Guten Tag liebe Leserinnen und Leser,

heute, an einem sonnigen und verhältnismäßig kühlen Sonntag, dem 03.02.2019, hier in Oeiras, verfasse ich diesen kleinen Beitrag über meinen Januar in Portugal.

Der vergangene Monat war bisher einer der stellenweise interessantesten, progressivsten, frustrierendsten und erkenntnisreichsten Monate meines EFDs. In meinem Projekt verstehe ich mich immer besser mit all den Senioren und Kindern, die mir zwar in der vergangegen Zeit bereits ans Herz gewachsen sind, mit welchen ich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch familiärer und vertrauter zusammen die Zeit verbringe. Dieses Gefühl ist wunderbar, wenn Menschen mit einem zusammen lachen, fröhlich sind und einem danken, für das, was man tut.

Selbstverständlich und erst recht bin ich aber auch dankbar für immer wieder durchscheinendes „kritisches“ Verhalten, vor allem von Seiten der Kinder, zu mir, da sie mir durch ihre offene und ehrliche Art in aller Einfachheit deutlich machen, auf welchen Gebieten ich mich noch entwickeln kann. Insofern bin ich dankbar für jede Erfahrung und jede Beziehung zu Menschen, da mir so stets mein eigener Entwicklungsstand und Horizont – wenn auch unterbewusst – entgegen gehalten wird und ich durch aufmerksames Beobachten meiner Selbst und meiner Umwelt wertvolle Erkenntnisse aus jeder Lebenssituation filtern kann.

Dementsprechend war ich auch „dankbar“ für den ersten Konflikt in unserer Wohngemeinschaft, in dem es um das Rauchen innerhalb der Wohnung ging und ich, obwohl ich im Recht war, teils zu überstürzt und unsensibel den „Täter“ mit seinen Missetaten konfrontiert und damit auch provoziert habe. Nachdem sich mittlerweile glücklicherweise die Wogen etwas geglättet haben, konnte ich nach viel Geduld, hitzigen Debatten und einberufenen Versammlungen etwas lernen, und zwar: Verliere niemals deine Leichtigkeit, deine Nächstenliebe und deine Klarheit. Gib Dich nicht wegen einer anderen Person und einer bestimmten Situation auf.

Ich kann im Recht sein und ich kann die Wände mit Hausregeln zutapezieren und ich kann damit ein bestimmtes Verhalten eines Menschen reprimieren. Aber ist es nicht besser, den Menschen sich selbst verstehen und ändern zu lassen, als von oben herab? Durch die kleine durchlebte „Wohnungskrise“ hing zwischenzeitlich der Haussegen schief, aber seit meiner Erkenntnis über Konfliktbewältigung und Standhaftigkeit verstehen wir uns besser als je zuvor. Wichtig ist aber natürlich auch, sich von Anderen nicht unterdrücken zu lassen und bei jeder Meinungsdissonanz den Kürzeren zu ziehen. Das Tanzen auf dem Seil zwischen selbstbewusster Standhaftigkeit, Durchsetzungskraft, Kompromissbereitschaft, Akzeptanz, Verständnis und gleichzeitiger Leichtigkeit, Liebe und Ehrlichkeit ist anspruchsvoll und bedarf eines klaren Geistes und warmen Herzens.

Ich wurde im ersten Monat des Jahres 2019 also nicht nur in aller Deutlichkeit auf meine persönlichen Charaktermerkmale und verbesserungswürdigen Einstellungen hingewiesen, sondern konnte durch den sukzessiven Lösungsweg aus dem Konflikt heraus mein psychologisches Feingefühl und Menschenvertsändnis enorm weiter entwickeln und davon werde ich mein gesamtes Leben profitieren.

Abgesehen von Projekt und Haussegen habe ich in diesem Monat auch sehr viel unternommen. So habe ich eine Wanderung von dem Zugbahnhof in Sintra durch das riesige Waldgebiet „Serra da Sintra“ über Stock und Stein, bergauf und bergab bis hin zum westlichsten Punkt des europäischen Festlandes „Cabo da Roca“ unternommen. Der 25 Kilometer lange Fußmarsch hat mich sehr entspannt und neue Seiten von Portugal aufgezeigt. Auch habe ich den „Palacio da Pena“ und „Castelo dos Mouros“ in Sintra besichtigt, zwei der vielen Wahrzeichen des kleinen Städtchens gute 25 Kilometer nordwestlich von Lissabon. In den folgenden Wochen war ich auf mehreren Geburtstagsfeiern von Freiwilligen, mittlerweile Freunden, eingeladen und habe es sehr genossen (mitunter schmecken durch die internationale Vielfalt der Gäste die zubereiteten Speisen immer exotisch und meistens himmlisch gut).

Mir geht es sehr, sehr gut und ich genieße jeden Moment, den ich erleben darf. Das Wetter wird langsam aber sicher frühlingshafter, ich lebe fröhlich, gesund und erkenntnisreich und solange die Sonne voller Kraft und Schönheit morgens am Himmelszelt emporsteigt, ist doch sowieso alles wunderbar!

Genießt das Leben & Sempre DISFRUTAR!

David


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