Hier findest du interessante Informationen über Tansania, geschrieben von ehemaligen Freiwilligen.

Steckbrief:

  • Hauptstadt: Dodoma (Überraschung: NICHT Daressalam!)
  • Nationalsprache: Swahili
  • Währung: Tansania-Schilling (1 Euro entspricht ungefähr 3.000 TSH)
  • Einwohnerzahl: ca. 57 Millionen mit hohem Bevölkerungswachstum
  • Fläche: 945.087 km², ungefähr dreimal so groß wie Deutschland

Lage und Klima:

Tansania liegt knapp südlich des Äquators am indischen Ozean an der Ostküste Afrikas. Die nördliche Grenze zu Kenia verläuft durch das Kilimanjaro-Massiv, das höchste Gebirge Afrikas. Im Osten markieren der Viktoriasee, der Tanganjikasee und der Malawisee die Grenze zu Kongo und Sambia. Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen variiert das Klima von Region zu Region stark. Während an der Küste tropische Bedingungen mit alljährlichen Temperaturen um die 30 Grad vorherrschen, kann die Temperatur im Hochland unter 4 Grad fallen. Die Spitze des Kilimanjaros ist bekanntlich das ganze Jahr über vereist – und dass trotz der unmittelbaren Nähe zum Äquator!

Bekannt für:

Serengeti-Nationalpark, Kilimanjaro, Sansibar, Safari, Strand, „Hakuna matata“ … das sind Schlagwörter, die wohl fast jedem etwas sagen. Natürlich hat das seinen Grund! Doch manchmal lohnt es sich dennoch über den Touri-Tellerrand hinwegzuschauen… .

Geschichte und politische Lage:

Von 1885 bis 1918 war das heutige Tansania und mehrere Nachbarstaaten Teil der deutschen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“. Auch heute noch lassen sich Einflüsse aus der deutschen Kolonialzeit wahrnehmen. Überraschenderweise trifft man relativ häufig auf deutsche Namen wie „Klaus“, „Peter“ oder „Reinhardt“. Außerdem findet man vor allem in Dar und Bagamoyo zahlreiche Bauwerke aus der deutschen Kolonialzeit.

Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm Großbritannien die Macht. Im Jahr 1961 errang Tansania schließlich die Unabhängigkeit.

Heutzutage ist die politische Lage in Tansania stabil. In puncto Demokratie bestehen jedoch noch Defizite.

Meine Must-Sees:

Neben den obigen Sehenswürdigkeiten, die man in jedem Reiseführer findet, habe ich die folgenden Reisetipps:

  • Daressalam: Die meisten Touristen verbringen in Tansanias größter Stadt mit internationalem Flughafen höchstens 2 Nächte: zu stickig, verschmutzt und hektisch! Erholsam ist ein längerer Aufenthalt hier sicher nicht. Doch dafür umso spannender, denn Dar hat einiges zu bieten: große Märkte, Strände und ein pulsierendes Nachtleben! Dars Charme liegt für mich in dem Nebeneinander von Traditionellem und Modernem.
  • Bagamoyo: Dieser Küstenort etwas nördlich von Dar ist nicht nur aufgrund seiner paradiesischen Strände lohnenswert. Der ehemalige Sklavenhafen weist einen faszinierenden kulturellen Mix aus afrikanischen, indischen, europäischen und arabischen Einflüssen auf.
  • Dörfer im Hinterland: Will man die traditionelle Lebensweise aus erster Hand erleben, dann muss man in den ländlichen Raum. Die Menschen leben hier in sehr einfachen Verhältnissen in nahezu unberührter Natur, ohne Internet und Anschluss ans Stromnetz. Manche Bewohner von sehr abgelegenen Gemeinschaften haben noch nie eine weiße Person gesehen. Bei Interesse sollte man sich am besten an einen Guide wenden. Irgendein Vermittler ist nämlich unbedingt notwendig, sonst ist die sprachliche und kulturelle Barriere einfach zu groß.

Küche:

Das tansanische Pendant zur deutschen „Brotzeit“ ist Pilau (Reis) und Ugali (ein Maisbrei). Beide Gerichte werden üblicherweise mit Gemüse und Bohnensuppe serviert. Fast überall bieten Händler außerdem eine Vielfalt an Streetfood feil: frische Mangos, Zuckerrohrsaft, „Chapati“ (eine Art Pfannkuchen), „Sangussa“ (Fleischbällchen) und „Chipsi Mayaie“ (In Ei gebraten Pommes) gehören zu den Verkaufsschlagern. Doch man muss aufpassen, dass die billigen Preise einen nicht dazu verleiten sich nur noch von dem meist ziemlich fettigen Streetfood zu ernähren, sonst nimmt man schnell zu. Um die zusätzlichen Kilos wieder abzutrainieren kann man sich ja einer der morgendlichen Jogginggruppen anschließen, welche hier sehr beliebt sind.

Tipps:

  • Auf anfänglichen Kulturschock gefasst machen!
  • Wegen Malaria: Immer unter Mückennetz schlafen und genügend Mückenspray einpacken!
  • Transport: Dalladallas, die lokalen Kleinbusse, sind praktisch, relativ sicher und extrem günstig: Eine Fahrt kostet umgerechnet ca. 15 Cent. Es gibt keinen offiziellen Fahrplan, daher braucht es meist eine Weile bis man weiß, welches Dalladalla, wohin fährt. Doch die Fahrer und Türöffner sind meistens sehr hilfsbereit. Wenn man den Name der Zielstation weiß, zeigen die einem welchen Bus man nehmen muss. Falls mal kein Dalladallahalt in der Nähe ist, empfiehlt es sich die Taxiapps „Uber“ oder „Taxify“ zu benutzen. Da diese Fahrten zentral nachverfolgt werden können, besteht hier kein Sicherheitsrisiko. Andere Mitfahrgelegenheiten besser ablehnen!
  • Sicherheit: Nicht bewachte Strände sollte man nicht alleine besuchen. Nach Einbruch der Dunkelheit ist zu erhöhter Wachsamkeit geraten. Es kommt häufig zu Fällen, bei denen Fußgängern Taschen oder Rucksäcke von Dieben auf vorbeifahrenden Motorrädern oder aus Autos heraus gewaltsam entrissen werden.
  • Geduld haben! Die Uhren ticken in Tansania meist etwas langsamer. Besonders bei bürokratischen Angelegenheiten weit im Voraus planen. In puncto Visum ist es in jedem Fall empfehlenswert ein 3-monatiges Tourismusvisum am Flughafen zu kaufen. Dann bleibt meistens genug Zeit für ein „residence permit“. Auch bei Verabredungen lieber auf Verspätungen gefasst machen. Das liegt auch daran, dass die Straßen oft vollkommen verstopft sind.
  • Homosexualität ist in Tansania leider nach wie vor ein absolutes Tabu und illegal. In der Öffentlichkeit sollte man sich deshalb nicht zu diesem Thema äußern. Auch wird öffentliches Küssen und Bekleidung, die viel Haut zeigt als unanständig angesehen.
  • Kiswahili lernen! Es kommt immer gut bei den Einheimischen an, wenn die Kenntnisse über „Hakuna Matata“ hinausreichen…
  • Vor einem Tag am Strand immer gut mit Sonnencreme eincremen…

Fazit:

Alles in allem ist Tansania die lange Reise absolut wert, und das nicht nur aufgrund der weltberühmten Ziele. Sicherlich benötigt eine solche Reise mehr Vorbereitung als z.B. ein Urlaub in Italien und ein anfänglicher Kulturschock lässt sich oftmals nicht vermeiden. Doch es lohnt sich! Das liegt auch an der Gastfreundschaft der Tansanier.