Nun bin ich schon seit vier einhalb Monaten in Italien und mein Freiwilligendienst geht nur noch weniger als zwei Monate. Inzwischen habe ich mich wirklich gut eingelebt; die Arbeit ist mir mittlerweile vertraut, ich kann mich mehr oder weniger gut verständigen, kenne die Gegend einigermaßen und verstehe mich mit meinen Mitfreiwilligen sehr gut.

Die Freiwilligen, die hier waren als ich angekommen bin, sind inzwischen alle nicht mehr da. Dafür sind fünf neue angekommen. Ein Mädchen aus Kroatien, die nur zwei Wochen nach mir ihren Freiwilligendienst begonnen hat und von der ich ja auch schon beichtet habe, zwei Mädchen aus Spanien, die vor ca. zwei Monaten angekommen sind und eine Französin und eine weitere Spanierin, die erst seit ca. drei Wochen hier sind. Damit sind wir sozusagen kompett, was vorher noch nie der Fall war.

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Ich hatte erst ein bisschen Angst davor, dass die beiden Freiwilligen, die vor mir schon hier waren, gehen, da diese sich hier besser auskannten und mir so helfen konnten. Aber inzwischen finde ich es gut, so wie es ist, da sie eben weil sie schon länger hier waren, auch schon fast alles kannten und wir neuen können gemeinsam die Sachen entdecken und haben auch schon viele schöne Sachen zusammen gemacht. Außerdem fühle ich mich mit ihnen auch mehr wie zu Hause. Wir schauen oft Filme zusammen, gehen einen Kaffee trinken oder reden einfach nur. Wir haben angefangen einmal die Woche ein Gericht aus einem unserer Länder zusammen zu kochen (sonst bekommen wir hier ja Essen). Ein Spanisches Gericht (Tortilla de patatas) und ein Französisches (Crêpes) hatten wir schon. Nächstes Mal ist ein Deutsches an der Reihe.

Vor ungefähr zwei Monaten haben wir noch andere Freiwillige kennengelernt, die in Luserna und Umgebung ihren Freiwilligendienst absolvieren und uns seitdem ein paar mal mit ihnen getroffen. Zum Beispiel waren wir letztens mit drei anderen deutschen Freiwilligen Schlittschuh laufen und nach dem Italienischkurs waren wir mit drei Freiwilligen aus Torre Pellice Kaffee trinken.

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Wie ich ja schon berichtet habe, arbeite ich hier in Rifugio im Tageszentrum, wo die Besucher noch vergleichsweise fit sind und nur von 9:30 Uhr bis 16:00 Uhr da sind. Inzwischen ist meine Arbeit schon ziemlich zur Rutine geworden und ich kann mich mit den alten Menschen unterhalten und somit auch mehr mit ihnen machen. Sie sind mir, und manche besonders, schon richtig ans Herz gewachsen und ich freue mich jedes mal wenn ich sie wiedersehe. Jeder hat so seine Macken und Eigenheiten und es ist teilweise sehr lustig. Auch sind sie sehr verschieden. Manche reden fast gar nicht, andere sehr viel, für die einen ist es inzwischen ganz natürlich da zu sein und wissen genau, wann sie wieder abgeholt werden, andere sind teilweise vestört, weil sie zwischendurch nicht wissen, wo sie sind oder fragen die ganze Zeit, wann sie wieder abgeholt werden. Das Schöne ist wirklich, dass sich die alten Menschen immer freuen, wenn sie mich oder eine der anderen Freiwilligen sehen und auch, wenn sie vorher trüb geschaut haben, anfangen zu lächeln.

Auch verstehe ich mich mit den Pflegern in der Tageseinrichtung sehr gut und es herrscht generell eine gute Atmosphäre. Was schade an der Arbeit dort ist, ist dass ich nicht so viel mit den anderen Freiwilligen zusammen arbeite, aber es ist der richtige Ort für mich und ich sehe sie ja auch sonst viel. Die anderen haben teilweise Sachen in dieser Richtung studiert und bringen tolle Ideen für Aktivitäten mit, die sie mit viel Spaß und Liebe umsetzen. Ich bin wirklich glücklich, dass wir so ein tolles Team sind. Sowohl von den Freiwilligen, als auch von unseren Anleitern, die uns als vollwertige Mitglieder sehen und immer glücklich über neue Vorschläge und Ideen sind.

An Weihnachten war ich für zehn Tage zu Hause und es war sehr schön, meine Familie und Freunde wiederzusehen und einfach die Vertrautheit von meinem Zuhause zu haben. Auch wenn ich mich gefreut habe, wieder nach Italien zurückzukehren und  Rifugio, die Berge und meine Mitfreiwilligen wiederzusehen, war ich doch auch traurig wieder Abschied von zu Hause zu nehmen und nach diesem Besuch war es erstmal wieder ein bisschen schwerer. Inzwischen ist es aber wieder besser geworden und ich freue mich sehr, diese anderthalb Monate noch hier zu sein und das Leben hier genießen zu dürfen.

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