Hier findest du interessante Informationen über Irland, geschrieben von ehemaligen Freiwilligen.

Steckbrief:

Hauptstadt:Dublin
Währung:
Kosten: Vor allem Dublin, aber auch generell Irland, ist ein relativ teures Land. Wohnen, Essen und etwas in einem Pub trinken gehen ist viel teurer, als in     Deutschland. Die Kosten für eine Taxifahrt zum Beispiel halten sich aber erstaunlicherweise sehr in Grenzen.
Landessprache: Englisch und Gälisch. Letzteres lernen dort zwar alle und auch auf allen Schildern steht immer alles zweisprachig drauf, aber so richtig sprechen es die Leute nicht. Wenn überhaupt, dann nur in sehr kleinen Dörfern auf dem Land.
Einwohnerzahl: ca. 5 Millionen, davon ca. 1/3 in Dubli
Lage: Irland ist eine Insel westlich von England, grenzt im Norden an Nordirland und ist umgeben von der irischen See und vom Atlantik.

„Dort regnet es doch immer…“ – Stimmt das eigentlich?

Also so ganz stimmt das definitiv nicht. Eher stimmt es, dass das Wetter total schnell und häufig wechselt. In einer einzigen Stunde kann es schon einmal vorkommen, dass man Sonne, Wind und Regen erlebt. Es regnet also zwar definitiv häufiger, als in Deutschland, aber anders als in Deutschland sind die Schauer relativ kurz und häufig nur leicht. Nach dem Regen erwartet einen also häufig Sonnenschein und ein Regenbogen.

Ein leichter Wind weht übrigens immer – die Luft steht so gut wie nie. Die Temperaturen bewegen sich im Winter  zwischen 3 und 10 Grad. Nur selten gibt es Minusgrade. Das hört sich ja jetzt erst einmal ganz angenehm an, aber der Wind lässt einen glauben, dass es viel viel kälter wäre. Ach und Schnee haut die Iren komplett vom Hocker. Alles schließt und nichts passiert mehr. Die Leute plündern sogar noch die Läden, um sich noch mit Lebensmitteln einzudecken!

Im Sommer bewegen sich die Temperaturen eigentlich immer so um 18 Grad herum, wobei 24 Grad dann den durchschnittlichen Höchstwert darstellt. Hat man sich nach einer Zeit an das Klima gewöhnt, kommen einem diese 24 Grad auch plötzlich zieeemlich ziemlich heiß vor. Im Meer schwimmen ist natürlich auch drin, allerdings ist dies eher nichts für Warmduscher. Dort geht man dann eben mal bei 12 Grad ins Meer (Übrigens no big deal für die Iren – die gehen auch im Winter ins Meer.)

„Sind das nicht die, die alle rothaarig sind und Sommersprossen haben?“ und wie die Iren so ticken: 

Also alle, die sich erhofft haben, dass alle rothaarig sind und Sommersprossen haben, muss ich nun erst einmal enttäuschen. Nicht jeder hat dort rote Haare und/oder Sommersprossen. Eigentlich gar nicht mal so viele, jedoch natürlich trotzdem mehr als in Deutschland. Naja, wenn die Iren also nicht mit roten Haaren punkten können, dann aber definitiv mit ihrem Verhalten und ihrer generellen Einstellung. Die „Irish kindness“ und die gelassene, gechillte Einstellung mit der sie durch ihr Leben gehen, ist wirklich bewunderns- und schätzenswert. Es gibt keinen Moment, in dem sich ein Ire mal nicht bedankt (sich beim Busfahrer beim Aussteigen zu bedanken, ist hier übrigens ganz normal!), sich entschuldigt (auch wenn es gar nicht sein Fehler war) oder einem nach seinem Befinden fragt und einen „Love“ nennt, obwohl man gerade an der Supermarktkasse steht. Leben in Irland lehrt einem nochmal ein ganz anderes Level an Höflichkeit und Herzlichkeit, als wir es hier in DE haben, was wirklich schön ist. Außerdem läuft hier alles sehr gechillt und relaxed ab. „Ach, das wird schon passen“, ist praktisch deren Lebensmotto, was sehr angenehm ist!

Den irischen Akzent habe ich in meinem Jahr in Dublin übrigens sehr sehr lieben gelernt … auch wenn es anfangs manchmal etwas Anstrengung gebraucht hat, um so manchen Iren zu verstehen.

„Also als Vegetarier oder Veganer kann man doch in Irland nicht leben – die essen doch total viel Fleisch…“ und alles rund ums Essen:

Auch das ist ein Klischee. Ich kann zwar nicht leugnen, dass die Iren schon relativ viel Fleisch essen (z.B. in ihrem geliebten Beef Stew – ein Eintopf mit Fleisch, Kartoffeln und Zwiebeln), aber ohne Fleisch zu leben, ist auch dort trotzdem kein Problem. Im jedem Restaurant gibt es eigentlich vegetarische und ein, zwei vegane Optionen und auch rein vegetarische/vegane Restaurants stehen einem zur Verfügung. Jedoch würde ich trotzdem empfehlen die meiste Zeit einfach selbst zu kochen, da Essen gehen schon relativ teuer ist.

Ach, was wäre Irland ohne den geliebten Cheddar Käse? Im Supermarkt gibt es ungelogen gefühlt nur Cheddar. In Scheiben, als Block, als Sticks… Wenn man Glück hat gibt es sogar noch Emmentaler oder Gauda. Das war‘s dann häufig aber auch schon mit der Auswahl an Käse.

An was ich mich auch erst einmal gewöhnen musste ist, dass es so gut wie keine Bäckereien gibt. Und wenn man doch mal eine gefunden hat, dann sind diese im Normalfall total überteuert und total fancy. Trotzdem gibt es typisches Gebäck, dass man unbedingt probieren sollte: Soda bread (z.B. zur Suppe) und Scones mit Marmelade (z.B. zum Tee). Einfach probieren, wenn ihr die Möglichkeit habt – schmeckt beides sehr sehr lecker!

Die Iren und ihre (Pub-) Kultur: 

Jaaaa die Iren und ihre Pubkultur.. Das ist eine ganz große Liebe. Egal mit wem und zu welcher Uhrzeit – man trifft sich immer auf ein Guinness in einem der unzähligen Pubs. Doch wichtig zu sagen ist: Pubs sind im Sinne der Iren definitiv nur zweitrangig zum Alkohol trinken da. Ein Ire geht in einen Pub um neue Kontakte zu knüpfen oder sich mit Freunden zu treffen. Pubs sind daher eigentlich immer sehr gemütlich. Manchmal gibt es auch Livemusik in den Bars, was dann eine gute, lebhafte Stimmung verbreitet. Allerdings machen die meisten Pubs schon um 0 Uhr zu, woraufhin man dann in die Clubs gehen muss, wenn man noch länger bleiben möchte. Diese machen dann aller spätestens um 3 Uhr zu.

Sonst zur irischen Kultur gehören noch Sportarten wie Rugby, Hurling oder  Gaelic Football (oder auch das „Spiel-in-dem-man-alles-mit-dem-Ball-machen-darf“).

„Ach jaaaa, da fährt man ja auf der falschen Seite!“ und alles über den Verkehr: 

Jap, das ist wohl war. Nach ein paar Wochen ist das aber kein Problem mehr und spätestens nach ein paar Monaten findet man den Rechtsverkehr plötzlich „falsch“ und komisch. Aber auch, wenn man sich an den Linksverkehr gewöhnt hat, sollte man vor allem als Fahrradfahrer immer mit Helm fahren und die Autos um einen herum beobachten. Diese können nämlich häufig (vermehrt in Großstädten wie Dublin) ziemlich rücksichtslos fahren und werden schnell ungeduldig, wenn zum Beispiel der Vordermann nicht in der ersten Sekunde, losfährt. Hupen ist da schon gefühlt so normal wie blinken. Von der gechillten Lebenseinstellung von der ich vorhin sprach, ist also auf der Straße oftmals nichts mehr zu spüren.

Auf dem Land jedoch sind sie seehr gelassen (obwohl die Straßen so schmal sind, dass zwei Autos gerade so aneinander vorbei passen) und grüßen jeden beim Vorbeifahren.

„Fußgängerampeln? Wer braucht die denn bitte?“ und noch einige typisch irische Sachen: 

Fußgängerampeln benutzt man (zumindest in Dublin) tatsächlich so gut wie gar nicht. Steht man an einer sehr wenig befahrenen Straße, geht man einfach schnell drüber, wenn es eine genügend große Lücke zwischen zwei Autos gibt. An komplizierten Kreuzungen beobachtet man lieber die verschiedenen Autoampeln um herauszufinden, wann man gehen kann, anstatt einfach auf die Fußgängerampel zu schauen. Da kann es dann schon einmal passieren, dass man noch da steht und den Verkehr beobachtet und gar nicht mitbekommt, dass die Fußgängerampel ja schon längst grün ist…

Was noch so typisch Irisch ist, ist, dass Pünktlichkeit hier nicht so genaugenommen wird. Meistens handelt sich es dabei aber nur um ca. 10 Minuten. Alles darüber hinaus wird dann teilweise als unpünktlich gesehen.

Noch etwas, was anders zu DE ist, ist das Schuhe anlassen im Haus. Die meisten Iren ziehen ihre Schuhe im Haus nicht zwingend aus und wenn man zu Besuch kommt, fragt auch keiner, ob sie die Schuhe anlassen können. 

Good to know: 

  1. Die Iren sind sehr locker im Umgang miteinander, was auch bedeutet, dass sich alle mit dem Vornamen anreden. Auch wenn man eine Email an jemanden Fremdes schreibt, benutzt man den Vornamen.
  2. Von der Unordnung und der Desorganisiertheit der Iren darf man sich nicht verunsichern lassen. Alles läuft dort eben ein bisschen lockerer und langsamer ab, als in Deutschland und auch Deadlines werden nicht so ernst genommen. „Go with the flow“ ist wirklich ein Satz der in Irland für mich eine neue Bedeutung bekommen hat.
  3. Wenn ein Ire sagt man trifft sich um „half four“ dann ist das nicht etwa halb vier, wie man es vermuten würde. Es bedeutet halb fünf. „Half x“ = x:30 Uhr
  4. Sonntags einkaufen gehen ist kein Problem. Man kann dort also z.B seinen Wocheneinkauf machen oder shoppen gehen. Fast alles hat ganz normal wie an einem Samstag geöffnet.
  5. Wenn ihr unter 21 seid und zum Beispiel abends in einen Pub gehen wollt, solltet ihr eher nicht an einem Samstag gehen. Samstags muss man nämlich meistens über 21 sein, um reinzukommen. An allen anderen Tagen ist aber eigentlich alles ab 18.
  6. Die Iren sind nicht englisch, sind keine Engländer oder Briten. Das ist ihnen sehr wichtig. Wir Deutschen sind ja auch nicht automatisch österreichisch, nur weil diese auch Deutsch sprechen. Bleibt also einfach immer beim „irish“ statt „english“.
  7. Auch wenn sich das Klischee gut hält, dass Irland noch erzkatholisch und konservativ ist, kann ich aus voller Überzeugung sagen, dass das schon längst nicht mehr stimmt. Auch gegenüber der LGTBQ+ Community sind sie vor allem in Dublin sehr sehr offen, so wie ich es noch in keiner anderen Stadt erlebt habe.
  8. Das ganze Land kann man eigentlich problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln bereisen und erkunden. Mit Kombinationen von Bahn, Bus und organisierten Tagestouren kann man fast überall im Land hinkommen.
  9. Irische Mädels schauen abends, wenn sie feiern gehen, oftmals übrigens komplett anders aus, als tagsüber. Mit orangenem Selbstbräuner, den kürzesten Klamotten und einer dicken Schicht Make-up sind sie kaum wiederzuerkennen.

„Irland – oder auch die grüne Insel“. Über Irlands Natur und die schönsten Orte, die man gesehen haben sollte: 

Also grundsätzlich kann man schon sagen, dass es eine grüne Insel ist. Jedoch hat Irlands Natur noch so viel mehr zu bieten als grüne Wiesen. Es gibt wunderschöne Klippen, raues aber auch ruhiges Meer, kleine Berge und traumhafte Strände.

Die Natur ist also wirklich einen Besuch wert und ist wirklich sehr sehr schön. Ich muss aber sagen, dass die Städte in Irland nicht so richtig schön sind. Ich würde zwar nach meinem Jahr in Dublin behaupten, dass Dublin wunderschön sei, aber das liegt wahrscheinlich hauptsächlich an der Atmosphäre und an den Leuten. Diese machen die Stadt nämlich erst so liebenswert und ich denke das trifft hier auf die meisten Städte zu.

Die schönsten Orte:

  • Dublin und seine Umgebung, wie zum Beispiel Howth, Bray, Malahide oder Portmarnock
  • Wicklow Mountains
  • Galway (vor allem im Sommer)
  • Cliffs of Moher
  • Die Region Connemara

  • In Nordirland: Belfast
  • Cork und Cobh
  • Killarney National Park
  • Dingle Peninsula
  • Westport
  • Sligo
  • Kilkenny
  • Ring of Beara (Finde ich persönlich sogar schöner, als en berühmten Ring of Kerry) und generell das County Kerry!!