Hier findest du interessante Informationen über Ecuador, geschrieben von ehemaligen Freiwilligen.

Steckbrief:

Hauptstadt: Quito
Landessprache: Spanisch, Quechua
Größe: 283.561 km²
Einwohnerzahl: 17.149.000
Regierungssystem: Präsidialsystem
Währung: US Dollar

Ecuador? Wo ist das denn?!

Obwohl man die Lage des Landes tatsächlich leicht von dessen Namen ableiten kann, weiß doch niemand so recht, wo es genau liegt. Ecuador liegt mitten auf dem Äquator im nord- westlichen Südamerika, direkt unter Kolumbien und über Peru. Trotz seiner kleinen Größe, hat Ecuador von allem was Südamerika so zu bieten hat etwas abbekommen; der Pazifik, die Anden und der Amazonas Regenwald vereinen sich hier.

Bekannt für…

Hm, mal überlegen… für die Bananen vielleicht? Den einzigen Kontakt zu Ecuador haben die Meisten wohl nur durch die frisch importierten Ecuador – Bananen, die einen Großteil des Angebots in deutschen Supermärkten einnehmen und auch eines der wichtigsten Exportgüter Ecuadors sind. Danach kommen weitere alltägliche Begleiter, wie Kaffee, Kakao, Erdöl, Rosen und Shrimps, dessen größter Exporteur eben unter anderem Ecuador ist. Ansonsten hört man nicht viel von dem kleinen Staat, der auch für Touristen bisher eher unentdeckt blieb, überschattet von seinen großen Nachbarn Kolumbien, Chile und Brasilien.

Ach, die Galapagos Inseln gehören tatsächlich auch zu Ecuador, aber mal ehrlich, wer wusste das?

Na gut, aber warum dann Ecuador?

Selbst von Wikipedia wird Ecuador als eines der geographisch, klimatisch und ethnisch vielfältigsten Länder unserer Welt bezeichnet. Und ja! Ecuador hat einiges zu bieten. Eine Reise durch Ecuador ist wie eine magische Fahrt durch drei Länder.

Unterteilt in 3 Regionen, die Costa, die Andenregion und das Amazonas- Tiefland, findet man hier alles, was das Reiseherz begehrt. Ecuador bedeutet für mich Diversität in allen Bereichen. Die genannten Regionen unterscheiden sich wie ganze Kontinente voneinander: von Tiefseetauchen und Kokoswasserschlürfen an der Pazifikküste, über Vulkanwanderungen, einer Menge Alpakas und einer (für uns Deutsche) Riesenmetropole namens Quito in den Anden, bis zu unendlich langen Bootsfahrten durch den Amazonasregenwald mit anschließender Affen- und Krokodilbeobachtung, sind dem Entdecken keine Grenzen gesetzt. Auch kulturell hat das Land viel zu bieten. Die antike Kultur der indigenen Bevölkerung wird mit Respekt und Anmut zelebriert, nicht selten gibt es große, bunte Feste zu Ehren eines besonderen Tages im Kalender der Quichua. Politisch und wirtschaftlich sieht die Lage der indigenen Bevölkerung jedoch leider immer noch ganz anderes aus. Allgemein trifft man auf viele verschiedene Bevölkerungsgruppen, ganz selten nur auf Touristen. Das Leben eines Ecuadorianers kann sich also stark von dem eines Anderen unterscheiden, als weltwärts Freiwillige/r bekommst du die Möglichkeit, alle Facetten kennenzulernen. Das Reisen wird durch niedrige Buspreise und schnelle Anbindungen vereinfacht, auch die geringe Größe des Landes erlaubt einen kurzen Wochenendausflug in den Regenwald oder an die Küste.

Also dann mal her mit den Reisetipps!

  1. Quito, als höchste Hauptstadt der Welt bezeichnet, muss man einfach aus Prinzip gesehen haben. Schön ist das historische Zentrum aus der Kolonialzeit, auch, wenn man sich ein bisschen in die grauenvolle Zeit der Kolonialisierung einlesen will. Denn diese ist nach wie vor in den sozialen Schichten Ecuadors sichtbar. Der Rest Quitos ist eher nicht so schön. Eine schönere Alternative ist Cuenca, ganz im Süden des Landes.
  2. Cotopaxi, Chimborazo, Cayambe: das sind nur 3 der 73 Vulkane Ecuadors, auch als „das Land der Vulkane“ bezeichnet. Von weitem schon ein unglaubliches Bild, aber auch besteigen kann man die Giganten, die höher als 6.000 m reichen.
  3. Cuyabeno als das am einfachsten und verhältnismäßig günstigsten zu erreichende Naturreservat im ecuadorianischen Amazonas, bietet eine Fülle an wundervollen Pflanzen und Tieren.
  4. Für Wanderfans gibt’s viele tolle Routen, meist sehr anstrengend durch die Höhe und die bergige Landschaft. Am schönsten fanden wir den Quilotoa Loop, eine mehrtägige Wanderung zu einer türkisblauen Lagune.
  5. Das „Mitad del Mundo“, also das Monument, welches die Mitte der Welt markiert und genau auf dem Äquator steht, ist ein Muss für Ecuador- Besucher und für alle, die schon immer mal ein Ei auf einer Nadel balancieren lassen wollten. Ist auch gar nicht weit von Quito.
  6. Für Evolutionstheorie- und Schildkrötenfans natürlich die märchenhaften Galapagos Inseln, die mehr oder weniger nachhaltigen Ökotourismus anbieten. Wer danach pleite ist, hat alles richtig gemacht!
  7. Unbedingt eine Plantage oder Farm besuchen und lernen, wie unsere Kaffeebohnen verarbeitet werden oder wie Ananas, Bananen und co. angebaut werden. Ecuador beheimatet durch seinen fruchtbaren Boden und das milde Klima eine Vielzahl an Obst und Gemüse, das wir überhaupt nicht kennen.

Kleiner Survival Guide

  • Ein Kuss auf die linke Wange zur Begrüßung und formelle Anreden wie das „Sie“ (usted), auch unter Freunden und Familie, zeugen von gegenseitiger Zuneigung und Respekt.
  • Das Klima ist so divers wie die Landschaft, also am besten sowohl Sonnenhut als auch Regenschirm einpacken, denn auf 3000 m Höhe weiß man nie, was einen erwartet.
  • Die Mahlzeiten bestehen größtenteils aus Reis, Reis und Reis, als Beilage Fisch oder Fleisch. Auch wenn man sich zu erst über die Hühnerkrallen in den Suppen wundert, gibt es für maximal $3 leckere drei-Gänge-Menüs in jedem Restaurant und die „desayunos“ (Frühstück) locken mit ecuadorianischen Spezialitäten, wie „bolones de queso“ (Bananenbällchen mit Käse gefüllt), Empanadas und frischen Fruchtsäften aller Art.
  • Das Bussystem wirkt vielleicht chaotisch und gefährlich, ist aber das wohl intelligenteste, was ich je gesehen habe. Einfach aus – und einsteigen, wann und wo du willst, Wartezeiten gibt es selten, kosten tut das ganze auch fast nie mehr als $0,50. Beim Aussteigen einfach „gracias!“ rufen.
  • Den Polizisten zu vertrauen ist unter Einheimischen aus guten Gründen nicht unbedingt hoch im Kurs. Bei Diebstählen kann man sich auf offizielle Hilfe nicht verlassen und schnell gerät man in Bestechungsversuche, also vorsichtig sein und nicht zu schnell vertrauen.

Alles andere musst du selbst entdecken. Also, wirf doch mal alle deine Vorstellungen und Vorurteile über Bord und schau dir dieses wunderschöne kleine Land in der Mitte der Welt selber an!