Sich einrichten braucht Zeit. Sich einleben erst recht.

ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Frankreich, AlenaAm Anfang meines EFDs haben mich von allen Seiten Freunde oder Bekannte gefragt „Hast du dich denn schon eingelebt?“. Nein. Ja. Irgendwie? Ich habe mir darüber anfangs viele Gedanken gemacht. Vor allem jetzt, nach 9 Monaten und kurz vor meiner Rückkehr nach Deutschland, habe ich im Rückblick gelernt, dass man sich alle Zeit nehmen sollte, die man braucht, und sich Hilfe holen darf. Im Endeffekt ist es sehr persönlich, wann man sich zu Hause fühlt, aber das tue ich.

ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Frankreich, AlenaMan wird sich nicht ganz zu Hause fühlen, bis man all die täglichen kleinen Aufgaben seines neuen Lebens mindestens einmal gemeistert hat. Man wird sich nicht zu Hause fühlen, bis man sich daran gewöhnt hat, dass man der einzige mit Hausschlüssel ist, bis man zum ersten Mal abgespült hat, bis man zum ersten Mal gewaschen hat (zweite Woche), bis man die wichtigsten Ansprechpartner kennt (zweite Woche), bis der Briefkasten beschriftet (zweite Woche) und geleert ist (vierte Woche), bis man die Leute aus dem Haus kennt (,,Wieso ist hier im Flur diese Tür offen, obwohl ich sie nicht zu gemacht habe…“), bis man sich austauscht mit anderen Freiwilligen (ganz wichtig! dritte Woche On-arrival-Seminar), bis man wirklich alle Taschen ausgeräumt (vierte Woche) und in der Wohnung geputzt hat (zu spät), bis man ein ungefähres System fürs Einkaufen und Kochen hat (,,Mama, kann ich die Kartoffeln noch essen nach 3 Monaten?“), bis man ein Bank-Konto hat (vierte Woche) und alles funktioniert (siebte Woche?), bis man seine Aufgaben in der Arbeit einigermaßen kennt (nach 2 Monaten), bis man mit Menschen im Ort geredet hat (Bäcker, Apotheke, Kulturzentrum, …), bis man endlich die meisten Namen kennt (inzwischen vergesse ich sie sogar schon wieder) und versteht (haha, guter Witz: ,,Ero-wie?“), bis man mobiler ist und seinen Ort erkundet, bis man sich ein Hobby sucht, bis man sich endlich bei allen zu Hause in Deutschland gemeldet hat (als ich an Weihnachten zu Hause war?), …….

ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Frankreich, AlenaAber: Wenn man sich dann laut Definition tatsächlich richtig eingelebt hat und alles zum Alltag geworden ist, ist es schon fast wieder langweilig. Zumindest bei mir würde da wieder der Wunsch nach Veränderung wachsen. Und so gesehen bin ich froh, im Ausland zu sein und auch jetzt noch nach französischen Vokabeln fragen zu können.


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