Seit nun fast einem Jahr bereite ich mich auf meinen EFD vor und seit etwas mehr als einer Woche lebe ich jetzt schon in Griechenland. Angefangen hat alles beim Auswahltag im ODI-Büro in Köln, über die Projektsuche bis jetzt, auf dem Balkon von der Wohnung, in der ich wohl die nächsten 10 Monate verbringen werde. Ganz realisiert habe ich es auf jeden Fall noch nicht… .

In Athen, am Flughafen, habe ich gleich schon meine Mitfreiwillige Anna kennengelernt, mit der ich für die nächsten 10 Monate zusammenleben und arbeiten werde. Am ersten Wochenende haben wir dann gemeinsam ein bisschen die Stadt in der wir wohnen, Livadia, eine gemütliche, kleine Stadt mit einigen sehr lebendigen zentralen Plätzen, erkundet. Abends ist zum Beispiel in den Bars, im Theater am Fluss oder an einem der öffentlichen Plätze immer etwas los. Da die Stadt aber gar nicht so groß ist, trifft man die wenigen Leute, die wir bis jetzt kennen, oft wieder. Das verleiht der Stadt schnell eine familiäre Atmosphäre. Aber auch neue Leute kennen zulernen fällt hier nicht schwer. Abends treffen sich Jugendliche und generell eigentlich alle um den Fluss herum, da lernt man schnell die örtliche Jugend kennen.

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Die Berge und das Amphitheater am Rande der Stadt

Nachdem wir also am ersten Tag erfolgreich grundlegende Haushaltsdinge gemeistert haben, wie zum Beispiel die Beschaffung von Essen, Spülschwamm und Müllsäcken (mit Vanilleduft!) an einem Sonntag und ganz nebenbei noch unsere Toilette repariert haben, wollten wir an den Strand! Nach einer etwa einstündigen Fahrt durch die kurvigen, aber wirklich beeindruckenden Berge rund um Livadia waren wir an einem kleinen aber schönen Kiesstrand und haben da das Meer genossen. Bei ca. 35 Grad kann man aber auch wirklich jede Abkühlung gebrauchen! Mit zwei älteren griechischen Frauen haben wir dann unsere erste kleine Unterhaltung auf Griechisch gehabt. In wirklich sehr bruchstückhaftem Griechisch konnten wir herausfinden, wann und wo der Bus fährt.

 

Unsere erste Arbeitswoche war noch relativ entspannt. Wir sollten zuerst einmal die „Kinder“, so werden die Erwachsenen mit geistiger Behinderung hier im Zentrum liebevoll genannt, beobachten und uns einfach zu ihnen gesellen. Im Laufe des Tages wird dann viel gebastelt, gemalt, gepuzzelt oder Memory gespielt. Gleich in der ersten Woche wurden wir sehr überschwänglich begrüßt und von Küssen und Liebesbekundungen von allen Seiten geradezu überhäuft. Obwohl wir am Anfang kein Wort Griechisch sprachen, brachten die Kids uns geduldig einzelne Wörter bei.

Die Bushaltestelle, an der wir jeden Morgen abgeholt werden. Wie man die Bushaltestellen hier erkennt? Ehrlich gesagt, keine Ahnung…

Auch sonst leben wir uns gut ein in Livadia. Zuerst war für uns zum Beispiel der Tagesrhythmus und das Aufbleiben und Ausgehen bis in die späten Abendstunden sehr ungewohnt. Inzwischen haben wir uns aber angewöhnt in der langen, durch die Hitze bedingten, Mittagspause einfach einen 2-stündigen Mittagsschlaf zu machen. Abends ab 7 Uhr oder noch später geht es dann manchmal noch in die Stadt, wo zum Beispiel im Theater am Rande der Stadt immer etwas los ist. Dort lernt man auch schnell einfach so auf den Straßen Menschen kennen. An manchen Abenden gibt es in einer Art Amphitheater am Rande der Stadt Konzerte oder Theateraufführungen, wo halb Livadia zusammenkommt.

An unserem ersten Wochenende waren wir Freiwilligen zum Beispiel alle zusammen in einem griechischen Rockkonzert, verstanden haben wir zwar nicht viel, die Begeisterung der anderen Konzertbesucher*innen sprach aber für sich.

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Das Konzert im Theater

Im Moment fallen wir im Stadtbild schon noch ziemlich auf. Eine Gruppe von Jugendlichen, die sich auf Deutsch oder Englisch unterhält und verwirrt in die Gegend blickt, gibt es hier nicht allzu oft. Die Griech*innen sind aber alle sehr verständnisvoll, wenn man ihre Sprache noch nicht spricht und helfen immer gerne mit den paar Worten Englisch, die sie können. Ab nächster Woche werden wir dann aber auch endlich an einem Griechischkurs teilnehmen. Dann können wir hoffentlich bald einkaufen, essen gehen oder nach dem Bus fragen ohne große Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen, ein weiterer Schritt um uns hier einzuleben.


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