Hier findest du interessante Informationen über Bulgarien, geschrieben von ehemaligen Freiwilligen.

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Steckbrief:

Hauptstadt: Sofia
Landessprache: Bulgarisch, Kyrillisches Alphabet
Währung: Lewa (und die Münzen heißen Stotinki); 1€ = 2лева (ungefähr)
Größe und Einwohnerzahl: Beides nicht besonders groß; mit genauen Details wollen wir Euch aber nicht langweilen – bei Interesse einfach mal bei Wikipedia eingeben!

Wo ist Bulgarien nochmal?

Ach ja, am Schwarzen Meer, unter Rumänien, über der Türkei, und östlich von Mazedonien und Serbien.

Bulgarien? Klar, das ist bekannt für…. äh….

Genau! Seinen Rosenduft, der sich in vielen Kosmetik-Produkten wiederfindet. Es gibt sogar ein Fest zur Erntezeit der Rosen. Außerdem ist Bulgarien bekannt für seinen Joghurt, den es dank spezieller Bakterien auch wirklich nur in Bulgarien gibt.

Küche

Ihr werdet niemals verstehen, wie ein warmes Banitsa am Morgen schmeckt, wenn Ihr es nicht selbst probiert. Oder ein frischer Schopska-Salata. Also kommt lieber selbst, als dieses Informationsblatt zu lesen!
Im Allgemeinen gibt es viele leckere Dinge mit Käse, denn darauf sind die Bulgaren sehr stolz. Es gibt allerdings nur zwei Sorten Käse, weißen (Sirene) und gelben (Kaschkawal). Banitsa, zum Beispiel, ist mit Sirene gefüllter Blätterteig…hmm! Auch am berühmten Schopska-Salata kommt man nur schwer vorbei – Tomaten, Gurke und Sirene – das klingt sehr einfach, ist aber unwiderstehlich. Und natürlich gibt es auch viel Fleisch und Fisch.

Zum Banitsa trinkt der Bulgare gerne eine Flasche Bosa (probiert es selbst, wir wollen keine Vorurteile schaffen) oder Airan (salziges Joghurt-Getränk) und zum Abendbrot darf ein gutes Glas selbst-gebrannten Rakias (Obstbrand) nicht fehlen. Aber besser mit Wasser mischen – sonst ist der Abend schnell vorbei!

Generell kostet Essen hier nicht viel, also passt auf eure Figur auf, bei all dem Käse!

Bulgarien-Survival-Guide:

  1. Zum nein-sagen nicken Bulgaren mit dem Kopf und zum ja-sagen schütteln sie ihn. Das kann zu einiger Verwirrung führen – auf beiden Seiten. Besser einfach „da“ oder „ne“ sagen, dann kommt es zu keiner Verwechslung.
  2. Die meisten Bulgaren sprechen kein Englisch. Ihr müsst also besser schnell ein wenig Bulgarisch lernen, um kommunizieren zu können. Darüber freuen sich die Bulgaren dann auch sehr und helfen gerne weiter. Viele haben allerdings schon einmal in Deutschland gearbeitet und frischen ihr Deutsch gerne mit Euch wieder auf.
  3. Augen auf! Bulgariens Infrastruktur lässt sehr zu wünschen übrig. Also lieber öfter auf den Boden gucken, um möglichen Löchern oder Bodenwellen auszuweichen – das kann sonst schmerzhaft enden.
  4. Keine Angst vor Straßenhunden und –katzen! Die gehören hier einfach zum Stadtbild, und folgen einem auch gerne mal bis zur Haustür, sobald man ihnen Futter oder Streicheleinheiten gibt.
  5. In vielen Städten kauft man das Busticket im Bus bei einer speziellen Bus-Verkäuferin. Für großes Gepäck zahlt man extra.
  6. Generell ist alles billiger in Bulgarien als in Deutschland. Auch Taxis sind da keine Ausnahme. Doch Vorsicht! Besser ein Taxi anrufen und kommen lassen, denn die Taxi- Fahrer, die einem von der Straße aus anzulocken versuchen, ziehen Ausländer gnadenlos über den Tisch.

Was man sonst noch wissen sollte:

  1. Die Bulgaren haben eine reiche Kultur, gefüllt mit bunter, traditioneller Kleidung, Volkstänzen und dazugehöriger Musik. Wer Interesse daran zeigt, wird von den Bulgaren schnell ins Herz geschlossen.
  2. Eine besondere Tradition ist zum Beispiel das Fest „Baba Marta“, das auf eine alte Legende zurück führt. Am 1. März schenkt man sich gegenseitig weiß-rote Armbänder, um sich Glück, Gesundheit und Liebe zu wünschen. Sobald man den ersten Storch im Frühling sieht, hängt man eines seiner Bänder an einen blühenden Baum und wünscht sich etwas.
  3. Ostern steht in Bulgarien im Kalender der orthodoxen Kirche und wird später gefeiert als in Deutschland.
  4. Auf ihre kommunistische Vergangenheit sind die meisten Bulgaren nicht stolz und reden deshalb nicht gerne darüber. Nur einige ältere Menschen finden, dass „früher im Kommunismus alles besser war“!
  5. Roma-Ghettos gehören hier leider zur Normalität. Das beinhaltet viele Bettler im Stadtbild und Menschen, die in Müllcontainern nach Essen suchen. Direkt gefährlich sind diese Ghettos nicht, aber wer daran interessiert ist, sollte besser mit einem Einheimischen gehen.
  6. Generell ist das Land von Armut geprägt. Kutschen mit Pferden werden vor allem auf ländlichen Gegenden noch eingesetzt und die Politik wird nicht selten von Korruption beherrscht.

Was man unbedingt gesehen haben sollte:

Von Bulgarien aus ist Istanbul nicht weit, ebenso Skopje (Mazedoniens Hauptstadt), Bukarest (Rumäniens Hauptstadt) oder Thessaloniki (Griechenland).

Aber auch Bulgarien hat einiges zu bieten!

  1. Sofia, die Hauptstadt Bulgariens, bietet einen west-europäischen Flair mit Hippster-Viertel (unbedingt beim Art-Hostel vorbeischauen!) und Kulturangeboten. Dazu ist sie umgeben von schnee-bedeckten Bergen.
  2. Plovdiv, die zweit-größte Stadt Bulgariens, ist als Stadt der Hügel bekannt und bietet wunderschöne Aussichten.
  3. Varna, die dritt-größte Stadt Bulgariens, liegt am Schwarzen Meer und zieht im Sommer viele Touristen an.
  4. Der Goldstrand ist vor allem bei deutschen Party-Gästen als das osteuropäische Mallorca bekannt.
  5. Veliko Tarnovo, die wunderschöne alte Hauptstadt Bulgariens, ist auf jeden Fall ein Muss!
  6. Das Rila-Kloster befindet sich in den Rila-Bergen, in der Nähe von den sieben Rila-Seen und steht auf der Liste des Weltkulturerbes. Selbst im Mai sind die Berge noch voller Schnee und laden zum Ski-Fahren ein.
  7. Buzludzha sieht aus wie ein Ufo und steht als Kommunistisches Monument verlassen in den Bergen. Vor allem Ausländer versuchen immer wieder, ins Innere zu gelangen. Das ist jedoch illegal, weil das Gebäude vom Einsturz gefährdet ist. Trotz Gegenmaßnahmen finden Abenteurer aber immer wieder neue Wege hinein.
  8. Das Kap Kaliakra befindet sich an der Küste und bietet einen wunderschönen Blick über das Schwarze Meer.

Es gibt aber noch viele andere Ecken, die nur darauf warten, von Euch entdeckt zu werden!

Was wir Euch noch mitgeben wollen:

Bulgarien ist ein wunderschönes Land, mit einer interessanten Kultur und sehr gastfreundlichen Menschen. Wenn Ihr hier lebt, werdet Ihr euch an ein paar Eigenarten gewöhnen müssen (zum Beispiel an die Duschen, die lediglich aus einem Duschkopf und aus einem Loch irgendwo im Bad bestehen, und garantiert für nasse Socken sorgen werden), denn Bulgarien ist nun mal viel ärmer als Deutschland und weist daher einen anderen Lebensstandard auf. Doch auch mit wenig Geld kommt man hier super aus (per Anhalter reisen ist hier Standard) und eine große Gemeinschaft aus Freiwilligen aus ganz Europa macht das Leben hier gesellig und abenteuerlich.

Aber genug jetzt – kommt lieber selbst und macht Euch einen eigenen Eindruck. Wer weiß, vielleicht könnt Ihr ja noch einige „must-see“ Orte hinzufügen…