Die Weihnachtsstimmung hat nun auch unsere kleine WG in der Normandie gepackt.

In den Flüchtlingskursen gibt es schon die ersten Weihnachtsfeiern mit selbstgebackenen Madeleines und Vokabeln wie „Christkind“ oder „Weihnachtsbaum“.

Im Freizeitzentrum, in dem ich jeden Mittwoch mit den Grundschul- und Kindergartenkindern arbeiten darf, wurde mein Vorschlag, Lebkuchenhäusle zu backen, auch schon in die Tat umgesetzt. So gab es für die Kinder einen Tag mit ein bisschen deutscher Kultur und reichlich Zuckerguss. Das bedenkliche dabei: Die Häuser der Kinder sahen teilweise um einiges besser aus als mein eigener Prototyp.

In der Mitarbeiterschaft gab es auch schon Weihnachtsgeschenke und ein wirklich tolles traditionell französisches Weihnachtsessen, nämlich Raclette. Zum Glück durfte ich dabei neben dem Direktor des Freizeitzentrums sitzen. Der sei laut eigener Aussage professioneller Raclette-Esser. Jetzt bin ich um einiges schlauer. 😉

Auch in unserer kleinen WG kocht schon richtig unsere Weihnachtsstimmung auf. So hat sich unsere eigentlich recht simpel gehaltene Wohnung schon in ein blühendes Weihnachtsparadies verwandelt. Die Hauptattraktion ist dabei ganz klar unser selbstgebastelter Weihnachtsbaum – aus leeren Weinflaschen. Ja, wir waren fleißig.

Unsere WG ist mittlerweile auch schon ein bisschen kleiner geworden. Unsere Griechin und unser Bulgare befinden sich schon in der Heimat und sind bei ihren Liebsten, um mit ihnen eine tolle gemeinsame Weihnachtszeit zu verbringen. Unser Bulgare wird leider auch nicht wieder zurückkehren, da er aus beruflichen und privaten Gründen entschieden hat, das Projekt abzubrechen. Es war ein schwerer Abschied und trotz allem hat er schon versprochen, uns bald besuchen zu kommen.

Morgen ist dann auch unser Weihnachtsessen in unserer geschrumpften WG. Es gibt Spätzle in Rahmsauce mit Schwein – traditionell schwäbisch. Es ist wirklich witzig wie sehr alle darauf abfahren, selbst Spätzle zu machen.

Am 22.12. geht es auch für mich nach Hause und ich freue mich wirklich riesig meine ganze Familie wieder zu sehen. Die Weihnachtszeit ist einfach die schönste Zeit. Ich habe auch schon mit meiner Oma ausgemacht, dass wir zusammen ganz viel schwäbisch kochen, so dass ich einiges zu zeigen habe, wenn ich dann wieder nach Frankreich zurückkehre.

Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein frohes neues Jahr. Bis zum nächsten Monat!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Related Posts

David in Portugal

When September ends

Da sitze ich, 11 Uhr morgens vor dem Computer und tippe gelassen die Zeilen zum September auf den Bildschirm. Nach bereits elf Monaten hier in Portugal hatte der Zwölfte seine ganz eigene, unerwartete Magie mit Weiterlesen

David in Portugal

August: Sonne, Fahrtwind, Himmel Blau

Guten Morgen, gerade sitze ich mit meiner ungarischen Mitbewohnerin Rebecka am Frühstückstisch zu Haferbrei mit Zimt, Chiasamen, Pfirsisch- und Nektarinenstückchen und einer kleinen Tasse frisch gebrühtem Kaffee. Mein Blick schweift aus dem Fenster in den Weiterlesen

Amelie in Finnland

Über salziges Lakritz, eine der schwersten Sprachen der Welt und mein Jahr in Helsinki, Finnland

Hi! Ich heiße Amelie, bin 19 Jahre alt und habe 2018/2019 einen Europäischen Freiwilligendienst bei EKOenergy, einem internationalen Umweltzeichen für Ökostrom, in Helsinki, Finnland geleistet. Ein Tag vor Bewerbungsschluss für das EKOenergy-Projekt bin ich über Weiterlesen