Zuerst einmal Herzlich Willkommen zu meinem aller ersten Blogeintrag! 🙂

Ich lebe jetzt seit über einem Monat in Madeiras Hauptstadt Funchal und kann gut und gerne sagen, dass das Leben sich hier oft anfühlt, wie ein „Jump out of my comfort zone“. Na klar, das Leben ist hier nun einmal ganz anders, als in meinen kleinen Heimatdorf in OWL.  Das Heimweh zum Beispiel hat mich härter getroffen, als ich es anfangs erwartet hätte und auch sonst hat sich mein Alltag so sehr um 360 Grad gedreht, dass ich den Satz „get out of your comfort zone“ schon  gar nicht mehr hören kann.

Aber so einschüchternd wie es klingt, so großartig kann es auch sein.
So teile ich mir meine Küche mit ca. 50-60 Freiwilligen und Studenten und mein Zimmer mit zwei anderen Mädchen, eine Niederländerin (19) und eine Polin (28). Zuhause hatte ich mein eigenes Zimmer, in dem ich auch einfach mal in Ruhe meine Musik aufdrehen konnte, hier heißt es Rücksicht nehmen. Trotzdem vermisse ich das alles kaum, dafür haben wir abends einfach immer noch zu viel Spaß und ich bin froh, besonders die beiden Mädels so gut kennen lernen zu können.
Und obwohl man mit dem Kochen oft warten muss, bis die Herdplatte frei ist, so ist es genial, wie viele unterschiedliche Menschen ich hier getroffen habe und, trotz der kurzen Zeit, die ich erst hier bin, meine Freunde nennen darf.

Auch meine sonstige Freizeit hat sich hier ziemlich auf den Kopf gestellt: Zuhause habe ich auch mal gerne das ganze Wochenende damit verbracht, ein gutes Buch zu lesen, hier bin ich fast durchgehend am wandern oder probiere neue, aufregende Dinge aus: Kajak fahren, an Felsen klettern (ja richtig klettern mit abseilen ;)), ich weiß nicht, ob ich all diese Erfahrungen gemacht hätte, wenn ich jetzt schon irgendwo irgendwas studieren würde.
Wahrscheinlich eher nicht, Madeira ist schließlich ein Paradies, was Outdooraktivitäten angeht:
Wanderungen, gar nicht so weit von meinem neuen Zuhause entfernt, die durch Berge, an Meer und Wiesen vorbei führen und einen wundervollen Ausblick bieten, oder auch die berühmten, wunderschönen Levadas. Levadas sind die madeirische Antwort auf die römischen Aquädukte, schmale, künstlich angelegte Flüsse, die das Wasser aus dem Norden in den trockeneren Süden (in dem ich wohne) bringen und bei deren Herstellung tolle Wanderwege ein gelungener Nebeneffekt waren. Ich komme wahrscheinlich nach Hause zurück und bin sportlicher als jemals zuvor. 😉
Entspannen geht hier aber ebenso gut, ich habe das Meer nämlich quasi vor meiner Haustür und genieße, zugegebenermaßen vielleicht etwas zu sehr, dass ich hier oft noch im Bikini am Strand liegen kann, während meine Familie daheim schon ihre dicken Pullover aus dem Schrank holen musste.

Mein Leben in Madeira: bis jetzt noch etwas ungewohnt und anders, aber lustig und aufregend.

Alles Liebe,

Eure Helen


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