Es ist echt Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht! In dem knappen Monat, den ich jetzt hier in Frankreich lebe, habe ich bereits ziemlich viel erlebt und viele positive Erfahrungen gemacht!

Da ich zu Beginn meines ESKs noch nicht volljährig war, hatte ich noch ein paar freie Tage, ehe ich mit meiner Arbeit am lycée anfangen konnte. Glücklicherweise waren zu diesem Zeitpunkt gerade in Deutschland Ferien, weshalb meine Familie zu Besuch kam, um mit mir, an den Tagen vor meinem 18. Geburtstag, die Bretagne zu erkunden. So ungewöhnlich es auch ist bereits in der zweiten Woche eines längeren Auslandsaufenthalts Besuch aus der Heimat zu bekommen, so gut hat es mir in dem Moment getan, meine Familie wiederzusehen. Den Abend meines Geburtstags verbrachten wir gemeinsam mit meiner Gastfamilie, mit der ich seit einem dreimonatigem Auslandsaufenthalt 2016 in Kontakt bin. Es war wunderschön diese beiden Welten zu vereinen und zu wissen, dass ich meine Gastfamilie jetzt dank der geografischen Nähe häufiger sehen kann. Dann konnte ich endlich mit der Arbeit loslegen- für genau zwei Tage (von denen einer eine Exkursion zum Mont Saint Michel war), denn dann waren schon wieder Ferien in Frankreich.

Die erste Woche der Herbstferien verbrachte ich in Narbonne, einer kleinen Stadt in Südfrankreich, da wir dort unser seminaire d’arrivée hatten. Da dem Süden eigentlich der Ruf vorauseilt, mit weitaus besserem und stabileren Wetter gesegnet zu sein, als die Bretagne, waren die Ungewitter, die unsere Zeit dort einleiteten, erst einmal ernüchternd. Doch das miserable Wetter konnte unsere gute Laune kaum trüben, zu schön war es, Freiwillige aus der ganzen Welt kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen. „Narbonne- le lieu où tout est possible“- „Narbonne- der Ort an dem alles möglich ist“, so hatte mir eine andere Freiwillige das Seminar zuvor schmackhaft gemacht. Meine hohen Erwartungen sollten tatsächlich nicht enttäuscht werden: Die Leiter des Seminars führten uns mit Motivation und Elan durch die Woche. Jede Einheit wurde -auch wenn es sich nur um eine Erklärung der für uns relevanten Organisationen und Institutionen handelte- in eine kreative und spaßige Übung verwandelt, bei der nicht selten der kleine Prinz als Metapher verwendet wurde. Neben Reflexionen über unsere Erwartungen und mögliche Probleme und Herausforderungen, beschäftigten wir uns viel mit der französischen Kultur und lernten mit der Tandem-Methode eine tolle Technik kennen, unsere Sprachkenntnisse zu verbessern. Und nicht nur beim internationalen Karaoke-Abend sollten wir die Möglichkeit haben, uns über unsere Kulturen auszutauschen. Um mit den anderen Freiwilligen die in den verschiedenen Regionen Frankreichs leben in Kontakt zu bleiben, planen wir für das verlängerte Wochenende (der 11.11 ist in Frankreich ein gesetzlicher Feiertag, es wird an den Waffenstillstand nach dem ersten Weltkrieg erinnert) gemeinsam in die Normandie zu fahren. Ich freue mich sehr darauf, die anderen wiederzusehen und gemeinsam eine Region Frankreichs zu erkunden!

Nach dem Seminar blieb ich spontan noch ein paar Tage im Süden. Gemeinsam mit einigen anderen Freiwilligen besichtigte ich Montpellier, Arles und Marseilles. Die drei Städte unterscheiden sich zwar deutlich in der Größe, Marseilles ist die zweitgrößte Stadt Frankreichs, während Arles, bekannt für die römische Arena und das römische Amphitheater, eher eine kleinere Stadt ist, doch ihnen ist das südliche Flair gemein, das man in der Bretagne nirgendwo finden kann. Demnach genoss ich die Tage in vollen Zügen und versuchte von der Sonne zu profitieren, die noch so warm war, dass wir an einem Nachmittag sogar im Meer baden konnten!

    

Das Klima im Norden Frankreichs war nach diesen beinahe schon sommerlichen Tagen ein kleiner Schock. Bereits in Paris, wo wir aufgrund der Streiks der Zugführer einen unfreiwilligen, aber sehr schönen Aufenthalt hatte, merkten wir, dass der Herbst Einzug hielt. Und in der Bretagne wurden wir mit Regen und noch tieferen Temperaturen empfangen.

Trotzdem war es schön wieder nach Hause zu kommen! Die verbleibenden Ferientage nutzte ich dazu die Umgebung mit meinem Mountainbike und zu Fuß zu erkunden, es ist wirklich toll so nah am Meer zu wohnen. Gemeinsam mit meinen Mitbewohnerinnen, nahm ich sogar an einer Vogelwanderung teil, eine Erfahrung, die ich in Deutschland sicherlich nicht ausprobiert hätte!

Nach all diesen Erlebnissen direkt zu Anfang meines ESKs, bin ich froh, dass sich jetzt so langsam ein Arbeitsalltag etablieren kann. In der Schule, in der ich hauptsächlich arbeite sind alle unglaublich offen und freundlich, doch gerade in den letzten Tagen habe ich auch bemerkt, dass viele Herausforderungen auf einen zukommen können. Aktuell ist alles noch etwas chaotisch und das momentan ziemlich miserable Wetter drückt meine Stimmung doch etwas.

Trotzdem bin ich sehr froh hier zu sein und ich bin gespannt, was in den nächsten Wochen noch alles auf mich zukommen wird!


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