Wie? Schon ein Monat?

Tatsächlich. Die Zeit verfliegt geradezu, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich gefühlt jeden Tag, jede Stunde und jede Minute von neuen Eindrücken umgeben bin. Das sind auf der einen Seite die offensichtlichen Dinge, wie die neue Stadt, in der ich nun lebe, die Sprache, von der ich anfangs nicht sehr viel verstanden habe, sondern nur ein paar Wörter erschließen konnte und die Tatsache, dass mich anstatt meiner Eltern nun meine Mitbewohner meistens mit einem müden, selten mit einem energiegeladenen „¡Hola!“ am Morgen begrüßen. Es sind aber auch Kleinigkeiten wie das Fehlen der Kirchenglocken beim Aufstehen (Dorfkind olé), der Supermarkt, welcher nur 200 Meter weiter ist oder die Siesta – eine Mittagspause zwischen 14 und 17 Uhr, welche zunächst sehr ungewohnt ist. Denn, wenn man um diese Uhrzeit draußen ist, sind die Straßen menschenleer. Dafür füllen sich die Plätze und Gassen der Stadt am Abend immer mehr, je später es wird.

Und wie läufts mit deinem Spanisch?“

– Bien, bien. Im ersten Monat hatte ich 8 Stunden Spanisch pro Woche: Vier Stunden davon mit einem Spanischlehrer und die andere Hälfte am Computer auf der Online Language Support Platform von Erasmus+. Auch wenn der Wechsel zwischen spanischen, englischen, italienischen, litauischen und deutschen Sätzen, die man in unserer WG aufschnappt, durchaus im ein oder anderen Moment zu Verwirrung führen kann, merke ich langsam, dass ich in Gesprächen immer mehr verstehe. Das Sprechen fällt zwar noch etwas schwer, aber das ist denke ich normal. Hier gilt: „Learning by doing.“, denn vor allem durch den Kontakt mit Einheimischen, Studenten etc. gewöhnt man sich an den Klang und die Aussprache. Außerdem lernt man Phrasen wie „Pero porqué?“, „Enserio?“ oder „No pasa nada.“ schnell, wenn man mit temperamentvollen Italienerinnen, die spanisch sprechen, zusammenlebt.

Eindrücke

Spanischunterricht

 

Was ich hier sonst so mache…

Neben meinen Erfahrungen im Projekt habe ich auch schon viel anderes erlebt: Ich war mit meinen WG-Mitbewohnern bowlen, Billard und Dart spielen, habe einen mittelalterlichen Markt in der Altstadt besucht, war auf meiner ersten Studentenparty und habe natürlich typisch spanische Gerichte wie zum Beispiel Arroz negro – schwarzer Reis mit Meeresfrüchten – probiert und Tapas gegessen!

Eindrücke

Markt in der Altstadt

Eindrücke

Fiesta statt Siesta – Studentenparty im Playa Park

 

Highlight des Monats: Mein 18. Geburtstag

Für die meisten ein besonderer Tag und auch ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie es wohl werden wird, diesen nicht mit Familie und Freunden zuhause zu verbringen. Meine beste Freundin beruhigte mich mit den Worten: „Wer kann schon behaupten seinen Geburtstag in einem anderen Land gefeiert zu haben, mit Menschen, die du bis vor 3 Wochen noch gar nicht kanntest…“ und sie hat Recht behalten. Jetzt kann ich sagen, dass es ohne Frage der schönste Tag war, den ich hier bisher erleben durfte. Bevor ich auf die Arbeit ging, überreichte mir meine Koordinatorin ein Überraschungspaket aus Deutschland, worüber ich mich sehr gefreut habe!  Später versammelten sich einige Freiwillige der Organisation zu einem multikulturellen Abend. Es gab kurze Präsentationen über das jeweilige Herkunftsland und jeder hat ein typisches Gericht vorbereitet. Gemeinsam ließen wir uns also das Essen aus Spanien, Italien, Griechenland, Litauen und Deutschland schmecken. Als Geburtstagskuchen haben meine Mitbewohnerinnen original italienisches Tiramisú gemacht – was braucht man mehr, um glücklich zu sein?

Eindrücke

Geburtstag feiern beim multikulturellen Abendessen

Das war’s für den ersten Monat und ich freue mich auf einen spannenden Oktober!

„Dreams don’t work unless you do.“


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