Guten Morgen, gerade sitze ich mit meiner ungarischen Mitbewohnerin Rebecka am Frühstückstisch zu Haferbrei mit Zimt, Chiasamen, Pfirsisch- und Nektarinenstückchen und einer kleinen Tasse frisch gebrühtem Kaffee. Mein Blick schweift aus dem Fenster in den hellblauen Sommerhimmel des noch jungen Septembers. Fast schon nostalgische Gefühle überkommen mich, als ich die vergangenen Wochen Revue passieren lasse. So unfassbar schöne Momente habe ich diesen Sommer, und insbesondere im August erlebt!

Angefangen mit einem viertägigen spnannenden und amüsanten Ausflug drei meiner Mitbewohner und mir nach Porto und Viana do Castelo im Norden Portugals, gefolgt von mehreren kleineren Wochenendreisen an die Algarve und nach Alentejo gemeinsam mit einer guten Freundin von mir, welche ich dort das ein oder andere Mal besucht habe, verbrachte ich den August mehr oder weniger konstant „On the Road“. Zusammen machten wir die Strände, Straßen und Städtchen Südportugals unsicher, zelteten an wunderschönen Orten, probierten die frisch gebackenen Backwaren (oft Kuchen und kleine Pasteten) der jeweiligen Region, in der wir uns gerade befanden. Denn häufig hat jedes kleine mittelalterliche Dörfchen, auf einem kleinen Hügel mitten in gut erhaltenen Burgruinen gelegen, im trockenen Herzen Alentejos, sowie die milderen Küstenstädte entlang der Costa Vicentina individuelle Interpretationen bekannter Backwaren, aber auch einzigartige regionale Rezepturen, die man für kleines Geld und mit großer Freude genießen kann. Mein Favorit in puncto Süßem war nach all meinen Probier-Erfahrungen ein Feigen-Marzipan-Johannisbrot Kuchen, quasi das leckere Aushängeschild südportugiesischer Backkunst von der Algarve.

So viele neue Orte, Menschen, Rezepte, sogar Musik und damit Aspekte der portugiesischen Kultur habe ich nie so intensiv kennengelernt, wie in diesem Monat. Zwischen all den Ausflügen, die sich für mich anfühlten wie kleine abenteuerliche Weltfahrten, unternahmen meine Mitbewohner und ich gemeinsam viel Zeit, so besuchten wir den schönen Strand der Landzunge mit dem Namen Troia, eine kurze Fährfahrt von dem etwa 50km südlich von Lissabon gelegenen Setúbal entfernt. Wir bereiteten gemeinsame Abendessen vor und nutzen die Zeit auch dazu, ein mögliches Wiedersehen im November zu organisieren (Datum und Ort werden sich aber noch in den nächsten Wochen heraus kristallisieren).

In meinem Projekt lacht die Sonne ebenfalls fröhlich vom Himmel, denn ich realisiere mein persönliches Projekt mit den Senioren wirklich wunderbar. Wir spielen mit unseren selbst gebauten Instrumenten in einer Gruppe und machen gemeinsam Musik. Glücklich bin ich, dass ich mittlerweile durch meine mir autodidaktisch angeeigneten Gitarrefähigkeiten das Klangbild unserer Musikgruppe farbenfroh erweitern kann! Mit Senioren, Kindern und Arbeitskollegen habe ich ein allgemein harmonisches und vertrauensvolles Verhältnis und auch auf mich können sich die mirumgebenden Personen in der Regel ohne Wenn und Aber verlassen.

Ein Monat steht noch vor der Tür, beziehungsweise 27 heiße Septembertage. Schon jetzt fühle ich mich so gut in dem Gefühl, neue Freunde, neues Wissen und einen neuen Horizont aus Portugal mitzunehmen und mein zukünftigen Lebensweg so was von bereichern zu lassen, dass ich in wohltuender emotionaler Ruhe und Zufriedenheit den Moment genießen kann. Und dafür bin ich von ganzem Herzen dankbar.


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