ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst/Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, ESK, Erasmus+, Polen, Colin Pickelmann

Vor einigen Wochen habe ich mir die Haare schneiden lassen und damit das erste Mal wieder seit sieben Jahren. Ich bin der Meinung, mit langen Haaren besser auszusehen als mit kurzen, doch ich will sie spenden. Zum Glück ist das in Polen relativ leicht möglich. Trotz dessen bin ich dankbar dafür, dass mich meine Mentorin Kasia dabei unterstützt hat, eine entsprechende Stelle für meine Haarspende zu finden.

Bei der Organisation „Rak’n’Roll“, an die ich spenden will, müssen einige Vorgaben erfüllt sein. Die Haare müssen beispielsweise mindestens 25 cm lang und sie müssen natürlich beim Verschicken komplett trocken sein, damit sie nicht schimmeln können. Hinter dem Namen Rak’n’Roll verbirgt sich zudem eine Anspielung auf die Menschen, für die sich die Organisation einsetzt: Rak bedeutet vom Polnischen ins Deutsche übersetzt nichts anderes als Krebs. Für Rak’n’Roll kann man eben Haare, aber auch Geld spenden und damit an Krebs erkrankten Menschen so gut es nun mal geht „passiv“ helfen.

Auf der Homepage von der Organisation konnte ich online ein Formular ausfüllen und danach auf polnisch etwas dazu durchlesen, wie etwa meine Daten verarbeitet werden. Es ist nicht das interessanteste Thema, aber ich habe mir trotzdem zu diesem Anlass Vokabeln aufgeschrieben, von denen ich die meisten frühestens wahrscheinlich in ein paar Jahren wieder brauchen werde, wenn überhaupt. Im Anschluss daran habe ich bei einem Copy Shop eine Erklärung ausdrucken lassen, diese unterschrieben und sobald die Post wieder geöffnet hat, werde ich meine Haare zu guter Letzt verschicken, in der Hoffnung, dass sie zu einer Perücke verarbeitet und jemandem gegeben werden, der sich noch mehr darüber erfreuen kann als ich.

ODI, Open Door International e. V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwilliger, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst/ Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, ESK, Erasmus+, Polen, Colin Pickelmann

 

ODI, Open Door International e. V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst/ Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, ESK, Europäischer Solidaritätskorps, Erasmus+, Polen, Colin Pickelmann

Aller Voraussicht nach kann ich Anfang Februar noch nicht zurück zur Bibliothek, doch Museen und Einkaufszentren öffnen immerhin wieder. Ich werde wahrscheinlich ohnehin die meiste Zeit daheim bleiben, hin und wieder einkaufen und in nahe gelegenen Wäldern spazieren gehen. Außerdem war ich vor zwei Wochen mit einem weiteren Freiwilligen aus Griechenland, der Bill heißt, und einigen anderen Leuten bei einem See unterwegs.

ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst/Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, ESK, Erasmus+, Polen, Colin Pickelmann

Wir sind drei Stunden lang gelaufen und weil der See zugefroren war, haben wir uns auf die große, dicke Eisplatte dort gestellt. Sie hat das Gewicht von uns allen ausgehalten, was mich persönlich sehr überrascht hat.

Zum Glück kann ich relativ gut dafür sorgen, dass mir selbst nicht allzu schnell langweilig wird: Ich habe damit begonnen, täglich mindestens fünfzig polnische Vokabeln zu wiederholen. Karteikarten wie ich sie aus Deutschland kenne, habe ich zwar nicht gefunden. Dafür bin ich sehr froh um Emilys Empfehlung gewesen, zu einem Laden namens „Flying Tiger“ zu gehen. Dort kann man alles Mögliche zum Basteln oder Schreiben kaufen – und etwas, das zumindest vom Format her Karteikarten sehr ähnelt.

Am Donnerstag vor eineinhalb Wochen bin ich mit der Überarbeitung meines Buches fertig geworden und habe dafür gut vier Monate lang gebraucht. Weil ich so viel Zeit und Herzblut darin investiert habe, bin ich vom Endergebnis sehr begeistert. Das Manuskript umfasst in diesem „finalen“ Zustand knapp 750 Seiten und mir ist es gelungen, eine dramaturgische Struktur zu entwickeln, sodass es beim Lesen immer schön unterhaltsam und selbstverständlich ebenso spannend bleibt.

Vor einer Woche am Montag war ich bei einem Tattoo-Studio, um anzufragen, ob ich mir dort das Logo meiner Lieblingsband „Periphery“ auf den Rücken stechen lassen kann. Das Studio heißt „Alter Familia“. Emily hat mir erzählt, dass sie dort war, als sie sich mit Klara vor einigen Monaten Piercings ins Ohr hat stechen lassen. Ich habe mich etwas über Alter Familia informiert und habe wissen wollen, wann ich mir denn das Logo dieser einen progressive metal band stechen lassen könnte. Umstandslos konnte ich einen Termin vereinbaren, um etwas über meine Vorstellungen vom Tattoo zu reden. Als feststand, was ich genau haben wollte, habe ich erfahren, dass ich mich einen Tag später direkt tätowieren lassen könnte.ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst/Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, ESK, Erasmus+, Polen, Colin Pickelmann Von dieser Information war ich etwas überfordert, aber ich habe den Tag damit verbracht, etwas darüber nachzudenken und mich schließlich dazu entschieden, dass mir das passen würde. Meine Tätowiererin Ula hat ununterbrochen ruhig auf mich eingeredet, weil ich vermutet habe, dass es ein sehr schmerzhafter Prozess sein würde – was es letztendlich gar nicht war, wenn man von den ersten paar Minuten und gelegentlichen Schmerzen zwischendurch absieht. Drei Stunden war ich dort, in denen mich Ula tätowiert hat. Wir haben ständig etwas Smalltalk geführt, worum ich sehr froh war; es hat sehr dazu beigetragen, dass ich mich entspanne. Mein Zimmergenosse Johannes war vor wenigen Wochen beim Friseur und hat mir davon erzählt, dass sich die Menschen dort kaum miteinander unterhalten haben, aber die Situation im Tattoo-Studio war eben erfreulicherweise anders. Ula hat mich wissen lassen, dass ich gerne wieder bei ihnen vorbeischauen kann, und wenn es mir dabei nur darum geht, über die Pflege des Tattoos zu reden … oder darüber, welches ich mir als nächstes stechen lassen will …


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Related Posts

Nele S. in Estland

Meine ersten sechs Monate in Estland

Tere!/Hallo! Ich bin nun schon seit mehr als 6 Monaten in Tallinn, der Hauptstadt Estlands, was bedeutet, dass mir nur noch 4 Monate meines ESK‘s bleiben. Die Zeit bis jetzt ist so schnell vergangen… Mein Weiterlesen

ESK 2020-21

Frankreich und so eine Art von Lockdown

Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass mir die Zeit davon rennt. Mehr als die Hälfte meines ESKS ist schon vorbei und wenn ich Aktivitäten für die nächsten Wochen plane, merke ich, dass etwa vier Monate Weiterlesen

Colin P. in Polen

Frühling im Winter

In letzter Zeit ist es in Gdynia, wo ich ja wohne, wärmer geworden. War es vor einigen Wochen -15° Celsius kalt, ist die Temperatur inzwischen schon wieder über den Gefrierpunkt geschritten. Mir gefällt die Kälte Weiterlesen