Nun bin ich seit der letzten Woche in Paimpol! Ich kann es immer noch nicht realisieren, wie lange ich noch hierbleiben werde, und was sich für mich alles ändern wird! Aber nun zur Vergangenheit:

Die Zugfahrt nach Paimpol:

Zu meiner Reise: Mit zwei Koffern mit dem Zug nach Paimpol zu fahren, war auf jeden Fall SCHRECKLICH! Umsteigen in Paris, unzählige Treppen, ein Koffer auf jeder Seite, mit angezogener Winterjacke kann ich keinem empfehlen. Ein Glück, dass ich auf dem Rückweg vermutlich von meiner Mutter abgeholt werde! Dennoch hätte ich es im Nachhinein auch nicht anders gemacht, denn für neun Monate braucht man eben einiges. Und – ich hatte Glück – ich kam pünktlich an, trotz drei Umstiegen:)

Das Ankommen 

Als ich ausstieg, sah ich von weitem die Direktorin des Collège, wie sie ein Schild mit meinem Namen hochhielt. Sie empfing mich sehr freundlich mit ihrem Mann und fuhr mich nach Paimpol zu meinem zukünftigen Zuhause. Dort warteten meine Tutorin mit ihrem Mann sowie der Bruder des Besitzers von dem Haus, in dem ich wohnen würde, auf mich. Ich wurde erstaunt gefragt, wie ich das mit den Koffern bloß geschafft hätte, und, das kann man mir glauben, das hab ich mich wirklich auch gefragt. Nun kam ich aber an und wir besichtigten das Haus, was ich tatsächlich mit einer anderen Frau teile, die in Paimpol arbeitet. Das Haus war altmodisch, aber gerade deswegen hing im Treppengeländer ein Gemälde, was ich aus dem Haus meiner Großmutter kenne. Kaum zu glauben, aber so konnte ich mich dann direkt wie Zuhause fühlen. Die Direktorin hat mir dann nach der Besichtigung angeboten, dass ich später mit ihr und ihrem Mann essen könne, damit ich den Abend nicht allein verbrachte. Ich hab das Angebot zögernd, aber dann doch sehr dankbar angenommen. Und so verbrachte ich meinen ersten Abend in einem Restaurant in Paimpol und fühlte mich herzlich aufgenommen.

 

Das Arbeitsleben im Collège 

Am nächsten Tag bin ich dann sofort in die Schule gegangen. Die Schule könnte ich von meinem Haus aus direkt sehen, so nah ist sie, läge nicht ein Garten und eine Einfahrt dazwischen. Es ist so nah, dass man aufpassen muss, nicht zu spät zu kommen, weil man denkt, dass man ja quasi gar keinen Laufweg hat. Ich habe mich im College mittlerweile ganz gut eingelebt. Erstmal kann einem alles ziemlich verwirrend erscheinen. La vie scolaire, des agents, les surveillants und vieles mehr, was so in Deutschland nicht existiert. Aber zum Glück waren alle immer sehr hilfsbereit, sodass ich, selbst wenn ich mal was falsch verstanden hatte, ich doch am richtigen Ort erscheinen konnte. Ich habe momentan einen Stundenplan, wo einige Sachen erst nach den Ferien beginnen. Aber besonders der Deutsch- und Englischunterricht macht mir sehr Spaß. Die Fünftklässler sind unheimlich süß und fragen lustige Sachen, wie „French, c’est quoi?“, oder sie sprechen „mother“ „Monster“ aus. Deswegen hat man immer was zu lachen. Und einige Schüler sind erstaunt, dass ich Englisch und Französisch kann ( „Elle est trilingue!“), was mich natürlich freut. Mit den Lehrern verstehe ich mich auch echt gut. Und ich war auch bei UNSS (sowas wie ein freiwilliges Sportangebot) dabei und bei einem Gedichtprojekt, was sehr cool war. Seit Donnerstag waren dann deutsche Austauschschüler da. Deswegen konnte ich sehr schöne Orte in der Bretagne sehen, weil ich bei den Ausflügen dabei war.

 

Wie verbringt man in einem fast-Dorf seine Zeit oder findet Freunde?

Tja, das ist die große Frage, die ich noch nicht beantworten kann. Es ist schon eine große Umstellung, ich habe nachmittags oft wenig zu tun, sehe meine Mitbewohnerin wegen unterschiedlicher Arbeitszeit kaum und gleichaltrige Freunde kann ich höchstens im Lycée finden. Dort gehe ich nämlich in einen Litteraturkurs, aber nur zwei Stunden, während derer es schwierig ist, Kontakte zu knüpfen. Aber ich bin hier ja noch sehr lang! Und gestern bin ich mit meiner WG-Partnerin einkaufen gegangen und wir haben etwas Zeit gemeinsam verbracht. Sie ist auch relativ neu hier, was natürlich eine Verbindung zwischen uns schafft. Vielleicht gehen wir Samstagabend zu einem Treffen, um Leute kennenzulernen. 🙂 Und das coole ist, dass den Lehrern hier auch bewusst ist, dass ich noch ziemlich allein bin. Ich habe mehrere Einladungen zu Treffen bekommen. Und am Sonntag war ich mit der Familie einer Lehrerin unterwegs. Das war echt toll, vor allem, weil die neunjährige Tochter auch so süß ist. (Gibt es in Deutschland auch Autos? Und Hunde? Und Wasserflaschen?) Aber selbst wenn hier nichts draus wird, Freunde zu finden, kann ich mich mit den Freiwilligen aus Saint-Brieuc treffen:) Dort war ich schon letzte Woche, und ich verstehe mich sehr gut mit Einigen. Dass der letzte Bus für die Rückfahrt um 18:20 Uhr fährt, versuche ich auszublenden.

Mein Fazit

Ich hatte also definitiv schon viel zu lachen! Ich liebe es, die ganze Zeit französisch zu sprechen und zu hören. Und, dass sich ausnahmslos alle freuen, wenn man französisch spricht/kann:) Das Meer, und was ich hier in der Bretagne gesehen habe, ist WUNDERSCHÖN!! Meine Familie ist total beeindruckt von den Bildern. Und die Häuser hier sind fast alle mega schön und die Leute sind wirklich freundlich und lieb. Die Schüler sehen mich (bis jetzt!) noch als Attraktion an, was echt witzig ist. Ich fühle mich total wohl in dem Haus. Und wie es hier weitergeht, werde ich dann sehen. Bis bald also!!

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Leonie (und ja, auf meiner Karte für die Schulmensa werde ich mit dem Akzent geschrieben. Aber was soll’s. La vie est dure, wie mir das niedliche Mädchen erklärt hat;) )

 

 


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