Seit knapp 2 Monaten bin ich nun wieder in Deutschland und es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht an das vergangene Jahr gedacht habe. Vor meiner Abreise habe ich mich oft gefragt, ob es die richtige Entscheidung war. Ich war unsicher. Oft fragte ich mich, ob ich es schaffen werde, in einem fremden Land mit fremder Sprache ohne vertraute Menschen klar zu kommen.

Mit ein wenig Abstand kann ich sagen, es war eine der besten Entscheidungen, die ich je in meinem Leben getroffen habe!  Das Jahr bestand aus vielen Auf und Ab`s und es war auf keine Fälle immer einfach. Immer wieder musste ich über meine eigenen Grenzen gehen, meine gewohnte und sichere Komfortzone verlassen. Es gab Tage, an denen ich mich fragte, warum mache ich das hier überhaupt? Tage, an denen ich keine Kraft mehr hatte und den Sinn des Jahres in Frage stellte. Doch nach langen 4 Monaten merkte ich, dass es sich lohnt. Ich war endlich in Dänemark angekommen und plötzlich ging es „nur“ noch bergauf.

Das Jahr hat mich sehr vieles gelehrt. Ich bin kein neuer Mensch, aber ich habe Erfahrungen gemacht, die mich sehr geprägt haben. Ich bin sicherer geworden, denn ich musste Entscheidungen treffen, versuchen aufzuhören alles zu überdenken und immer wieder die Initiative ergreifen.

„Keiner kommt von einer Reise so zurück wie er weggegangen ist.“

Ich habe die unterschiedlichsten Menschen aus aller Welt kennenlernen dürfen und wunderbare Freundschaften geschlossen. Ich habe mit Kindern arbeiten dürfen, die mir die Sprache lehrten und mir immer wieder zeigen, dass es sich lohnt hier zu sein. Und sie sind mir alle unglaublich ans Herz gewachsen. Ich hatte wundervolle Kollegen, die mir immer zur Seite standen und ich habe eine zweite Familie gewonnen.

Aber ich habe auch gelernt zu akzeptieren, dass man manche Menschen nur einmal sehen wird und dass sich nicht zu allen Kontakt halten lässt. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, den Moment zu genießen und nicht immer an morgen zu denken.

Und dann hieß es vor knapp 2 Monaten Abschied zu nehmen … Es war ein komisches Gefühl, es fühlte sich so unwirklich an. Sind die 9 Monate nun etwa wirklich einfach vorbei??? Ich freute mich riesig meine Familie am Flughafen zu sehen, es fühlte sich so vertraut an. Und ich habe in Dänemark gelernt, wie wichtig die eigene Familie und gute Freunde sind. Doch als ich in mein Zimmer ging, fühlte ich mich irgendwie fremd. Es stand alles so, wie vor 9 Monaten, nichts hat sich geändert. Und da merkte ich das erste Mal sehr bewusst, dass ich mich aber verändert habe.

Erst in den letzten 2 Monaten ist mir immer wieder bewusst geworden, wie viel mir das Jahr in Dänemark wirklich gebracht hat. Und wie froh ich bin, es gemacht zu haben.

Ich kann nur sagen, dass ich mich immer wieder so entscheiden würde und es allen ans Herz legen kann, einen EFD oder ein Auslandsjahr zu machen.

Vielen Dank an alle, die mir all dies ermöglicht haben!!!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Related Posts

EFD 2017-18

Testimonials von unseren EFD-Returnees

Bei den einen gehts gerade los, bei den anderen ist das Auslandsjahr schon vorbei. Unsere EFDler aus dem letzten Jahr sind mittlerweile alle wieder gesund und munter aus ihrem Freiwilligendienst zurückgekehrt. Neben dem comeback Seminar Weiterlesen

EFD 2017-18

Eine Woche blau und gelb

Knapp drei Wochen sind von meinem EFD noch übrig, dann geht es nach Deutschland. Ich kann gar nicht glauben, wie schnell der Sommer vergangen ist. Aber wenn man bedenkt, was ich alles gemacht habe, ist Weiterlesen

EFD 2017-18

Die Wahrheit hinter den Klischees

In den vergangenen elf Monaten habe ich nun mit Freiwilligen aus aller Welt zusammen gelebt. Ich bin mir sicher, dass ich dadurch für die Zukunft einiges an sozialen Kompetenzen erlernt habe, vor allem was den Weiterlesen