Mein Aufenthalt hier in Spanien ist wie im Flug vergangen und ich kann kaum glauben, dass es schon 7 Monate her ist seit ich ins Flugzeug gestiegen bin. Zu der Zeit hatte ich noch keine Ahnung was alles auf mich zukommen wird und war aufgeregt in einem fremden Land zu wohnen und eine neue Arbeit mit neuen Leuten kennenzulernen.

Mein Projekt 

Schon bei der Ankunft bin ich auf die anderen Freiwilligen getroffen, mit denen ich dann auf unsere Tutoren gewartet habe, die uns nach Tàrrega brachten. Wir leben zu acht in einer WG und haben uns zum Glück von Anfang an super verstanden, was es einfacher gemacht hat sich einzuleben. Gleichzeitig finde ich es spannend mit Leuten aus Albanien, Frankreich, Italien, Aruba und der Türkei zusammenzuleben. Ich habe schon ganz verschiedenes Essen probiert und viel über die Kulturen gelernt.

Die ersten paar Wochen konnten wir dann die Organisation „Associació Alba“ kennenlernen und haben auch schnell angefangen zu arbeiten. Obwohl die ersten Tage etwas überfordernd waren, ging die Eingewöhnung sehr schnell. Bald wusste ich wie ich am besten mit den Kindern umgehe und es begann mir Spaß zu machen.

Annika, Spanien, ODI, Alba, EFD, Freiwilligenblog, Frewilligendienst, Erasmus+

Mein Hauptprojekt ist in einer Schule, die für Kinder mit Behinderungen ausgelegt ist. Dort helfe ich in verschiedenen Klassen mit. Beispielsweise füttere ich Kinder, die Hilfe brauchen, gehe mit einigen im Park spazieren, spiele mit ihnen oder helfe beim Schreiben oder Rechnen. Was mir mit am Besten gefällt ist, mit einer Gruppe zur Musikschule zu gehen, wo wir versuchen Trompete zu lernen. Generell habe ich jeden Tag andere Aufgaben in verschiedenen Klassen und ab und zu werden auch zum Beispiel Wochenendausflüge veranstaltet. Dabei verbringt man den ganzen Tag mit einer Gruppe Kindern und Erwachsenen der Organisation und lernt so die Leute noch besser kennen.

Neben der Arbeit dort, bin ich auch in einem Wohnheim für Erwachsene mit Behinderung, wo ich hauptsächlich bei den Mahlzeiten helfe. Ich habe auch die Möglichkeit außerhalb der Organisation in einer Highschool Englisch Unterricht zu geben, was eine schöne Abwechslung im Alltag ist.

Nach einiger Zeit im Projekt wurde ich selbstständiger und konnte meine eigenen Ideen einbringen. Eine große Hilfe waren dabei auch meine Kollegen, die mir alle Fragen beantwortet haben und mir auch immer dabei helfen mein spanisch zu verbessern. Generell hatte ich keine großen Sprachprobleme, da ich schon in der Schule spanisch hatte. Allerdings sprechen hier alle katalanisch und ich habe einige Wochen gebraucht, um mich daran zu gewöhnen, aber inzwischen verstehe ich den Großteil.

Besondere Momente

Highlights bei der Arbeit waren besondere Feste, wie zum Beispiel die Castanyada, also Halloween, wofür wir die Schüler geschminkt haben und Panellets (katalanisches Gebäck für dieses Fest) gebacken haben. In der Weihnachtszeit wurden viele gemeinsame Essen vorbereitet und mit den anderen Freiwilligen in meinem Projekt haben wir in unserem Wohnzimmer einen Mini-Weihnachtsbaum mit dem „Tío de nadal“ aufgestellt. Die für mich schönste Tradition sind die heiligen drei Könige. Wir durften auch bei einem Umzug, der hier typischerweise veranstaltet wird, mitmachen und wurden dazu als Könige verkleidet. Es war so schön zu sehen, wie sich die Kinder freuen, wenn man Süßigkeiten an sie verteilt während man mit geschmückten Wagen durch die Straßen läuft. Ein ganz besonderes Erlebnis war danach, als wir in kleinen Gruppen zu Familien gefahren sind und den Kindern ihre Weihnachtsgeschenke gebracht haben. Bevor ich hierher kam, wusste ich nichts von diesen Traditionen und ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte so nah dabei zu sein.

Ich kann auch sagen, dass mir nicht nur die Feste und Traditionen in Katalonien gefallen, sondern auch der etwas andere Alltagsrhythmus. Anfangs war es schon seltsam wie spät hier gegessen wird und dass die Läden zur Siesta Zeit geschlossen sind. Ich habe aber bald gemerkt, dass man zwar nachmittags kaum Leute in der Stadt sieht, dafür aber abends noch gemütlich in einer Bar sitzen kann und so gut mit Leuten aus dem Ort ins Gespräch kommt. Immer wieder wurden Karaoke Abende oder kleine Partys veranstaltet, wo wir Freiwilligen mit ein paar Kollegen und Freunden coole Abende verbracht haben.

Annika, Spanien, ODI, EFD, Freiwilligenblog, Freiwilligendienst, Erasmus+

Nach etwa 2 Monaten hatten wir dann unser On-Arrival-Training (hier ist das Bild mit meinen Mitfreiwilligen entstanden), was eine ganz besondere Zeit für mich war. Dort konnten wir uns über die ganzen neuen Erfahrungen austauschen und ich habe mich mit einigen anderen Freiwilligen angefreundet. Das war für mich der Startschuss für viele schöne Reisen, die wir zusammen unternommen haben, um uns gegenseitig zu besuchen und um Katalonien und die Umgebung besser kennenzulernen. Wir waren unter anderem in Girona, Barcelona, Lleida, Valencia und in Andorra. Für mich ist es schön nicht nur die Mitfreiwilligen zu haben, sondern auch andere Freunde, die ähnliche Erfahrungen in anderen Projekten haben und mich immer wieder motivieren, Projekte die sie machen für meine Organisation vorzuschlagen oder was zu unternehmen.

 

Insgesamt kann ich sagen, dass ich froh bin in diesem Projekt gelandet zu sein, da sowohl unsere Tutoren als auch die Kollegen und meine Mitfreiwilligen immer für einen da sind und viele zu guten Freunden geworden sind. So macht mir nicht nur meine Arbeit Spaß, sondern auch unsere Freizeit, in der wir viele lustige Abende zusammen verbracht haben. Ich habe in der ganzen Zeit auf jeden Fall sehr viel über die Arbeit mit Menschen mit Behinderung, aber auch über mich selbst gelernt und kann vieles aus der Zeit hier für die Zukunft mitnehmen. 🙂

Annika, Spanien, ODI, EFD, Freiwilligenblog, Freiwilligendienst, Erasmus+

Dieses Bild ist bei einer Wanderung von der katalanischen Stadt Vic aus entstanden, die ich mit Freunden vom On-Arrival-Training unternommen habe.

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Related Posts

ESK 2019-20

Als Reisen noch selbstverständlich waren…

Seit meinem letzten Beitrag ist hier in Griechenland, wie wahrscheinlich auch an den meisten anderen Orten, ziemlich viel passiert. Dazu aber am Ende dieses Blogbeitrags mehr, vorerst möchte ich über meine schönsten Reisen durch Griechenland Weiterlesen

ESK 2019-20

ESK mit Corona im Nacken

Jaja, Corona hier, Corona da. Überall Corona. Nirgendwo kann man mehr hin, ohne dem nervigen (und gefährlichen) Virus in irgendeiner Weise zu begegnen. So hat auch Litauen strikte Maßnahmen ergriffen, um die Pandemie im Land Weiterlesen

Anna D. in Frankreich

Eine ganz besondere Reise in den Süden Frankreichs

Wenn mir jemand zu Beginn des Freiwilligendienstes gesagt hätte, dass ich mit einer Person, die ich zu diesem Zeitpunkt einmal flüchtig gesehen hatte, wochenlang in meinem Appartement in St Brieuc eingesperrt sein würde und den Weiterlesen