Vom Januar 2019 gibt es drei Dinge zu berichten: Mein Skikurs, ein Kurzurlaub in Venedig und der Umzug vom Kloster in eine WG. Okay, das stand ja schon in der Überschrift. Also los geht’s!

Skikurs

Am Freitag vor Epifania, dem italienischen Dreikönigstag, ging es wieder zurück nach Italien. Zuerst mit dem Regionalzug bis Frankfurt, wo ich mit einer halben Stunde Verspätung angekommen bin und meinen ICE verpasst habe. Dann mit dem nächsten ICE nach München, in dem der Lokführer bei jedem Halt allen Zugestiegenen per Durchsage ein frohes neues Jahr gewünscht hat, und schließlich mit dem Bus durch das verschneite Österreich. Ab dem Brenner war aber Schluss mit dem Schnee. Die erste Woche nach den Weihnachtsferien habe ich dazu genutzt, um einen Skikurs zu machen. Davor bin ich noch nie Ski gefahren, und so habe ich mir gedacht „Besser spät als nie.“ und „Wenn nicht jetzt, wann dann.“ und habe mich also angemeldet. Da die Skigebiete um Bozen herum nicht weit entfernt und gut mit Bus und Bahn angebunden sind konnte ich vormittags Ski fahren und nachmittags arbeiten, ohne Urlaub nehmen zu müssen. Zum Kurs selbst: Ich war mit Abstand der Älteste, alle anderen Teilnehmer waren Kinder im Grundschulalter, die aber von Anfang an viel besser gefahren sind als ich. Nach dem ersten Tag auf dem Anfängerhügel ging es am zweiten Tag endlich auf die Piste und schon am nächsten Tag auf die ersten roten Abschnitte. An den ersten Tagen bin ich tatsächlich kaum gestürzt, habe das dann aber alles am letzten Tag nachgeholt, an dem ich u.a. filmreif in einen Holzlattenzaun gefahren bin. Aber keine Angst: Dem Zaun geht es gut 😀 (und mir auch). Jetzt möchte ich noch einige Wochenenden bis Ostern nutzen, um wieder Ski zu fahren.

Venedig

Am Sonntag nach dem Kurs war wieder Brunch im Studentenwohnheim und am Nachmittag Robert Menasse zu Gast im Bozner Stadttheater. Er hat aus seinem Roman „Die Hauptstadt“ vorgelesen und mit dem Außenpolitik-Chef des ORF über Europa und die Zukunft der EU gesprochen – mit vielen Denkanstößen und für mich als EFD’ler natürlich sehr passend. Dann war ich erstmal eine Woche krank. Am nächsten Wochenende ging es mir wieder besser und deswegen habe ich spontan mit drei weiteren EFD’lern einen Kurztrip nach Venedig gemacht, was von Bozen aus nur vier Stunden mit dem Bus entfernt ist. Wir sind also durch die Stadt gelaufen, konnten den Markusdom ganz ohne Wartezeit besichtigen und haben in der Kälte gefroren. Insgesamt hat es sich aber auf jeden Fall gelohnt, denn Venedig in der Dämmerung und mit deutlich weniger Touristen als im Sommer ist schon nett.

Abschied und Umzug

Unter der Woche ist nicht viel passiert – es war ja Handball-WM und dafür war zwei Wochen lang sowieso jeder zweite Abend reserviert. Am nächsten Wochenende gab es eine Radtour und eine Wanderung und schließlich der Abschied von meiner EFD-Kollegin Katya. Auch wenn sich das Verhältnis ab Ende November sehr abgekühlt hat und auf die Zusammenarbeit auf der Arbeit beschränkt hat, so haben wir in ihrer letzten Woche in Bozen doch noch den ein oder anderen Kaffee zusammen getrunken und waren in der Kletterhalle bouldern. Der Abschied nach gemeinsamen viereinhalb Monaten in Bozen war dann auch wirklich traurig. Schließlich war sie es, die mich mit den anderen Freiwilligen in Bozen bekannt gemacht hat und mir mit allem Organisatorischem geholfen hat, was für mich am Anfang von Bedeutung war – von der Eröffnung eines italienischen Kontos bis zur Beantragung eines „Codice Fiscale“, der Steuernummer, ohne der in Italien gar nichts geht. Nach ihrem Weggang bin ich in ihr altes Zimmer in eine Freiwilligen-WG umgezogen, in der ich bis zum Ende meines EFD’s wohnen werde. So war es ein Abschied vom Kloster und dem Studentenwohnheim, der mir viel schwerer gefallen ist, als ich es am Anfang für möglich gehalten hätte, und ein Willkommen in der neuen WG, in der ich mich aber schon jetzt zuhause fühle und die ich ja auch schon von davor kannte.

Bilder

Auf der Piste

Blick auf Bozen, das Kloster Muri-Gries und die Dolomiten

Venedig morgens…

…und abends.

Schnee in Bozen am 1. Februar


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