Buenos dias! Feliz Navidad y prospero año nuevo!

Bisschen verspätet aber was solls. In den letzten Wochen war ordentlich was los. Ich war in Deutschland, Mama war zu Besuch, Wochenende auf La Gomera und die ganzen Festtage…

Eigentlich wollte ich nicht lang und schmutzig über die Unterschiede zwischen Weihnachten hier und zuhause in Deutschland schreiben, da die Unterschiede echt nicht sooo groß sind. Allerdings sind mir beim Schreiben doch paar Dinge aufgefallen.

Weihnachten – was ist anders an „Navidad“?

Plaza de España in S/C de La Palma

Da ich am 1. Weihnachtstag nach Hause geflogen bin und am 30.12 schon wieder zurück, habe ich sowohl Weihnachten als auch Neujahr mehr oder weniger komplett auf La Palma mitbekommen. Hier wird mit deutlich mehr Lichterketten und Deko und dank der wärmeren Temperaturen auch am Heiligabend in den Straßen gefeiert. Und das obwohl an Weihanchten „Sturm“ war und wir nicht wie geplant schwimmen gehen konnten. Auch wenn ich es mir vorher echt nicht vorstellen konnte, aber die waren hier echt verrückt nach dieser Weihanchtslotterie. An dem Morgen von der Auslosung war die ganze Stadt still und überall liefen die Fernseher: „Miiiilllllleeeeee eeuuro… !“

Der 2. Weihnachtstag existiert nicht und anstatt Spekulatius und Lebkuchen (die ich Gott sei Dank im Lidl ergattern konnte) kommen Turrón, Pan de Manteca und Pulverones auf dem Tisch (typisches Weihnachtsgebäck, großer Keks mit Schweinefett, sandige Kekse ebenfalls mit Fett). Auf die Frage was ein typisch spanisches/ kanarisches Weihnachtsessen sei, habe ich nur fragende Gesichter und ein „Vielleicht etwas mit Gans?“ als Antwort bekommen. Das passt ja ziemlich mit der typischen „Weihnachtsgans“ überein (auch die Anzahl der Leute, die diese tatsächlich essen scheint hier ähnlich zu sein…quasi keine).

Meterhohe Wellen am Strand

Umzug der „Reyes Magos“

Außerdem wird Nikolaus hier gar nicht gefeiert. Dafür gibt es zu den „Reyes Magos“ (heilige Dreikönige) einen großen Umzug mit Wagen und Lichtern – erinnerte mich ein bisschen an einen kleinen nüchternen Karnevalsumzug. Irgendwie kam es über unsere Organisation, dass wir in diesem Umzug mitgelaufen sind und zwar als letzte Ankündiger vor Melchor. Heißt es waren 2 Stunden in denen Kinder an uns vorbei geguckt und aufgeregt angefangen haben zu jubeln. Denn ähnlich wie für den Nikolaus, schreiben die Kinder Wunschzettel an die Könige und wenn sie „lieb waren“ bekommen sie am Abend Geschenke.

Silvester – „Año nuevo“ & russiches Weihnachten

Auch interessant war „Año nuevo“ (Silvester). Hier in Santa Cruz wird nämlich australisches Neujahr gefeiert (das wir nebenbei angemerkt um zwei Stunden verpasst haben), d.h. um 13 Uhr haben die Glocken geläutet und die Straßen (genauer DIE Straße) von Santa Cruz war voll mit Leuten. Später um 20/21 Uhr sind alle nach Hause gegangen um mit der Liveshow um 23 Uhr (24 Uhr auf dem Festland) die 12 Trauben zu essen. Warum genau Australisches Neujahr? Keine Ahnung. Uns wurde gesagt, dass das seit ein paar Jahren so ist, da die Bars tagsüber öffnen und nach 24 Uhr relativ schnell schließen, sodass es ja logisch sei, einfach früher anzufangen. Also warum feiern wir nicht einfach alle ein früheres Neujahr aus einer vollkommen willkürlichen Zeitzone?

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen auch russisches Weihnachten (was an Silvester ist) zu feiern, da eine Freiwillige aus Russland kommt. Auch wenn uns im Endeffekt die traditionelle Rede von Putin erspart blieb und alles Russische an dem Tag nur der „Russian Salad“ war, war es doch ganz interessant mitzubekommen, dass Weihnachten nicht überall am 24. Dezember gefeiert wird.

Kurztrip nach La Gomera

Letztes Wochenende waren wir dann auf La Gomera (die zweit kleinste Kanaren Insel mit 20.000 Einwohnern). La Gomera ist schon sehr ländlich. Am Sonntag gibt es ganze zwei Busse von einer der größten Städte zur Hauptstadt. Und von diesen zwei Bussen hatte unser Bus dann nach zehn Minuten auch noch eine Panne. Aber alles gut, das Schiff haben wir nicht verpasst und auch die Schifffahrt habe ich ohne unerwünschtes Wiedersehen aus meinem Magen überstanden. Denn das Erste, was einem hier zu La Gomera gesagt wird, ist: „Mit dem Boot? Hahah viel Spaß“ oder wörtlich mein Chef: „Das Boot ist der einzige Grund, warum ich nicht nach La Gomera fahre“. ABER: La Gomera ist echt wunderschön:

Vallehermoso- „schönes Tal“

Nationalpark „Garajonay“

(radioaktive) Arepas und Papas locas

Weihnachtszeit im Projekt

In dem Projekt wurden noch viele besondere Events zu Weihnachten gemacht wie z.B. ein „Weihnachtssingen“ in der Residenz für behinderte und/oder alte Menschen. Wir sind dort mit allen Kindern und Jugendlichen von Embarriate hingegangen. Es überrascht mich immer wieder, mit wie viel Begeisterung vor allem die Jugendlichen diese Aktivitäten annehmen. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich das früher wahrscheinlich eher so mittelmäßig cool gefunden (obwohl es eine total schöne Veranstaltung war!!!).

Weihnachtssingen im „Centro de Dia“

Ansonsten an alle, die sich tatsächlich dieses ganze Geplänke zuende durchgelesen haben – Danke! 😉

Hasta lluego,

Leonie


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