Hi! Ich heiße Amelie, bin 19 Jahre alt und habe 2018/2019 einen Europäischen Freiwilligendienst bei EKOenergy, einem internationalen Umweltzeichen für Ökostrom, in Helsinki, Finnland geleistet.

Ein Tag vor Bewerbungsschluss für das EKOenergy-Projekt bin ich über die Annonce auf der ESC-Website gestolpert. Ein paar Emails und ein Skype-Interview später bekam ich dann auch wirklich die Zusage und Anfang August ging es schon los.

Nach kurzer Eingewöhnungsphase in meiner 5er-WG in Helsinki und meiner neuen „Arbeitsstelle“ kamen dann noch drei weitere EKOenergy-Freiwillige, Valeria, Cameron und Maria, in Helsinki an und es ging für uns erst einmal zum On-Arrival-Training (ein Anfangstraining für alle neuen Freiwilligen in Finnland). Nach einer Woche voller Gruppenspiele, Infos über den Freiwilligendienst, einem Mini-Sprachkurs und ein paar Sauna-Abenden hatte man viele neue Freunde gewonnen. Dann ging es auch schon wieder zurück nach Helsinki.

Mit der Zeit wuchs ich immer mehr in die Aufgaben beim Naturschutz hinein. Generell arbeiten bei EKOenergy immer sechs Freiwillige, jeweils aus Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Russland und Deutschland. EKOenergy ist ein internationales Ökostromlabel, welches vom finnischen Naturschutz gegründet wurde. Meine Aufgaben umfassten den Kontakt mit den deutschen Partnern des EKOenergy-Umweltzeichens, dem Übersetzen der deutschen Website, dem Führen unseres Instagram-Profils, dem Schreiben von Award-Bewerbungen und noch vieles mehr! Unser Team arbeitete quasi ständig zusammen und entwickelte viele gemeinsame Projekte, wie beispielsweise unsere Fashion-Kampagne.

Im Büro selbst hatten wir einen „Vegan Cooking Club“ – das heißt: einer von uns Freiwilligen hat für alle anderen Freiwilligen mittags in der Arbeit gekocht, und am nächsten Tag war jemand anderes dran. Alles vegan – der Umwelt und den Tieren zu Liebe. Und nach der Arbeit, da hatte ich dann genug Zeit, um endlich einmal Dinge auszuprobieren, die ich schon immer einmal machen wollte. Freitags begann ich, zu einer Mediationsgruppe zu gehen, ich malte mehr denn je, ich versuchte mich mehr und mehr am kochen (und wurde langsam besser) und ging regelmäßig schwimmen.

Nachdem ich mich an das WG-Leben und die Arbeit gewöhnt hatte, dachten wir Freiwilligen uns, dass es Zeit für einen Finnisch-Sprachkurs sei. Kleine Anmerkung – zu diesem Zeitpunkt war keinem von uns so richtig bewusst, dass Finnisch eine der schwersten Sprachen der Welt ist, allein schon das Wort für Finnischer Naturschutz ist der Zungenbrecher Suomen Luonnonsuojeluliitto .

Obwohl ich das Finnisch-Lernen doch recht schnell aufgegeben habe, habe ich im Laufe der Zeit ein paar sehr gute finnische Freunde gefunden, die mir Infos über die besten Ecken (und die besten Bars) in Helsinki gegeben haben. Auch mit anderen Freiwilligen aus Finnland habe ich mich oft getroffen, vor allem da viele ab und zu nach Helsinki kamen, um etwas Stadtluft zu schnuppern. Die Zeit verging wie im Flug und ich könnte noch drei weitere Seiten schreiben, jedoch möchte ich mich kurzhalten.

Natürlich gab es im Laufe des Jahres auch Momente, in denen man sich etwas fremd gefühlt hat und die deutsche Kultur und Sprache vermisst, doch nach einem Skype-Gespräch mit Freunden oder Familie war das schon wieder vorbei.

Egal ob es die finnischen Saunas, das Mittsommer-Fest, der dunkle und verschneite Winter oder das Arbeiten beim Naturschutz, das Leben in einer Großstadt und das Essen von der beliebten finnischen Süßigkeit Salmiakki, salziges Laktritz, war – ich hatte ein unbeschreibliches Jahr mit den besten Leuten, die man sich für ein solches Auslandsjahr hätte wünschen können. Ich würde wirklich jedem empfehlen, ein Auslandsjahr oder einen Europäischen Freiwilligendienst zu machen – egal wann, egal wo, solche Erfahrungen kann dir niemand nehmen. Trau dich!

Und abschließend noch ein großes Danke an ODI für das Entsenden und das Ermöglichen dieses Jahres.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Related Posts

David in Portugal

When September ends

Da sitze ich, 11 Uhr morgens vor dem Computer und tippe gelassen die Zeilen zum September auf den Bildschirm. Nach bereits elf Monaten hier in Portugal hatte der Zwölfte seine ganz eigene, unerwartete Magie mit Weiterlesen

David in Portugal

August: Sonne, Fahrtwind, Himmel Blau

Guten Morgen, gerade sitze ich mit meiner ungarischen Mitbewohnerin Rebecka am Frühstückstisch zu Haferbrei mit Zimt, Chiasamen, Pfirsisch- und Nektarinenstückchen und einer kleinen Tasse frisch gebrühtem Kaffee. Mein Blick schweift aus dem Fenster in den Weiterlesen

David in Portugal

Juli in Portugal

Der siebte Monat des Jahres war zugleich auch der sommerlichste Monat soweit. Die 31 Tage waren gefüllt von Strand, Musik, leckerem Essen, Reisen, Sport und guter Gesellschaft. In meinem Projekt war die Atmosphäre so harmonisch Weiterlesen