Jahr Zweitausendneunzehn, Monat Vier – April. So schnell kann´s gehen!

Kulinarische Freude

Der vergangene Monat war wunderschön, voller unbezahlbarer Erinnerungen und Lektionen und sehr, sehr sonnig.

Wenn ich die Eindrücke des Aprils in einem Geschmack zusammenfassen würde, dann wäre dieser wahrscheinlich der süß-säuerliche Geschmack der orange-farbenen, saftigen und zahlreich an den Wegesrändern wachsenden Mispel, genauer gesagt der „Japanischen Wollmispel“.

Eine super leckere Frucht mit Fruchtfleisch, welches an das einer reifen Pflaume erinnert, und zwei bis fünf dunkelbraunen Kernen.

Ich habe dieses Obst wirklich in vollen Zügen genossen und den ganzen Monat über gegessen, Zuhause, in der Mittagspause, am Strand, im Zug oder im Park – immer und überall: Mispeln.

Da es diese Frucht in Deutschland nicht häufig und wenn, dann etwas teuer zu kaufen gibt, habe ich die Situation genutzt und zugeschlagen!

Neue Erfahrungen im Projekt

Meine Arbeit in diesem Monat war sehr erkenntnisreich und vielseitig. Sowohl in Bezug auf mich und mein eigenes Verhalten, als auch die mich umgebenden Menschen habe ich sehr wertvolle Erfahrungen gesammelt und gelernt, worauf es unter anderem im Leben ankommt.

So habe ich an einem sehr deutlichen Beispiel am eigenen Leib erfahren dürfen, wieso Ehrlich- und Verlässlichkeit so wichtig sind und nicht so einfach von der Hand gewiesen werden können und wie alles, was man in Form von Gedanken und Taten aussendet, früher oder später zu einem Selbst zurückkehrt. In den Freizeiteinrichtungen meines Projekts verlief die Arbeit gut und interessant.

Jeden Tag habe ich mit den Menschen geredet, gesungen, gelacht, geweint, getanzt, gespielt, gedacht, gedichtet, diskutiert, gearbeitet und Zeit miteinander verbracht. Parallel dazu wurde das Wetter wärmer, die Hosen kürzer und die Gefühle sommerlicher.

Besuch aus der Heimat

Meine Mutter besuchte mich gemeinsam mit einer Freundin für ganze zwei Wochen und wir kosteten die vierzehn Tage voll aus, immerhin hatte ich sie seit über sechs Monaten nicht gesehen.

Wir fuhren und spazierten umher, ich zeigte ihr meine Lieblingsorte in der Umgebung, wir probierten Lissaboner Backwaren und frischen Fisch, fuhren an die portugiesisch-spanische Grenze an das nördliche Ende der bekannten Region „Alentejo“, um vier Tage auf einer kleinen Farm in mitten der wunderschönen Natur das portugiesische Landleben kennenzulernen.

Wir erzählten uns Geschichten des vergangenen halben Jahres, tauschten Erlebnisse und Erkenntnisse aus, lachten und genossen unsere gemeinsame Anwesenheit. Die Zeit war so abgerundet und schön, dass ich ohne schlechtes Gewissen die Beiden wieder am Flughafen zur Rückreise nach Deutschland verabschiedete.

Es war ein super Gefühl, eine vertraute Person – in diesem Fall meine Mutter – in die Welt/Realität eintauchen zu lassen, in der ich mich seit etwa sieben Monaten befand und von welcher ich stets berichtet und Geschichten erzählt habe!

Stolz wäre vermutlich ein unpassender Begriff für das Gefühl, das ich während des Besuches in mir trug, eher eine Art glückliches, vertrautes Selbstbewusstsein und Freude daran, jemand anderes an meinen Erkenntnissen und Erfahrungen der vergangenen Zeit hier in Portugal teilhaben zu lassen.

Außerhalb des Projekts

Auch mit meinen Freunden hier vor Ort unternahmen wir Strand- und Museumsbesuche und sogar einen Flohmarkt für Kleidung zweiter Hand, aus dessen Einnahmen ich das Geld für mein Projekt benutzen möchte, um ein elektrisches Piano für das Seniorenfreizeitzentrum zu organisieren.

Mit meinen Mitbewohnern zusammen organisierten wir gemeinsame Abendessen und ich spüre hinsichtlich einzelner, wenn auch kleiner, Konflikte zu Beginn unserer Wohngemeinschaft, eine wirklich wohltuende und harmonische Atmosphäre zwischen meinen sieben Mitbewohnern aus Frankreich, Ungarn, Spanien, der Slowakei, Türkei und mir.

Und das erfüllt mich natürlich mit Zufriedenheit und Freude!

Ich bin sehr froh und dankbar dafür, meine Zeit bis jetzt genau so erlebt zu haben, wie ich es getan habe und trotz, oder auch gerade wegen einzelner Hindernisse, Missverständnisse oder Uneinigkeiten neben der vielen Reibungslosigkeiten zwischen Arbeit, Freunden und mir die wertvollen Erlebnisse gemacht zu haben, die mich reifen, wachsen und lernen lassen haben.

Auf die nächsten fünf Monate freue mich mit bestimmter Zuversicht und Vorfreude!

Até a proxima,

David Alexander Fuss

 

Erfahre mehr über Davids Erfahrungen in Portugal!


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