Anmerkung zu diesem Beitrag: Als ich einen neuen Beitrag für die Zeit von Februar bis April schreiben wollte habe ich gesehen, dass ich im März schon einen Beitrag geschrieben habe, aber vergessen habe, ihn zu veröffentlichen. Hier kommt er also, mit zwei Monaten Verspätung. Und danach noch ein aktueller Beitrag. Viel Spaß beim Lesen!

„Was, schon Halbzeit!?“ So ungefähr ging es mir Ende Februar. Fünfeinhalb Monate in Italien sind nun vorbei, weitere fünf Monate warten auf mich. Und da die Zeit bisher wie im Flug vorbeigezogen ist, werden die nächsten fünf Monate sicher auch viel zu früh vorbei sein.
Deswegen ist jetzt ein guter Zeitpunkt, ein Zwischenfazit zu ziehen, meinen EFD bis jetzt Revue passieren zu lassen und in die Zukunft zu schauen.

Was ich auf jeden Fall sagen kann: Ich bin jetzt endgültig angekommen. Ich werde nicht noch einmal umziehen, es gibt keine Unklarheiten mehr über meine Aufgaben auf der Arbeit und dementsprechend auch kaum noch langweilige Phasen dort, ich kenne die meisten anderen Freiwilligen in Bozen mittlerweile gut und habe einige Freundschaften geschlossen, es hat sich ein Alltag eingependelt und ich kenne mich mittlerweile recht gut in Bozen und Umgebung aus.
Mit dem Stand meines Italienisch bin ich zufrieden und es macht mir Spaß, Italienisch zu sprechen und Smalltalk zu führen.

Auch kann ich, ohne zu übertreiben, sagen, dass Südtirol eine der schönsten Regionen Europas ist. Die Landschaft ist genial und eignet sich perfekt zum Wandern, Klettern und Mountainbiken, was ich auch schon oft gemacht habe. Wandern und Klettern in den Dolomiten, Mountainbiken im Überetsch und im Winter Skifahren in den Skigebieten unweit von Bozen – für jede Jahreszeit gibt es die passenden Möglichkeiten.
Und wenn man mal keine Lust auf Sport und Natur hat gibt es schöne Städte wie Meran, Trient oder Verona im Umland und Bozen selbst mit seinen vielen Cafés und Bars und den Promenaden an den Berghängen über den Dächern der Stadt. Über das Wetter kann ich mich auch nicht beklagen: Die Sonne scheint fast jeden Tag und nachmittags gibt es jetzt schon regelmäßig Temperaturen von 20 Grad und mehr.

Da seit September 2018 so viel passiert ist kann ich hier natürlich nicht alles Revue passieren lassen. Deswegen habe ich zwei Top-5-Listen für Highlights und Alltägliches während meinem EFD zusammengestellt.

Highlights:
  1. On-Arrival-Training und anschließend Urlaub in Neapel und Florenz. Das On-Arrival-Training ist sicher für die allermeisten Freiwilligen eines der Highlights während des EFD’s; für mich war es das auf jeden Fall. So viele junge Leute und Gleichaltrige aus ganz Europa (und sogar Nordafrika und Südamerika!) zu treffen und mit ihnen gemeinsam eine Woche für Seminare, Sprachkurse und Teambuilding zu verbringen war eine geniale Erfahrung! Und auch der Urlaub war schön, auch wenn das Wetter ziemlich regnerisch und stürmisch war.
  2. Rotwand-Klettersteig. Es war mein erstes Wochenende hier und alle Freiwilligen haben sich mir gegenüber sofort so verhalten, als würden wir uns schon ewig kennen. Wir sind zusammen in die Dolomiten gefahren und dort wandern und klettern gegangen.
  3. Weinprobe im Studentenwohnheim. Einer der besten Abende hier bisher. Zusammen mit den Studenten des Wohnheims habe ich verschiedene Weine aus der benachbarten Klosterkellerei verkostet und viel über den Weinbau in Südtirol und die lokalen Weine gelernt. Super Gesellschaft und sehr gute Weine!
  4. Skikurs. Ich hatte es mir vorgenommen und auch wenn ich mit Abstand der Älteste im Kurs war: Jetzt kann ich endlich Ski fahren und es macht auch richtig viel Spaß!
  5. Konzert „Il arte e il duo“. Ein kostenloses Konzert Anfang Dezember in einer Kirche in der Bozner Innenstadt. Nur ein Duo aus Saxophon und Harfe, aber immer noch das beste Konzert in Bozen bis jetzt.
Alltägliches:
  1. Die Berge am Horizont. Einerseits gewöhnt man sich mit der Zeit daran, andererseits verschlägt es mir immer wieder die Sprache, wenn ich die schneebedeckten Gipfel der Dolomiten am Horizont sehe.
  2. Zeit mit den anderen Freiwilligen verbringen. Ich kann mich glücklich schätzen, dass es in Bozen eine so große Community von internationalen Freiwilligen gibt, und dass alle so aktiv sind und wir so viel zusammen unternehmen – vom Wandern in den Bergen bis zum Spieleabend in einer Bar!
  3. Kaffeekultur. Kaffee trinken in Italien ist einfach etwas Besonderes. Die Auswahl ist groß, zu jeder Tageszeit gibt es den passenden Kaffee und schmecken tut er natürlich auch richtig gut.
  4. Pasta, Pasta, Pasta! Ich habe ja schon in Deutschland sehr gerne Nudeln gegessen, und hier in der Mensa, in der ich von Montag bis Freitag zu Mittag und zu Abend esse, gibt es mindestens einmal am Tag Nudeln, meistens aber mittags und abends. Und dann immer noch ein „Secondo“.
  5. Italienisch lernen im Alltag. Jeden Tag lerne ich auf der Arbeit, beim Einkaufen oder in der Freizeit etwas Neues, ohne dafür die Schulbank drücken zu müssen. Eine Sprache durch Anwenden und stetiges Verbessern zu lernen macht viel mehr Spaß als in der Schule!

Das soll es auch schon gewesen sein mit dem Rückblick, jetzt geht es in die Zukunft. Es stehen noch ein paar Urlaube an, auf die ich mich freue (Toskana, Genua, Mailand, Rom), die verschiedenen Sommeraktivitäten im Jugendzentrum ab Juni werden sicher viel Spaß machen und abwechslungsreich sein und kurz bevor mein EFD zu Ende geht werde ich im Juli noch Besuch aus Deutschland bekommen. Langweilig wird es also sicher nicht, und die Zeit wird sowieso viel zu schnell vorbeigehen!


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