Das, was ich gerne als mein Auslandsjahr bezeichne, weil es sich besser anhört als Auslandszehnmonate, ist in 18 Tagen zu Ende. Wie hoffentlich alle EFDler hatte ich eine wahnsinnig interessante, herausfordernde, spannende, schöne und einzigartige Zeit voller neuer Erfahrungen und Menschen, die mich geprägt haben. Ich habe mich so sehr verändert, dass ich ein bisschen schmunzeln musste, als ich das Bild von mir, das vor einem Jahr entstanden ist, hier auf der Website gesehen habe. Das liegt an der äußerlichen Veränderung, die vor allem darauf zurückzuführen ist, dass ich mir das Geld für den Friseur in den letzten zehn Monaten gespart habe. Allerdings habe ich mich auch sonst verändert. Obwohl, wahrscheinlich trifft es das schöne Wort weiterentwickelt am besten.

Ich schreibe diesen Blogeintrag gerade in einer sentimentalen Stimmung, da mir heute erst bewusst wird, dass das Ende meines Freiwilligendienstes vor der Tür steht, auch wenn das Ganze noch immer unvorstellbar ist. Gezwungen darüber nachzudenken wurde ich, weil heute 3 Freiwillige, mit denen ich seit über neun Monaten zusammen gearbeitet, gewohnt und meine Freizeit verbracht habe, ihr Projekt beendet haben. Beim Abschied wurde gesagt, dass der Freiwilligendienst hier wie ein langer Urlaub sei und ja, diesen Eindruck hat man hier schnell. Hier ist nämlich jeder zweite, den ich treffe im Urlaub und auch für diejenigen, die nicht gerade als Touristenführer arbeiten, wird die Quote wahrscheinlich nur um ein Unwesentliches kleiner sein.

Madeira ist wirklich ein Urlaubsparadies, zwar ohne goldgelben Sandstrand, dafür aber mit Bergen, toller Landschaft und dem Atlantischen Ozean, der eigentlich von überall zu sehen ist, ein Inselvorteil. Da Madeira so paradiesisch ist, kommen jährlich mehr Touristen, und ein Großteil der ca. 250.000 Einwohner lebt direkt oder indirekt aus den Einnahmen, die der Tourismus als größter Wirtschaftszweig bringt.

Da der Tourismus am meisten Geld auf die Insel bringt, wurde das Projekt gegründet, in dem europäische Freiwillige wie ich Touren zu den geschichtlichen Hintergründen in Funchal, der Hauptstadt von Madeira, auf unseren Muttersprachen und Englisch geben. Am Anfang war mir nicht bewusst, dass ich eigentlich ausschließlich als Touristenführer arbeiten würde, aber nach einiger Zeit und als ich nach mehr als zwei Wochen lernen meine ersten Touren geben konnte, machte die Arbeit viel Spaß, den ich bis jetzt immer noch empfinde, auch wenn es nach fast zehn Monaten auch mit verschiedensten Touren irgendwann etwas eintönig werden kann.

Alles in allem bin ich sehr dankbar, den Europäischen Freiwilligendienst gemacht zu haben. Es war die genau richtige Entscheidung für mich!


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