Der Beginn meiner Zeit in Varna sowie meine Ankunft gestaltete sich als schwierig.
Ich erwartete in Hamburg sehnsüchtig meinen Flug, nachdem ich bereits den Check-in, die Sicherheitskontrolle sowie mehrere Passkontrollen hinter mir hatte. Nun saß ich also bereits abflugbereit am Gate und bemerkte die aufkommende Unruhe bei den Mitreisenden als das Boarding nicht zu geplanter Zeit begann. Zunächst hieß es, man müsse nur warten, das Flugzeug würde durchgecheckt und man könnte heute noch fliegen. Gegen 19 Uhr, nach  vierstündiger Wartezeit kam die Info, dass der Flug heute definitiv nicht mehr stattfinde und man sich in Hotels in der Umgebung einquartieren dürfte. Der gestrichene Flug sollte am nächsten Tag stattfinden. Jetzt hieß es erneut warten, bis alle Passagiere ihr Hotel für eine Nacht zugewiesen bekommen hätten und man schlussendlich ausgelaugt ins Bett fallen konnte. Am nächsten Tag ging es also erneut zum Flughafen und dieses Mal verlief alles reibungslos. Ich hatte am Vortag schon eine Bekanntschaft mit einer deutschen Studentin aus Varna gemacht, mit der ich mir aufgrund von mangelnden freien Zimmern eins geteilt habe. Wir beide waren wenig erfreut über die Umstände und daher erleichtert, dass jetzt alles zu klappen schien.

Nachdem wir gelandet waren, wurde ich direkt von drei französischen Freiwilligen von BalkanKids in Empfang genommen. Sacha, mein Mitbewohner und Claire und Annaelle, die in der zweiten Wohnung der Organisation leben. Wir haben uns direkt ausgetauscht und die drei haben mir schon einige wichtige Dinge mit auf den Weg gegeben. Sacha hat mich dann zur Wohnung gebracht und dort traf ich auf meine andere französische Mitbewohnerin Ninon. Diese hatte an meinem Ankunftstag Geburtstag und so war abends direkt ein Treffen mit allen Freiwilligen, Denitsa, unserer Mentorin sowie Freunden von Ninon und den anderen. Ich wurde direkt super in die Gruppe integriert und so war der Stress der Reise längst vergessen.

Am nächsten Tag war mein erster Arbeitstag und ich lernte eine der vielen Einrichtungen kennen, in denen wir arbeiten. Die Arbeit macht generell sehr viel Spaß, man wird trotz sprachlicher Schwierigkeiten eingebunden und kann auch mit den Kindern und Erwachsenen kommunizieren. Oftmals wird gebastelt, gebacken oder neue Wörter erlernt, was dann auch für uns interessant ist um das bulgarisch zu verbessern. Die Pflege- und Arbeitskräfte in den Einrichtungen sind sehr freundlich, sowohl im Umgang mit uns Freiwilligen als auch untereinander. Man fühlt sich generell erwünscht und hilfreich.
Zusätzlich zur Arbeit in der Woche, können wir eigene Projekte auf die Beine stellen. Die französischen Freiwilligen haben zum Beispiel ein Projekt zur Umwelt und deren Schutz organisiert bei dem sie Schulkindern auf spielerische Art und Weise erklärt haben wie lange bestimmte Rohstoffe brauchen, um biologisch abgebaut zu werden oder wie man Abfall wieder verwenden kann.
Seit zwei Wochen gehen Nadja, eine der deutschen Freiwilligen, und ich in eine Schule um dort mit Schülern der 9. Klasse deutsch zu sprechen. Die Kinder sind sprachlich schon auf einem sehr hohen Niveau, obwohl sie erst seit einem Jahr deutsch lernen. Ich freue mich immer sehr auf die Zeit in der Schule, weil ich die Schüler sehr mag und wir uns gut unterhalten können. In unserer Freizeit haben wir bereits Varna erkundet, Anfang September konnten wir auch noch baden gehen am Strand, der direkt an die Stadt grenzt. Mittlerweile ist es etwas kälter geworden und der Sommer weicht dem Herbst. Doch trotzdem gibt es viel zu tun und Leute zu treffen. Die Second Hand Szene ist in Varna sehr ausgeprägt, wer darauf steht wird hier definitiv fündig. Wir haben auch bereits einen evangelischen Gottesdienst besucht oder an Veranstaltungen anderer europäischer Freiwilliger teilgenommen. Alles in allem vergeht die Zeit hier viel zu schnell und ich merke wie mir das Leben und Arbeiten in Varna sehr zusagt. Was ich auf jeden Fall in der kommenden Zeit verbessern möchte sind meine Bulgarisch Kenntnisse. Zusätzlich zu dem Online-Sprachkurs haben wir jetzt auch Bulgarisch-Stunden mit Denitsa. Beste Voraussetzungen also!

Strand Varna

Hafen bei Sonnenuntergang

Schwarzes Meer

Aussicht auf Varna

Aussicht auf Varna


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