“Nobody said it would be easy …”

Die dänischen Wörter, das Rauschen des Windes, die Durchsagen am Bahnhof, die Straßen, die Einkaufsläden, die Menschen, die Kerzen, der Umgang miteinander, das Meer, der Regen, die Stille und Gemütlichkeit.

All das war vor einem halben Jahr komplett fremd für mich. Meine ganze Umgebung war fremd, oder vielleicht besser gesagt: Ich war fremd hier. Ich kannte nichts, ich kannte niemanden. Natürlich war es einerseits  spannend. Doch für mich war es viel mehr merklich, seltsam, erschreckend. Alles war neu, ich wollte es erkunden, doch schnell begann ich mich zu fragen, wo mein Platz hier ist. Ich fühlte mich nicht zu Hause, vermisste meine Familie, meine Freunde, meine Sprache, das Gewohnte – eben all das was ich kannte.

Ich lebe hier in einem kleinen Dorf in einer Gastfamilie. Weit entfernt von den großen Städten Dänemarks, Kopenhagen, Aarhus und Odense (im Vergleich zu Deutschland sind auch diese nicht wirklich groß :)). Es gibt hier nicht viel zu tun, es war am Anfang oft  „langweilig“ und es war mir einfach viel zu ruhig!!! Jeder kannte gefühlt jeden (nicht nur aus dem Dorf, sondern aus dem ganzen Gebiet). Menschen wussten, wer ich bin, ich kannte sie jedoch nicht. Und dann lebte ich noch in einer Gastfamilie, in der es so anders wie zu Hause war, die Gewohnheiten, Traditionen, Ansichten.

 

“Never let a stumble in the road be the end of your journey … Remember, difficult roads often leads to beautiful destinations!”

Doch nach und nach war das Neue plötzlich nicht mehr neu. Das Fremde nicht mehr fremd.

Hanna, 2018, Ausflug, Dänemark, Thorsminde, Dünen, Meer, EVS

Ausflug nach Thorsminde

Ich konnte mich zurechtfinden, kommunizieren und habe nach und nach meinen Alltag hier gefunden! Und ich habe begonnen, die Ruhe hier zu genießen. Diese Stille, die am Anfang beunruhigend war, war plötzlich beruhigend. Mit den einst fremden Menschen, ergaben sich Gespräche in der einst so fremden Sprache und einige wurden mehr und mehr zu Freunden. Das fremde Haus und die so fremde Familie wurden zu meinem Zuhause.

Hanna, Dänemark, Ausflug, Schlittschuhlaufen, Eis, Kälte, EVS

Schlittschuhlaufen auf einem zugefrorenen See

Mittlerweile ist Dänemark wie eine zweite Heimat für mich. Es ist nicht alles perfekt hier, aber das ist es nirgendwo. Natürlich gibt es auch hier Probleme, aber ebenso auch wunderschöne Momente. Ich habe hier meinen Alltag, meine Arbeit, meine Freizeit, meine Freunde. Es ist eine andere Heimat, nicht dieselbe, die ich in Deutschland habe. Für nichts würde ich meine Heimat in Deutschland tauschen, das habe ich hier realisiert. Doch ich möchte auch diese Heimat, meine zweite dänische Heimat, die ich gewonnen habe, auf keinen Fall mehr missen.

 


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