Ende Februar hörte meine Arbeit auf, die ich die letzten sechs Monate gewöhnt war und ein neuer Abschnitt meines EFD‘s fing an…

Und das alles wegen eines Umzuges.

 

Der Umzug

Zur Erklärung: Das Haus, in dem ich das letzte halbe Jahr gewohnt und gleichzeitig auch gearbeitet habe, ist renovierungsbedürftig und wird deswegen dieses Jahr verbaut, inklusive neuem Dach und zusätzlicher Dämmung. Da man aber während der Bauphase schlecht  im selben Haus wohnen kann, kam nur der Umzug als einzige Möglichkeit in Frage. Die Bewohner wurden auf die anderen zwei Häuser meiner Organisation verteilt, während ich mit den anderen zwei Freiwilligen hier in ein anderes Haus umgezogen bin, das meiner Organisation noch angehört. In diesem hat früher mal eine der drei Gemeinschaften (Roeach )gewohnt, bis sie vor ein paar Jahren in ein behindertenfreundlicheren Neubau eingezogen sind.

Mein neues Haus ist ziemlich groß für nur drei Leute. Verständlich, wenn man bedenkt, dass hier früher gut und gerne acht Menschen oder sogar mehr gewohnt haben. Viele Räume benutzen wir gar nicht und den ganzen zweiten Stock haben wir sogar ganz unangetastet gelassen. Was wir aber  gemacht haben, war, die wichtigen Räume, also die Küche, das Esszimmer, das Wohnzimmer und unsere eigenen Schlafzimmer, zu streichen. Das war ein zeitnehmendes Projekt von uns, denn einige Räume sind ziemlich groß gewesen. Zum Glück hatten wir die Hilfe von anderen Freiwilligen, die hier in Belgien auch ein EFD machen. Trotzdem hat es uns mehr als ein ganzes Wochenende gekostet, aber die Mühe war es wert.

Dieses Foto ist entstanden, als wir das Haus gestrichen haben.

Vor gut einem Monat war es dann soweit. Am 25. Februar halfen wir mit vielen fleißigen Helfern den Bewohnern beim Umzug. Ich selber habe erst drei Tage später das Haus gewechselt. Ansonsten gibt es nicht viel zum Umzugstag selber zu erzählen, außer dass es sehr viel Arbeit war. Der schönste Moment war, als wir mit allen Bewohnern und Helfern Pommes gegessen haben.

Das war, als wir mit alleman Pommes gegessen haben.

Nun bin ich froh, dass der Umzug  hinter mir ist. Es war sehr anstrengend, besonders wenn man nicht nur selber umzieht, sondern auch anderen dabei helfen muss, die es selber nicht können.

Veränderungen nach dem Umzug

Jetzt wohne ich in einer deutschen Dreier-WG und wir verstehen uns allesamt gut. Aber ich kann nicht sagen, dass es unbedingt besser ist. Natürlich muss ich nicht mehr Rücksicht auf die Bewohner nehmen und ich kann jetzt Arbeiten und Wohnen besser voneinander trennen. Es hat schon ein paar Vorteile, nun hier zu wohnen, aber auf der andere Seite würde ich gerne wieder dort wohnen, wo ich vorher gewohnt habe.
Ich habe die Gesellschaft der Bewohner ziemlich genossen. Man wurde jedes Mal herzlich begrüßt, wenn man ins Haus kam und man begann die Eigenheiten jedes einzelnen lieben zu lernen. Elke, eine Bewohnerin mit Down-Syndrom, saß jeden Abend noch  ungefähr eine Stunde auf der Toilette und führte Selbstgespräche. Wenn ich am Zimmer von Yanthe vorbei lief, konnte ich immer wieder ihre Musik hören, die sie zum Einschlafen laufen ließ. Ich vermisse es, am Essenstisch zu sitzen und von den Bewohnern gekitzelt zu werden oder einfach über alle Dinge lachen zu können. Ich habe die Bewohner auf so eine spezielle Weise kennenlernen können, indem ich mir mit ihnen dasselbe Haus geteilt habe. Es war eine wunderbare aber auch fordernde Erfahrung, die ich zum Ende hin immer mehr genossen habe.

 

Meine neue Arbeitsstelle

Nun, nach dem Umzug, arbeite ich auch in einem anderen Haus. Statt, dass ich wie früher nur die Treppe runtergehen musste, um zum Arbeitsplatz zu kommen, fahre ich stattdessen etwa acht Minuten mit dem Fahrrad (was natürlich immer noch nicht weit ist 🙂 ).
Das Haus, wo ich die nächsten Monate arbeiten werde, heißt „de Windroos“ und nun wohnen dort neun Bewohner, aber nur zwei davon sind aus meinem alten Haus. Insgesamt gibt es dort mehr Bewohner, die Hilfe in Anspruch nehmen müssen, wie beim Toilettengang. Aber ich tu die Versorgung gerne, weshalb das kein Problem für mich ist. Trotz allem ist es eine große Umstellung, da ich bis auf eine Mitarbeiterin alle noch nicht gut kenne, genauso wie viele der Bewohner. Es wird auf jeden Fall eine interessante, schöne und gleichzeitig fordernde Erfahrung werden, genauso wie der andere Rest meiner Zeit hier schon war.

Im Anschluss kommen noch ein paar Fotos von meinem neuen Haus:

Der Garten

Und unser Wohnzimmer, einer der meist gebrauchten Räume dieses Hauses.


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