Ende Januar war es so weit. Das Mid-Term-Meeting stand vor der Tür und somit auch alle Menschen, die ich dort kennenlernen und wiedersehen sollte. Ich muss zugeben, dass ich zu Anfang gar nichgt so motiviert war, dorthin zu gehen. Nicht, dass das Mid-Term-Meeting schlecht ist, aber einfach, weil ich gerade eine Tiefphase durchmachte, in der ich nicht sehr motiviert war. Es hatte mehrere Gründe, warum ich zu diesem Zeitpunkt diese Phase hatte. Zum einen war ich über Weihnachten und Silvester Zuhause, also an einem warmen, freundlichen und zutiefst bekannten Ort, wo man sich selber sein konnte. Ein Ort, wo man die Sprache perfekt spricht und nichtt jedes Mal nachdenken muss, wie man sich ausdrücken kann. Ein Ort, wo man jede Ecke, jeden noch so kleinen Fleck kennt und wo man seine ganze Kindheit verbracht hat.

Wenn man aber danach wieder zurück zur Arbeit geht, in einem Land, in dem man vorher noch nie war, bei einer Arbeit, in der alles neu ist, mit Menschen, die zuvor allesamt Fremde waren, so ist einem nach dem Heimatbesuch nur zu gut bewusst, dass man hier noch nicht lange lebt. Dazu kam noch, dass ich nach den ersten vier/fünf Monaten die Routine in meiner Arbeit zu gut kannte, weshalb sich so auch die Langeweile einschlich. Erst ganz langsam, aber immer deutlicher wurde mir bewusst, dass ich irgendwie wieder daraus muss. Aber wenn man sowieso die Motivation finden muss, ist das gar nicht so einfach. Was ich in dieser Situation gemacht habe war, mit anderen Freiwilligen zu reden; einerseits mit denen, die mit in meiner Organisation sind und andererseit auch mit solchen, die ich damals auf dem On-Arrival-Training kennengelernt hatte und die ich seitdem öfter getroffen hatte. Bei den Gesprächen fiel mir auf, dass ich in keinem Falle die Einzige war, die gerade dieses Tief durchmachte. So konnte man sich also gemeinsam über alles auskotzen, was einen beschäftigte und ich kann euch nur sagen, dass es sehr gut tut.

Was ich auch gemacht habe, war, mit meinen Mitarbeitern daürber zu reden, dass mir auf der Arbeit langweilig ist. Und ich habe die beste Unterstützung bekommen, die ich mir wünschen konnte. Sie verstanden mich und gaben mir viele Tipps, was ich machen konnte und ließen mich das machen, was ich wollte. So geschah es, dass ich mit der einen Bewohnerin Muffins gebacken habe oder mit der anderen zu einer Sportlerehrung gefahren bin. Zudem hat es Ende Januar hier geschneit. Das war auch ein wunderbarer Tag, als überall ungefähr 15cm Schnee lag. Natürlich konnten dabei Schneeballschlachten mit Mitarbeitern und Bewohnern nicht fehlen, genauso wenig wie Schneeengel und Schneemänner.


Ich suche nun immer wieder sowelche Momente, um aus der Routine auszubrechen, die letztendlich auch zu den schönsten Erinnerungen des Tages werden. 🙂 Ich kann noch nicht genau sagen, dass ich gänzlich aus diesem Loch heraus bin, aber ich weiß, dass ich auf dem besten Weg bin.

Nun, weiter zum eigentlichen Thema diese Blogeintrags:

Hier in Belgien geht das Mid-Term-Meeting drei Tage lang. Es ist auch nicht unbedingt dafür gemacht, etwas „Neues“ zu lernen. Es geht mehr darum, über seine Zeit hier nachzudenken und mit anderen Freiwilligen wieder in Kontakt zu kommen. Ich habe es einfach genossen, dort zu sein. Ich konnte mit vielen Leuten quatschen und Tipps austauschen. Wir hatten eine kleine Pause von unserer Arbeit und einen Motivationspush für die kommenden Wochen. Das Highlight dieser paar Tage waren zum einen die Partys, die wir jeden Abend hatten und zum anderen die Schneeballschlacht (es war so eine, in der man einfach wieder Kind ist und es einem nicht interessiert wie kalt es doch eigentlich ist). Während des Mid-Term-Meetings spielten wir, wie beim On-Arrival-Training auch, wieder Gruppenspiele, was auch ein Höhepunkt bildete.

Am Ende des Mid-Term-Meetings war ich zwar sehr müde, aber gleichzeitig total zufrieden. Ich bin nur immer noch sehr erstaunt, dass mein Jahr in Belgien schon fast zur Hälfte abgelaufen ist. Einerseits kommt es mir schon viel länger vor, dass ich hier bin, weil man innerhalb einer sehr kurzen Zeit, doch sehr viel gelernt und Neues entdeckt hat. Aber andererseits ist die Zeit auch wie im Flug vergangen. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie die letzten sechseinhalb Monate werden. Aus Erfahrungsberichten habe ich gehört, dass diese noch viel schneller vergehen werden und dass die Zeit hier, wenn man aus dem typischen Januartief herauskommt, noch viel schöner wird. Wir werden sehen… 😉


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