrag passiert ist. Nicht mal einen Monat später war ich auf einmal in Quarantäne. Meine komplette WG war Corona-Verdachtsfall, meine Mitbewohnerin wurde positiv getestet, eine Woche Quarantäne. Dachten wir. Nach einer Woche war eine andere Mitbewohnerin positiv. Und so verbrachten wir einen Monat zuhause. Eine echte Quarantäne also, wie mein Tutor meinte. Eine echte Quarantäne, die am Anfang gar nicht so leicht war. Sechs Leute in einem Haus, das sie nicht verlassen dürfen, und die Nerven liegen blank, es gibt bessere Kombinationen. Am Ende haben wir das Beste draus gemacht. Wir haben zusammen gekocht, Filme geschaut, Spiele gespielt. Was ich gelernt habe, ist, dass Italiener aus verschiedenen Regionen sich nicht einig sind, wie man Pizza denn jetzt richtig macht. Das hat aber den Vorteil, dass ich meine „Fehler“ immer auf die Anderen schieben kann.

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Französisches Gebäck als Belohnung nach der Quarantäne

Nach dem Ende meiner Quarantäne konnte ich zum Glück, trotz Lockdown, wieder arbeiten gehen. So lieb ich meine Mitbewohner auch habe, nach vier Wochen mal für ein paar Stunden andere Leute zu sehen, das tut gut. Vor einer Woche wurden die Regeln in Frankreich ein bisschen gelockert. Ich darf also wieder einkaufen gehen, um die französische Wirtschaft zu stärken. Ich muss es auch tun, weil ich immer noch kein Geschenk für das Wichteln mit meiner WG habe.

In zwei Wochen sind Weihnachtsferien. Dann sind seit meiner Ankunft in Frankreich schon vier Monate vergangen. Es kommt mir gleichzeitig so vor, als wäre ich schon viel länger hier und als wäre ich gestern erst in Deutschland in den Zug gestiegen. Zeit ist eine verrückte Sache.

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Ich beim Warten auf die Ankunft der Fahrradfahrer bei der Tour de France in Paris

Ci-joint, je suis désolée de ne pas avoir te mentionné à la télé, Ludo. C’est pourquoi tu dois devenir célèbre ici. Même si tu ne comprends pas le reste du texte. <3

 

 

 

 

 


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