Hola! Buenos días!

Seitdem ich den letzten Eintrag geschrieben habe, sind schon wieder 1 ½ Monate vergangen, und ja ich weiß, das schreiben alle, aber diese Zeit ist wie im Flug vergangen. Trotzdem fühlt es sich wie eine Ewigkeit an, denn (ja ich weiß ebenfalls nicht sehr einfallsreich, aber wahr) es ist super viel passiert. Einleben ins Projekt, in einem komplett neuen Alltag, Teneriffa, On-Arrival, Wanderungen, Wanderungen, Wanderungen …. Außerdem erkläre ich genauer, was ich hier eigentlich mache. Ich versuch es kurz zu halten…

Teneriffa-Trip

Vor zwei Wochen war unser On-Arrival Training auf Gran Canaria, wo wir 6 aufregende Tage mit 13 anderen Freiwilligen der Kanaren verbracht haben, aber erstmal zu Tenerife… vor diesem Training lag ein langes Wochenende, was meine Mitfreiwilligen und ich nutzten um Teneriffa zu besuchen.

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Nach Costa Adeje folgen 2 Tage in Santa Cruz de Tenerife

Zwei Tage waren wir im Süden von Teneriffa, mitten in der Touristen Hochburg Costa Adeje. Objektiv betrachtet ist es bestimmt kein schlechter Ort zum Urlaub machen, doch mit dem Hintergrund, dass wir da bereits einen Monat auf La Palma waren (die vom Massentourismus verschont ist) und dort den „echten kanarischen Alltag“ (Lebensgefühl der Palmeros, Atomsphäre in den Straßen, spezielle kanarische Architektur, einsame Berge/ Strände…) gewohnt waren, ist es vielleicht verständlich, warum es für uns mehr wie ein ganz großer Vergnügungspark wirkte, der so absolut gar nichts mit unserm Bild der Kanaren (was sich ja eigentlich auch auf La Palma beschränkt) zusammen passte.

Aber nun ja was hatten wir denn erwartet?! Trotzdem war es interessant, das alles mal gesehen zu haben, zum einem so einen Ort aus einer „nicht-touristischen“ (natürlich sind wir hier Touristen, aber ist dann doch was anderes) Sicht gesehen zu haben und zum anderen ist es ja auch einfach so, dass dieser Tourismus einen SEHR großen Teil der Kanaren ausmacht – nur kriegen wir davon auf La Palma nicht so viel von mit.

On-Arrival-Training

Aber jetzt zum On-Arrival-Training in Las Palmas auf Gran Canaria (nochmal zur Erinnerung – La Palma ist eine andere Insel!!!). Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass ich innerhalb von einer Woche auf drei Kanarischen Inseln bin, hätte ich ihm nicht geglaubt (und wieder eine typische Formulierung…sorry…).

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Hostel während unserem On-Arrival-Seminar

Die Woche war super anstrengend, aber hammergeil! Es war schön, andere Freiwillige von den Inseln zu treffen. Wir haben über interessante Sachen gesprochen und wir waren für 6 Tage in der Zivilisation (!!!). Ja, es hat sich tatsächlich so spektakulär angefühlt. Wir wurden regelmäßig komisch angeguckt, wenn wir – etwas zu begeistert – über eine riesige Straße (oder wie man sie normalerweise nennt: „Nebenstraße“), Läden, Clubs und Bars gestaunt haben. Ich habe mich echt wie ein totales Landei gefühlt, was noch nie eine Stadt gesehen hat – nun ja vielleicht weil ganz La Palma weniger Einwohner hat als Las Palmas de Gran Canaria. Und dass, obwohl ich in Deutschland in einem viel kleineren Dorf wohne, wo deutlich weniger los ist, als in Santa Cruz de La Palma (sorry für die vielen Santa Cruz/ La(s) Palma(s) – jede Stadt hier ist heilig).

Wieder in La Palma:

Aber nach dieser Woche war ich doch ganz froh, wieder ins ruhige La Palma zurück zu kehren. Und als wir gelandet sind, habe ich mich echt gefühlt, als würde ich nach Hause kommen. Die 10 Tage Abstand haben mich erstmal realisieren lassen, wie sehr ich mich doch schon eingewöhnt hab und wie traumhaft es hier doch ist.

Nationalpark Caldera de Taburiente

Insgesamt habe ich den letzten zwei Monaten auch vor allem La Palma weiter erkundet und ich kann wirklich nur sagen La Palma ist ein Paradies (unter anderem auch für deutsche Touristen, aber dazu mehr an anderer Stelle). Wie ich im letzten Blog geschrieben hab, ist die Insel super vielfältig und es ist immer noch unglaublich für mich, wie schnell die Landschaft sich hier ändert und, dass ich wirklich hier lebe! Erkunden heißt hier vor allem wandern. Jedes Wochenende wird eine „Ruta“ gemacht. Man könnte meinen, dass das langweilig wird und ich habe mit Sicherheit nicht damit gerechnet, das so viel zu machen, allerdings wurden wir bisher noch jedes Mal aufs Neue positiv überrascht.

Was ich hier mache:

Nachdem ich jetzt 10 min hin und her überlegt habe, ob ich noch über meine Arbeit schreiben soll oder nicht – ich bin selber immer mehr oder weniger motiviert lange Blogs zu lesen – werde ich es dennoch schreiben, einfach um einmal geklärt zu haben, was ich hier eigentlich mache. Also meine koordinierende Organisation (CO) ist Mojo de Caña, ich arbeite aber für das Rathaus Breña Alta (Aufnahme Organisation). Allerdings arbeite ich auch nicht im Rathaus, sondern in 7 verschiedenen Einrichtungen.

Centro Ocupacional:
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Arbeitsblätter im Centro Ocupacional

Behindertenwerkstatt (für die, die es kennen ähnlich Haus Hall) – Hier werden Stoffe, Schmuck, Schnaps und Zigarren hergestellt (ja richtig gelesen Schnaps und Zigarren! -typisch für La Palma). Wir geben dort 4 Gruppen für jeweils 45 min Englischunterricht, wobei es nicht wirklich um das Erlernen von Englisch geht, sondern mehr um das Anstrengen von Gehirn & Beschäftigung. Obwohl ich vorher etwas nervös war (wenig Infos über was wir dort tun sollen/ keine Erfahrung mit der Arbeit mit Behinderten…), gefällt mir es unglaublich gut.

Centro Infantil:

Kindergarten für Kinder mit 1&2 Jahren (suuuppeeerr süß, außer wenn sie weinen) – Wir helfen dort in der Mittagszeit entweder in der Küche oder in einer Gruppe, da dort wirklich jede Hand zu gebrauchen ist. Schön daran ist, dass man sich tatsächlich mal wirklich gebraucht fühlt und die Kinder wirklich Zucker sind. Der weniger schöne Teil… nun ja, wer freut sich nicht über eine Ladung Kürbiskompott auf der Hose 😉, aber halb so wild, das macht sich gut neben dem Kartoffelpüree und Orangensaft.

Café de Idiomas:

Sprachen Café – das sind 2 Stunden die Woche, wo meine Mitfreiwillige und ich Deutsch bzw. Englisch „unterrichten“. Wir können dabei komplett frei entscheiden, was wir machen, Ziel ist es nur den Teilnehmern die Angst vorm Sprechen zu nehmen. Anstatt Grammatikeinheiten durchzupauken, unterhalten wir uns daher einfach über verschiedene Themen und wenn sie Fragen haben, erklären wir. Da hier super viele deutsche Touristen oder Senioren sind, ist das Interesse an Deutsch sogar da. Vor ein paar Wochen wurde mir sogar von jemandem gesagt, dass Deutsch für ihn viel schöner klingt als Englisch (hat sie etwa nicht mitbekommen, dass man uns immer erzählen muss, wie böse wir doch klingen?! – Ich musste tatsächlich auch meinen Mitfreiwilligen zeigen, dass man SCHMETTERLING auch freundlich aussprechen kann).

Banco de Alimentos:
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Von Milch bis Shampoo ist alles dabei

Hier erhalten Familien einmal im Monat eine Kiste mit Lebensmitteln zur Unterstützung. Diese Lebensmittel werden in einer Sammelaktion im November gesammelt, gespendet oder werden zum Teil von einem Förderprogramm für benachteiligte Regionen der EU subventioniert. Unsere Aufgabe besteht darin, die gepackten Boxen zu kontrollieren und zu helfen die Produkte in Tüten zu packen. Die Kisten werden vorher von einer Mitarbeiterin gepackt, da sie aber eine leichte geistige Behinderung hat, verzählt sie sich manchmal. Vor allem am Anfang kam ich mir sehr komisch vor, sie „zu kontrollieren“. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, u.a. weil es für sie auch absolut kein Problem ist, sondern einfach eine Sache, die halt so ist.

Embarríate Infancia/ Juventud/ +

Embarríate ist ein Projekt von meiner CO und es heißt übersetzt in etwa „lebe deine Nachbarschaft“. Es bestehen drei Gruppen: Embarríate + ist für Senioren, dort wird gebastelt etc. um das Gehirn fit zu halten. Die beiden anderen Gruppen sind einmal Grundschüler (Infancia) und Jugendliche (Juventud). Dort werden in der ersten Stunde Hausaufgaben gemacht, wo wir bei Englisch (Deutsch) helfen können. Und auch immer mehr in anderen Fächern – mit dem Spanisch geht’s dann doch langsam voran. Danach werden für 2 Stunden verschiedenste Dinge gemacht – Spiele, Energizer, Singen, Vortrag…. Das bietet den Kindern Zeit sich auszutoben und Hilfe zu bekommen. Gleichzeitig werden Werte wie Toleranz, Verhalten in Gruppen etc. vermittelt. Am Anfang fand ich es komplett komisch, dass die Jugendlichen alle so motiviert sind. Mittlerweile ist mir klar geworden, dass es eine der wenigen Möglichkeiten für sie ist, sich mit anderen zu treffen etc. Es werden schlicht und einfach nicht viele Sachen für junge Menschen angeboten.

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Körbebasteln mit den Senioren von Embarríate +

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Kinobesuch mit den Jugendlichen von Embarríate Juventud

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Embarríate Infancia (Grundschüler)

Das Projekt ist also echt abwechslungsreich. Insgesamt habe ich mich super eingelebt. Ich merke, wie ich mich hier immer mehr „zuhause“ fühle. Auch wenn ich gerade doch ein bisschen Heimweh habe, kriege ich es meistens ganz gut hin mich abzulenken. Ich bin insgesamt echt super zufrieden hier!

Um auch mit den typischen Formulierungen abzuschließen – Falls das noch jemand liest – Danke! 😉

Sonnige Grüße,

Leonie

 

 

 


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