7 Monate Casa Europa

Es sind mittlerweile schon 7 Monate meines EVS vergangen und nachdem Linda uns erneut erinnert hat ist es auch für mich Zeit einen Blogeintrag zu schreiben.

Am 1.Oktober habe ich meine Reise nach Lissabon begonnen und ich muss zugeben, die ersten Tage waren unglaublich anstrengend.

Ich wusste zwar, dass Pro Atlantico eine große Organisation ist, aber mit knapp 40 Freiwilligen habe ich nicht gerechnet. 30 von uns lebten direkt in einem Haus und somit musste man im Prinzip durchgängig Small Talk führen und sich wenigstens die Namen und Herkunftsländer aller merken.

Nach wenigen Tagen hatte sich diese Aufregung aber gelegt und es kehrte langsam etwas Ruhe in unser Haus ein.

Ein Großteil der Freiwilligen zog in andere Wohnungen und somit waren wir „nur“ noch ca. 13 Personen in der „Casa Europa“. Mehr und mehr überkam mich das Gefühl wirklich zuhause zu sein. Meine Mitbewohner wurden zu meiner Familie und mein Projekt zu einer völlig alltäglichen Aufgabe. Die Verbindung zwischen uns wurde immer besser und das Zusammenleben dadurch immer einfacher.

Meine Erfahrungen im Projekt

Mit meinem Projekt lief es eher etwas durchwachsen. Ich arbeite in einer Schule mit anschließender Kinderbetreuung und einerseits liebe ich meine Arbeit, weil ich mit unglaublich süßen und herzlichen Kindern arbeite. Andererseits war es manchmal etwas schwierig, da die Atmosphäre zwischen den Mitarbeitern oft negativ ist und es Tage gab an denen ich gar nichts zu tun hatte und einfach darauf wartete nach Hause zu gehen.

Zugegeben hatte auch die Sprachbarriere ein wenig zu der angespannten Stimmung beigetragen.

Zu meiner Überraschung waren meine Kinder jedoch vom 1. Tag an unglaublich offen und haben mich, aus welchem Grund auch immer meistens verstanden. Die Mitarbeiter in meinem Projekt sprechen aber alle kein Englisch und somit war die Kommunikation am Anfang etwas schwierig.

Rückblickend muss ich sagen, dass ich irgendwie froh darüber bin, denn so konnte ich lernen zumindest einen Großteil portugiesisch zu verstehen und auch etwas zu sprechen.

Während der 7 Monate, die bisher vergangen sind, war ich zweimal in Deutschland, einmal an Weihnachten und einmal zur Osterzeit. Jedes Mal war ich unglaublich glücklich meine Familie und Freunde zu sehen, aber auch fast genauso sehr habe ich mich gefreut wieder zurück zu fliegen.

Bevor ich mein Auslandsjahr begonnen habe, war meine größte Sorge über so einen langen Zeitraum von meiner Familie getrennt zu sein. Natürlich vermisse ich sie, trotzdem bin ich unglaublich froh darüber diese Möglichkeit wahrgenommen zu haben und mich nicht aufgrund dieser Angst dagegen entschieden habe.

Für mich beginnen jetzt die letzten 3 Monate meines EVS und hier in Portugal die Sommerzeit. Zum Glück können wir von Casa Europa direkt aufs Meer blicken und darum bei gutem Wetter jeden Tag an den Strand.

Ich freue mich sehr auf meine letzten Monate hier und kann gar nicht fassen wie schnell die Zeit verflogen ist.


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