Es ist schon wieder ein Monat her, seitdem ich den letzten Blogeintrag geschrieben habe und es kommt mir vor, als wären nur ein paar Tage vergangen. Die Zeit rennt schneller als jemals und es bereitet mir ein mulmiges Gefühl, wenn ich weiß, dass innerhalb von viereinhalb Monaten alles wieder vorbei ist. Ist das nicht erstaunlich? Am Anfang des Jahres dachte ich mir, dass 12 Monate eine Ewigkeit sind und kaum hat man mit Arbeiten begonnen, hört man schon wieder damit auf. Das ist zwar jetzt etwas übertrieben dargestellt, aber es bringt dennoch mein Empfinden relativ gut auf den Punkt und ich weiß auch, dass ich damit nicht alleine bin.

Was kann ich sonst noch berichten?

Um ehrlich zu sein, gibt es bei mir keine außergewöhnlichen Geschichten, die unbedingt einen Platz in diesem Blog finden müssten, aber da ich ein paar Fotos während der letzten paar Wochen gemacht habe, lohnt es sich vielleicht, ein Blick auf die kleineren Erlebnisse während meines EFDs zu werfen.

Karneval

Anfang März, am Wochenende nach Aschermittwoch, gab es in der Stadt Mortsel verspätet einen Karnevalsumzug. Mit insgesamt nur drei Bewohnern machten wir uns auf, um im kalten Wind stehend auf den Umzug zu warten. Natürlich war dieser nichts im Vergleich zu dem, was Menschen in Köln oder Düsseldorf gewohnt sind, aber den Bewohnern hat es auf jeden Fall gefallen. Wir selber hatten uns gar nicht verkleidet, weil wir einerseits die Zeit dazu nicht hatten und andererseits wären wir mit Kostüm unter der Menge sogar sehr aufgefallen. Nur die wenigsten Kinder waren verkleidet und geschminkte Eltern waren kaum aufzufinden (was ich sehr schade fand).
Der Umzug selber war relativ klein. Es gab viele Tanzgruppen, aber wenige Menschen, die Süßigkeiten geschmissen haben. Das witzigste war eigentlich, dass typisch deutsche Karnevalsmusik gespielt wurde, nur war der Text auf Holländisch.
Aber die ganzen Makel sind den Bewohnern nicht aufgefallen (sie sind es ja nicht anders gewohnt ;)) und sie freuten sich um jede kleine Süßigkeit, die wir vom Boden aufhoben und in die Beutel steckten.

Hier sind ein paar Fotos:

Ein frühlingshafter Freitag:

Vor zwei Wochen arbeitete ich am Freitag. Das Wetter war so schön, dass wir uns mit den Bewohnern nach draußen gesetzt haben. Wir machten Obstsalat und haben es sehr genossen, die Sonnenstrahlen auf unserer Haut zu spüren. Wir haben sogar von Sonnencreme Gebrauch gemacht! Ich machte Blumenkränze und spielte mit zwei Bewohnern Boccia.
Es war ein Tag, an dem jeder von uns aufgeblüht ist. Natürlich war es „nur“ ein sonniger Tag und wir saßen „nur“ draußen in der Sonne und haben sonst nichts Spezielles unternommen, trotzdem werde ich diesen Tag vermutlich sehr lange nicht vergessen. Es war ein wunderbarer, entspannter Tag, der nach längerer Zeit schlechten Wetters unbedingt nötig war. Hier dazu ein paar Fotos:

Ostereier färben und Kränze backen:

Bald ist endlich Ostern und deshalb dachte ich mir, könnte ich ein paar deutsche Traditionen reinbringen. Also kaufte ich, als ich das letzte Mal in Deutschland war, Eierfarbe und besorgte mir von meiner Mutter ein Rezept für Osterkränze. Bevor ich die Eier mit den Bewohnern färbte, machte ich es schon ein Tag vorher mit einer Freundin und nahm eines dieser gefärbten Eier mit zur Arbeit. Die Reaktionen darauf waren unglaublich. „Was ist das?“, „Kann man das essen oder ist das nur Deko?“, „Wie macht man das? “.

Ich bemerkte, dass es auf jeden Fall Zeit war, mit den Bewohnern Eier zu färben. Also schnappte ich mir beim nächsten Mal, als bei der Arbeit war, die Bewohner, kochte Eier und erklärte ihnen, was sie zu tun hatten. Das machte ihnen echt Spaß und das Ergebniss fanden sie wunderbar. Farbige Eier! Sie waren alle sehr stolz drauf. (Und natürlich durften die Eier am Abend auch gegessen werden ;))


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