Schnee liegt nur noch auf den Bergen, die Apfelblüte im Etschtal ist schon vorüber, alles grünt, die Temperaturen steigen – beste Bedingungen, um zu verreisen!

März

Nachdem ich während den Winterferien in der ersten Märzwoche nochmal in den Winter zurückgekehrt bin – für ein paar Tage nach Davos in die Schweiz und zum Skifahren an den Ortler – habe ich den Fokus danach auf Norditalien gerichtet. Erstes Reiseziel: Mailand.

Mailand

Zwei Tage, acht Europäische Freiwillige aus Bozen, dreieinhalb Stunden Fahrt in einem viel zu heißen Bus. In Mailand angekommen ging es zuerst zum Hostel (eine ziemliche Enttäuschung) und dann mit der U-Bahn bis zum Domplatz, wo ich, der seinen EFD in der 100.000-Einwohner-Stadt Bozen macht, erstmal völlig erschlagen vom Trubel der Großstadt war – Mailand hat 1,3 Millionen Einwohner.

Vom Dom aus zum Castello Sforzesco, in eine Bäckerei zum Pizza essen und Kaffee trinken und nach Brera, in das Künstlerviertel Mailands. Am Abend wollten wir dann nochmal „richtig“ Pizza essen, also im Restaurant, und sind dazu ins Navigli-Viertel gegangen, das mit seinen vielen Bars und Restaurants entlang von Kanälen ein ziemliches Szeneviertel ist. Es war dementsprechend voll und unmöglich, ein Tisch für acht Leute zu finden. Die Pizza zum Mitnehmen hat das aber wieder mehr als wettgemacht.

Nächster Morgen, zwei Cappuccini in einem Café in der Nähe des Hostels zum Start in den Tag, danach wieder in die Innenstadt. Und endlich, um die Mittagszeit an der Piazza Sempione, in Sichtweite zum Arco della Pace, fanden wir in einer Pizzeria einen Tisch für acht Personen! Ende gut, alles gut.

Bologna

Nächstes Wochenende, nächste Stadt. Für einen Tag fuhr ich mit meiner WG-Mitbewohnerin nach Bologna. Wieder perfektes Wetter wie schon in Mailand, nette Cafés, schöne alte Gebäude und Buchläden und -stände mit gebrauchten und alten Büchern gefühlt an jeder Straßenecke.


So kam es dazu, dass ich mir mein erstes Buch auf Italienisch gekauft habe (jetzt muss ich nur noch anfangen zu lesen…). Das Highlight des Tages war der Turm Torre degli Asinelli, zusammen mit Torre della Garisenda direkt daneben das Wahrzeichen der Stadt. Wer die Aussicht dort oben in 97,2 Metern Höhe genießen möchte muss zwar über eine alte, schiefe Holztreppe gehen, aber das ist es wert, denn die Aussicht ist wirklich nicht schlecht!


April

Der April begann mit dem sozialen Projekt „72h senza compromessi“, auf Deutsch „72h ohne Kompromiss“, bei dem Jugendliche aus ganz Südtirol in Gruppen eine Aufgabe, die sie gemeinsam innerhalb von 72 Stunden lösen müssen. Aufgaben können sein: das Renovieren von Räumlichkeiten in einer sozialen Einrichtung, das Organisieren eines Mulitkultifestes, aus einem ungenutzten Raum einer Gemeinde einen Raum für die Jugend zu gestalten usw.

Wir Europäische Freiwillige in Bozen waren zu acht eine eigene Gruppe und bekamen die Aufgabe, Räume in einem Flüchtlingsheim in Sterzing/Vipiteno zu streichen und die Wände neu zu gestalten. Das klappte gut und nicht nur wir, sondern auch die Flüchtlinge waren zufrieden mit dem Ergebnis.

Unsere Gruppe war mit vier Deutschen, zwei Franzosen und je einer Freiwilligen aus Luxemburg und Georgien auch wirklich international und man hörte den ganzen Tag über Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch.

Die Osterreise

Zwei Wochen später, am Karfreitag, ging dann endlich die große Osterreise los, die wir schon im Januar geplant und gebucht hatten. Wecker um 3 Uhr, Abfahrt mit dem Bus in Bozen um 4 Uhr und fünf Stunden später Ankunft in Florenz. Dort starteten wir mit einem Cappuccino (was sonst!?) in den Tag.

Nachdem wir in einer Viertelstunde alle Sehenswürdigkeiten gesehen hatten (Duomo, Palazzo Vecchio, Uffizi, Ponte Vecchio, Palazzo Pitti), liefen wir raus aus der Altstadt, hinein in die Hügel der Toskana. Mit schönen Villen umgeben von Olivenhainen und Zypressen und vielen Aussichten auf Florenz.

Am Abend kamen wir in unserer Unterkunft am Meer an und da das Wasser schon 16 Grad warm war hatten wir natürlich alle unsere Badesachen eingepackt und gingen baden. Wobei wir fast die einzigen waren, den Italienern sind 16 Grad wohl zu wenig. Am nächsten Tag Siena, am dritten Pisa und Lucca.

Den letzten Tag mit schönem Wetter verbrachten wir bei den Cinque Terre. Diese fünf Dörfer liegen malerisch an der Mittelmeerküste, doch da die meisten Wanderwege zwischen den Dörfern gesperrt waren, mussten wir uns auf die beiden nördlichsten beschränken.

Und am Abend fing es an zu regnen, den nächsten Tag regnete es komplett und am vorletzten Tag der Reise, jetzt schon in Genua, wurde es auch nicht viel besser. Nur am letzten Tag in Genua hatten wir noch einigermaßen Glück und die Sonne ließ sich mal wieder blicken. Um die Mittagszeit ging es wieder mit dem Bus zurück nach Bozen.

Vom Skifahren in den Bergen bis zum Baden im Meer in der Toskana waren März und April also echt abwechslungsreich. Im Juni wird ein Beitrag mit dem Titel „Reisezeit II“ folgen, denn Rom und eine weitere Stadt stehen noch an, bevor mein EFD dann fast schon vorbei ist.


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