Seit Dienstag, den 4. September besuche ich einen Crash-Sprachkurs von Linguapolis für Holländisch (bzw. Niederländisch für diejenigen, die genauer sein wollen :D) in der Universität in Antwerpen. Ich fahre dafür jeden Tag von Montag bis Freitag etwa 40 min mit dem Fahrrad dahin. Natürlich könnte ich auch die Tram oder den Zug nehmen, aber mit dem Fahrrad bin ich einfach wesentlich flexibler und muss nicht immer darauf achten, wann die jeweilige Tram oder der jeweilige Zug abfährt.

Als ich nun am Dienstag zur Uni ging, waren dort noch etwa 40 andere Kursteilnehmer, wobei wir sehr international aufgstellt sind. Es gibt Leute aus Nepal, Neuseeland, Marokko, Türkei, Irland, Frankreich, Argentinien, Peru, Ecuador, Mexiko, USA, Portugal, Israel, China und Polen, wobei ich bestimmt ein paar Länder vergessen habe.
Nach einer kurzen Vorstellung dessen, was uns im nächsten Monat alles in diesem Sprachkurs erwartet (und das ist sehr viel), wurden wir in zwei Klassen aufgeteilt und schon fing der Spaß an! 😉

Fast jeden Tag habe ich von 9:00 bis 16:00 Uhr Kurs. Unsere Lehrerin spricht bis auf ein paar Ausnahmen nur Holländisch und wir bearbeiten im Buch Seite nach Seite. Neue Vokabeln reihen sich an die alten und der Kopf scheint manchmal platzen zu wollen. So voll ist er mit neuen Informationen. Doch auch wenn es zeitweise sehr schwierig und viel ist, macht es bisher dennoch sehr viel Spaß! Die anderen Kursteilnehmer sind total nett und wir haben uns auch schon ab und zu nach dem Kurs zu einem Kaffee oder so getroffen. Zwischendurch gibt es im Kurs zudem immer wieder interaktive Aufgaben, wo wir mit den anderen auf Holländisch reden müssen. Zum Beispiel mussten wir uns einmal dem Alter nach aufstellen, durften aber nur auf Holländisch fragen und antworten, wann unser Geburtstag sei. Und dadurch, dass jeder motiviert ist, mitzuarbeiten, wird es oft ein sehr unterhaltsames Unterfangen.

In etwas weniger als drei Wochen haben wir schon unser Examen. Bis dahin müssen wir sechs Kapitel und ein fast zweihundert Seiten dickes Arbeitsbuch durchgekriegt haben. An sich ist Holländisch für deutschsprachige nicht sehr schwierig, weil sich die beiden Sprachen sehr ähnlich sind, aber teilweise ist es genau das, was Probleme bereitet. Denn manchmal baut man gerne deutsche Wörter oder Schreibweisen ein und da muss man sehr darauf achten, beide Sprachen nicht zu vermischen. Am Anfang war es besonders schwierig für mich, die Wörter nicht „deutsch“ zu artikulieren. In Holländisch wird nämlich das „oe“ wie ein „u“ und das „u“ wie ein „ü“ ausgesprochen, was ziemlich verwirrend ist.

Was schön ist, ist, dass ich durch meine Arbeit bzw. meinen Wohnort das, was ich im Sprachkurs lerne, direkt anwenden kann. Wenn ich gegen fünf Uhr abends zuhause bin, fragen mich oft die Bewohner, was ich denn gelernt hätte. Also muss ich ihnen alles zeigen. Zudem redet ja keiner von ihnen auch nur ansatzweise Englisch oder Deutsch, sodass ich sowieso dazu gezwungen bin, meine raren Holländisch-Kenntnisse in die Tat umzusetzen. Und selbst wenn ich nicht jeden Tag Motivation habe, in den Sprachkurs zu gehen, so wird diese jedes Mal aufgefrischt, wenn ich es schaffe, ein paar Sätze mit den Bewohnern oder den Assistenten zu wechseln. Ich bemerke jetzt schon, wie ich immer besser in der Sprache werde. 🙂

Neben den tollen Kursteilnehmern und der coolen Lehrerin ist das Unigebäude wunderschön. Es ist so alt und manchmal fühlt man sich, als wäre man in einem Film oder Märchen. Die Universität ist mitten in der Stadt gelegen, aber wenn man in einem der Innenhöfe sitzt, fühlt man sich, als wäre man weit weg von der belebten Innenstadt. Die Universität schafft eine wunderbare Atmosphäre!

Innenhof des Universitätsgebäudes

 

 

Ich bin gespannt, wie der Sprachkurs in den nächsten paar Wochen wird und was es dann alles zu berichten gibt! 🙂


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