„Sich fremd fühlen.“, „Wieder zurück wollen.“, „Sich unverstanden, so leer und irgendwie so einsam zu fühlen.“, „Hass und Frustration.“

Diese Gefühle kennen glaube ich alle, die für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen. Man kommt in einem Land an, in dem alles fremd und so anders ist. Man ist auf sich alleine gestellt und muss sich an so vieles gewöhnen. Die Kultur, das Essen, die Menschen, die Gastfamilie, die Arbeit, …. – einfach an alles. Die Rede ist vom bekannten Kulturschock.

Doch man lebt sich ein, das Fremde wird plötzlich zu etwas Vertrautem. Man fühlt sich in der Fremde zu Hause.

Irgendwann geht der Aufenthalt jedoch zu Ende und man muss Abschied nehmen. Es kommt die Zeit, an der man wieder zurück in die alte Heimat muss. Man freut sich, seine Familie und Freunde wiederzusehen, ist aber auch traurig, denn man muss ja seine gewonnene „Heimat“, seine Freunde und zweite Familie zurücklassen.

Nach kurzer Freude waren diese Gefühle dann plötzlich wieder da. Ich fühle mich nicht verstanden, denn keiner kann nachvollziehen, was ich in den 9 Monaten erlebt habe. Viele wollen gar nicht wirklich wissen, was ich erlebt habe. Ich fühle mich so „halb“, denn ein Teil von mir ist noch immer in Dänemark. Zu Hause hat sich zwar einiges geändert, aber irgendwie doch nichts. Denn ich habe mich irgendwie viel mehr verändert. Ich fühle mich zu Hause, aber irgendwie doch so fremd. Es ist alles so hektisch hier, so laut. Ich möchte mit den Kindern hier auf Dänisch reden, denn mir fällt das deutsche Wort nicht ein. Muss aufpassen, dass ich nicht „Du“ anstatt „Sie“ sage. Stelle mich bei allen mit Vornamen vor, wohingegen die anderen nur ihren Nachnamen sagen.

„Wenn man zurückkommt, hat man sich verändert. Alles Andere ist gleich geblieben und damit kommt das Fremde in das Vertraute.“ – Ulrich Dettweiler, Professor für Pädagogik an der Universität Stavanger

Doch im Gegensatz zum ersten Kulturschock im fremden Land, hat man hier seine Familie und seine Freunde und man kann sich vollkommen fallen lassen.

Das Wiedereinleben braucht eben auch seine Zeit …


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