Weihnachten war dieses Jahr doch sehr besonders für mich, denn anstatt am Weihnachtsabend Zuhause in Deutschland zu sein, wo ich mit ein paar Personen im Wohnzimmer sitze würde, blieb ich in Belgien und war Teil einer 120 Mann großen Weihnachtsfeier von meiner Organisation.

Um sechs Uhr abends fing der Gottesdienst an, in dem wir viele Lieder gesungen haben. Ein paar Bewohner haben das Krippenspiel unglaublich süß vorgetragen und schaffte so eine schöne Atmosphäre. Nach dem kleinen Gottesdienst fing das Buffet an. Dazu hatte jedes der Häuser etwas vorbereitet und viele der Familienmitglieder oder Freunde der Bewohner haben auch ihren Teil dazu beigetragen. Während man also nun da saß und aß, kamen die witzigsten Gespräche zustande. Ich fand es super schön und bereue es auf keinen Fall, für diesen Tag dort geblieben zu sein. Auch die Bewohner hatten einen wunderbaren Abend und somit einen guten Start in ihre Winterferien.

Am ersten Weihnachtstag bin ich dann nach Hause gefahren. Ich muss sagen, dass ich echt froh bin, das Privileg und die Möglichkeit zu haben, ab und zu nach Deutschland zu fahren. Es sind mit dem Auto zu meiner Heimatstadt gerade mal 2,5 Stunden. Dadurch bin ich nicht gezwungen, mich komplett von meinem Leben in Deutschland abzuschotten, als wenn ich weiter weg mein EFD machen würde. Am Anfang meines Auslandjahres dachte ich, dass ich so wenig wie möglich nach Hause fahren würde, um hier in Belgien alles an Kultur aufsaugen zu können. Aber nun finde ich, dass es gerade einen großen Teil meiner Identität ausmacht, dass ich Deutsche bin und dass meine Freunde und meine Familie auch von dort sind. Warum sollte ich das also ignorieren? Zudem hätte ich sonst meine Weihnachtstage mit Arbeiten verbracht, weil auch viele andere Freiwillige hier in Belgien weg sind und ich sonst niemand gehabt hätte, mit dem ich mich hätte treffen können.

Ich hatte auf jeden Fall noch eine wunderschöne Zeit mit meiner Familie und mit Freunden. Silvester habe ich auch Zuhause gefeiert, was eigentlich nicht mein Plan gewesen ist. Ich habe meine Freunde hier in Belgien gefragt, was sie an Silvester machen, aber fast alle waren weg. Und da ich nicht einsam feiern wollte, bin ich in Deutschland geblieben.

Am 2. Januar war ich wieder zurück in Belgien. Am darauffolgenden Sonntag konnte ich noch eine schöne Tradition miterleben. Es war nämlich heilige drei Könige. Deswegen habe ich mich mit den Bewohnern und meiner Mitabeiterin als Könige verkleidet und wir sind dann zur Nachbarin gegangen, wo wir gesungen haben. Der Text ging so:

Drie koningen, drie koningen, geef ons een nieuwe hoet,

ons oude is versleten, ons mama mag niet weten,

ons vader heeft he geld op het rooster geteld.

Die Übersetzung: Drei Könige, drei Könige, gib uns einen neuen Hut, unser Alter ist verschlissen, das darf unsere Mutter nicht wissen. Unser Vater hat das Geld auf dem Gitter gezählt.

Auch wenn ich nicht weiß, wie man auf so einen Text kommt, ist es doch irgendwie eine schöne Tradition. Besonders weil wir daraufhin Süßigkeiten bekamen und auf den Gesichtern der Bewohner der Stolz abzulesen war. 🙂


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