Unglaublich, was ich heute schon alles erlebt habe. Deswegen wundert es mich umso mehr, dass ich trotz all der neuen Eindrücke um zwanzig vor drei wach bin. Beginnen wir aber erstmal mit meiner Ankunft:

Heute ist der 31. August 2018 und heute beginnt mein EFD in Belgien bei Antwerpen. Mein Vater und meine Schwester haben mich mit dem Auto gebracht. Es sind auch nur etwa 3 Stunden gewesen, was ziemlich angenehm war. Vor Ort wurde ich direkt von meinem Koordinator begrüßt. Mit dabei war auch der Assistent Robbert, der mit mir in der Einrichtung lebt. Nach einem kurzen Pläuderchen wurde uns das Haus gezeigt und besonders für den Garten schwärme ich. Er ist sehr groß, aber auch sehr verwildert. Ich wollte mal gucken, ob ich es schaffe, dort Gemüse oder so anzubauen. Auch wenn ich nicht unbedingt immer den grünen Daumen habe. 😉 Mal sehen was daraus wird!

Am Ende der Führung gelangte ich zu meinem Zimmer, was einfach riesig und wunderbar ist. Es ist wesentlich größer als mein altes in Deutschland und ich liebe es, dass dieses Zimmer so lichtdurchflutet ist.
Als ich mich dann von meiner Schwester und meinem Vater verabschiedet habe, ging es mir richtig gut, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, wie schwierig es insbesondere für meine Eltern ist. Aber ich bezweifel, dass ich in den nächsten Wochen, die mit Ereignissen und neuen Eindrücken geradezu platzen wollen, annähernd Zeit habe, mir Gedanken über die Zeit, die ich weg von Zuhause bin, zu machen.

Am Abend ging es für mich noch ins Sfinks, einer Art Kneipe, wo ich weiter Freiwillige und Assistenten getroffen habe. Hier in Boechout gibt es nämlich neben meinem Haus „Madona“ noch ein zweites namens „Roeach“und dazu ist hier der eine Teil des „t‘ateljee“. Das ist sozusagen die Werkstatt, wo die Bewohner innerhalb der Woche arbeiten, kochen, malen etc.. Neben den zwei Einrichtungen gibt es noch das dritte Haus „de Windroos“ in der Stadt Mortsel. Anbei ist direkt die Verwaltung und der andere Teil des Ateljees. Und innerhalb der ganzen Ark Antwerpen gibt es viele Mitarbeiter und noch mehr Freiwillige, als dass man alle aufzählen könnte.

Ich bekomme hier so viele Eindrücke, und dadurch dass keiner der Bewohner eine andere Sprache als Holländisch beherrscht, muss ich immer versuchen aus den Teilen, die ich an Holländisch verstehe, abzuleiten, was sie gerade von mir wollen. Es funktioniert erstaunlich gut, dafür, dass ich erst heute angekommen bin, nur ist es auch sehr anstrengend. Und manchmal komme ich mir dennoch ziemlich hilflos vor, wenn ich die Bewohner nicht verstehe und gerade kein Assistent in der Nähe ist, um zu dolmetschen. Aber das wird bestimmt bald besser, nachdem ich mit meinem Sprachkurs durch bin.

Wenn es jemand noch nicht weiß: Ich habe keine eigene Wohnung, in der ich lebe. Stattdessen wohne ich mit den fünf Bewohnern und einem Assistenten zusammen in einem Haus in der 12.000-Einwohner-Stadt Boechout. Ich habe ein eigenes Zimmer mit Waschbecken und ein Fahrrad, aber das Badezimmer teile ich mir genauso wie die Küche, das Esszimmer und das Wohnzimmer. Ich frage mich, wie es wohl wird, in dieser Gemeinschaft zu leben und gleichzeitig zu arbeiten. Da wird es auf jeden Fall viel zu erzählen geben! 🙂

PS. Wer sich näher informieren möchte, wo ich arbeite, kann auf diesen Link gehen: www.arkantwerpen.be


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